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Leserbriefe |
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Wildschweine
Wenn noch nicht einmal
die Empfehlungen zur Reduktion eines überhöhten
Wildschweinbestandes des Wildbiologen und Jägers N. Hahn
von vielen Jägern ernst genommen werden - nachzulesen in
der Evaluierung zu seinen Empfehlungen -, so wundert es
nicht, dass Ratschläge von Jagdgegnern erst recht ins
Leere laufen.
Nachdem Hahn, wie
gesagt frönt auch er der Jägerei, sich und seinen
Kollegen die Freude am Beute machen wohl nicht ganz
vermiesen möchte, argumentiert er kurzerhand mit
ökologischen Halbwahrheiten und verfährt bezüglich
vorbildhafter jagdfreier Gebiete leider ebenso.
Beispiel: Wildschweine zählt er zu den
Reproduktions-Strategen (r-Strategen). Typische
Vertreter dieser Gruppe sind Bakterien, Insekten oder
auch Mäuse, also Arten mit sehr hoher Wachstumsrate. Die
Tatsache, dass aber erst durch den immensen Jagddruck,
Dauerstress und der Zerschießung intakter sozialer
Rotten-Strukturen das den Kapazitäts-Strategen
(K-Strategen) zugehörige Wildschwein zu einem
r-Strategen gemacht wird, sozusagen degradiert wird,
verschweigt Hahn. Doch genau dies versuchen Jagdgegner
seit Jahren immer wieder deutlich zu machen. (Anmerkung
zu den K-Strategen: Typischer Vertreter sind große
Säugetiere; Eigenschaften u.a.: Elterliche Fürsorge).
Wer durch die
Podiumsdiskussion eine vernünftige Lösung zur
Wildschweinproblematik erwartet hatte, wurde enttäuscht.
Vernunft und Jagd passen halt nicht zusammen. So ähnlich
formulierte es auch der Jäger und Philosoph Ortega Y.
Gasset: "Die Gefahr für den Fortbestand der Jagd ist die
menschliche Vernunft!"
Roland Dunkel |
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„Wildschweine: eine Riesensauerei“
Die
„Riesensauerei“ zieht weite Kreise! Sie fordert heraus
und fördert die dringend notwendige Diskussion zum Thema
Jagd grundsätzlich. Dank an dieser Stelle an Ihre
Redaktion!
Dass Jäger ihr Hobby, nämlich das Töten von Tieren,
gerne ausüben, dafür auch Zeit und Geld investieren und
mit Augenwischerei und viel Brimborium versuchen es zu
verteidigen, ist verständlich – objektiv betrachtet
jedoch infam!
Fakt ist: Die Jagd, die einst zur Nahrungs- und
Fellbeschaffung diente, ist zu einem perfiden,
gesetzlich legitimierten Feizeitvergnügen verkommen.
Das
Jagderlebnis und der damit im Zusammenhang stehende
„besondere Kick“, den Jägerinnen und Jäger während des
Tötungsaktes erleben, ist der Grund dafür.
Gäbe es diesen bedauernswerten Umstand nicht, lebten wir
heute in einer Landschaft, in der Mensch und Tier
friedlich nebeneinander existieren könnten. Es gäbe ganz
sicher mehr Lebensraum für Tiere, weniger Monokulturen
und intensive Landbewirtschaftung, weniger
Pestizideinsatz und Straßenbau usw.
Von
dieser Entwicklung sind wir heute weit entfernt. Die
Frage darf also nicht lauten, wie wir die Jagd fördern,
Jungjäger rekrutieren oder Jagdgesetze noch
jägerfreundlicher gestalten, sondern Programme
aufstellen, die aus der lebensfeindlichen eine
lebensfreundliche Restnatur entstehen lassen.
Allzuschwer sollte dies nicht sein, denn jagdfreie
Gebiete und unabhängige, nichtjagende Wissenschaftler
zeigen eindrucksvoll gangbare Wege.
Im
Übrigen würde doch kein vernünftiger Mensch die Kriege,
die heute irgendwo auf dieser Welt stattfinden, als
vernünftige Geburtenreglung bezeichnen, nur weil es zu
viele Menschen auf diesem Planeten gibt.
Roland Dunkel |
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Wildschweine/Jagd und Jäger sorgen selbst für
eine steigende Population 
"Sauenplage"
— was für eine aggressiv dramatische Sprache. Aber — ,
welch ein Glück, dass wir unsere schießgewaltigen Jäger
und Jägerinnen haben, die uns vor dieser Sauenplage
retten. Was wir täten, wenn wir die tollen Jäger nicht
hätten? Nichts — und das wäre gut so. Denn nicht die
milden Winter und auch nicht der reich gedeckte Tisch
voller Eicheln oder Kartoffeln sind schuld daran, dass
sich die Wildschweine übermäßig vermehren. Nein, es sind
die Jäger selbst, die sich in einer Art permanenter
Beschäftigungsmaßnahme unersetzlich machen, indem sie
ihren Wildschweinnachwuchs selbst "züchten" und ihn dann
erschießen. Auch unter der Jägerschaft gibt es kritische
Stimmen, die wissen, was die massenweise Zufütterung
durch die Jäger selbst und der permanente Jagddruck für
die Vermehrung der Wildschweine bedeuten. Dass die
nährstoffreiche Zufütterung kontraproduktiv für eine
natürliche Vermehrungsrate ist, leuchtet wohl noch jedem
ein. Schwieriger zu verstehen wird es hier: Gerade weil
die Jäger die Wildschweine permanent jagen und
erschießen, tritt das Paradoxe ein:
Je mehr Wildschweine geschossen werden, umso mehr
Wildschweine gibt es. Die Natur und unsere Mitgeschöpfe
verhalten sich nicht immer so logisch geradlinig:
einfach noch mehr abschießen und das Problem ist gelöst,
sondern man muss Ursache, Verhalten und Wirkung schon
genauer betrachten. Ein entscheidender Teil der ganzen
Wahrheit ist: Durch das Verfolgen und Töten einzelner
Tiere bringen die Jäger permanent Stress, Panik und
Chaos in das Sozialgefüge einer Wildschweinrotte.
Dadurch verändert sich auch das Fortpflanzungsverhalten
der überlebenden Wildschweine. Sie versuchen, die
Verluste auszugleichen und sorgen für noch mehr
Nachwuchs. Die Folge: Trotz erhöhter Abschusszahlen
erhöht sich ihre Population.
Was müssten wir also tun? Was die Tiere betrifft, im
Wesentlichen nur beobachten und staunen — und statt den
Todesräumen müssten Lebensräume geschaffen werden. Mit
den Jägern hätten wir mehr zu tun: Die völlige
Entmachtung und Entwaffnung. Leider sind wir von solchen
Einsichten und dem wiederum vorausgesetzten Mitgefühl
unseren Mitgeschöpfe gegenüber, immer noch weit
entfernt.
Stefan Klippstein |
| Wer macht hier die Tiere scheu?
In
ihrem Märchenrucksack tragen Jäger scheinbar für alles
ein passendes Kapitel mit sich herum. Nun will man uns
erzählen, dass wir mit unseren diversen
Freizeitaktivitäten in freier (Wald-)Natur die Tiere
scheu machen, sie somit in den Wald zwingen und
Verbissschäden an jungen Bäumchen zu verantworten haben.
Das ist infam, denn die Jäger selbst haben die Tiere
durch den immensen Jagddruck zu scheuen und nachtaktiven
Tieren gemacht!
So
ergreifen die Tiere besonders beim Anblick oder bei der
Witterung eines Jägers panikartig die Flucht. Prof.
Reimoser vom Wiener Forschungsinstitut für Wildtierkunde
führt dazu aus, dass in 50 beobachteten
Vergrämungsfällen beim Rehwild 94 % von Jägern, vier
Prozent von Touristen und zwei Prozent durch
forstwirtschaftliche Aktivitäten ausgelöst wurde.
Auch
jagdfreie Gebiete, in denen Wildtiere keinem Jagddruck
ausgesetzt sind, sprechen eine ganz andere Sprache.
Hierzu der aus Thüringen stammende Tierfilmer Andreas
Kieling: „Selbst in Nationalparks, wo keine Rehe und
keine Hirsche etc. gejagt werden, sind die Tiere
innerhalb kurzer Zeit sehr vertraut, weil sie einfach
wissen, dass von diesen Wesen keine Gefahr ausgeht.“
Bemerkenswert ist, dass auch Tier- und Naturfreunde
fehlende Ruhezonen bemängeln. Allerdings geht es ihnen
dabei um echte Ruhezonen für die Tiere! Was hier aber
von den Weidmännern gewünscht wird, sind Bereiche, in
denen sie sich in aller Ruhe ihrem blutigen Hobby
hingeben können.
Roland
Dunkel |
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Die Jagd im Allgemeinen
Ja, es ist schon
schlimm welch arge Fehler der liebe Gott begangen hat
und all die böse tierische Jagdkonkurrenz, wie Fuchs und
anderes "Raubzeug" erschuf, was die edle Jägerschaft mit
viel Pulver und über 700 Tonnen (!) Blei und Eisen
jährlich, nun mühsam ausbügeln muß.
„Viele Politiker
sind passionierte Jäger“. Dieser Satz von Rober
Lücke ist der Knackpunkt.
Im Politikalltag
meistens nicht mit allzu vielen Erfolgserlebnissen
gesegnet, finden sie archaische Selbstverwirklichung im
Jagdgeschehen: "Gewehr in der Hand, Hund an der Seite,
dies verleiht dem Waidmann das Gefühl der Macht über
Leben und Tod. Jäger haben im Gegensatz zu nicht
jagenden Menschen ein großes Machtstreben, sie sind
aggressiver und sadistischer. In Ermangelung anderer
Bestätigungen findet der Jäger im Jagen persönlichen
Stolz, Erfüllung und Selbstbestätigung" - so nachzulesen
in der Dokumentation "Die Sache mit dem Waidwerk" von
Dr. Horst Hagen.
Jagd ist ein
ständiger, schwerer Eingriff in das Gleichgewicht der
Natur - ein die Umwelt schädigendes, schlimmes
Überbleibsel unbewältigter Neandertal-Mentalität, das
Bundespräsident Theodor Heuss, als eine "Nebenform
menschlicher Geisteskrankheit" bezeichnete. Der seinen
Killerinstinkt mittlerweile beherrschende Normalbürger
steht verständnislos wie einst der Altbundespräsident,
vor dieser mit viel Brimborium verbrämten (Jagd-)Lust
und Freude am Töten. Eine ökologisch begründete Jagd
besteht nicht. Die Evolution hat die Natur über
Millionen Jahre hinweg befähigt, eigene Regelmechanismen
für das Gleichgewicht in Tier- und Pflanzenwelt zu
entwickeln. Der Wildbestand reguliert sich auch heute
ohne große Beutegreifer wie Wölfe auf normale
Populationsgrößen ein. Das zeigen Nationalparks - man
muß der Natur nur die Zeit einräumen diese normalen
Regulationsmechanismen aufzubauen.
Ulrich Dittmann
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Jagd im
Naturschutzgebiet
"Tierkinder in der
Rhön"
Nach dem Lesen des
Beitrags über die „ganzjährige Kinderstube Lange Rhön“,
eine kurze Internetrecherche und siehe da: Der Autor ist
ein Jäger!
Also, warum nicht ein
wenig jägerische Grausamkeit – Jungwild muss erlegt
werden – mit jener in der Natur rechtfertigen.
Schließlich werden in der Natur sogar Tierkinder
gefressen!
Dass Jungwild von
Jägern erschossen werden soll, damit die Natur
nachgeahmt wird, ist Blödsinn. Oder hat die Natur viele
Jungtiere mit einem „Tarnkleid“ versehen, damit sie
möglichst schnell gefunden und gefressen werden?
Da wird auf die
fehlenden Fressfeinde Luchs, Wolf und Bär verwiesen und
gleichzeitig wird der Fuchs, dieser verhasste
Jägerkonkurrent, auf das Hinterhältigste und
Schonungsloseste bejagt. Wie soll man das seinen Kindern
erklären, wie soll das alles zusammenpassen, wenn man es
nicht durch die Jägerbrille sieht?
Und wenn mit dem
seltenen Birkhuhn, der Jägerbeute von einst,
argumentiert wird, so könnte man angesichts der für die
Vermehrung dieses Tieres in Kauf genommenen
Grausamkeiten anderen Geschöpfen gegenüber, vielleicht
auch mal daran denken, es in Würde aussterben zu lassen.
Denn wenn Füchse oder Wildschweine die letzten
Birkhühner töten oder ihre Eier fressen, so vollenden
sie doch nur das Werk von uns Menschen. Wir haben den
Birkhühnern die Lebensgrundlagen genommen, nicht die
Tiere!
Roland Dunkel |
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Zur
Zwangsbejagung
Sind Jägersleut
gleicher als andere gleiche und dürfen sich echauffieren
und schon benachteiligt sehen, wenn sie nicht bevorteilt
werden ?
"Da nutzt nu alles
weinerliche Aufjaulen nuscht", hätte mein seliger
Grossvater - einst begnadeter Nimrod in ostpreußischen
Wäldern - geseufzt. Deutschland ist nun mal in Europa
eingebunden und übergeordnetem EU-Recht (siehe
Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte) unterworfen, demnach auch Jäger
nicht nach Manier eines James Bond eine Lizenz zum Töten
auf fremdem Grund und Boden beanspruchen können. Für den
Tierschutz ist so der Gang in die nächste Instanz mit
großem Optimismus vorgezeichnet.
Ulrich Dittmann |
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"Zwangsbejagung"
Brief
an die Jagdzeitschrift "Wild und Hund"
Welcher Jäger
möchte schon gerne per Zwangsmitgliedschaft einer
Organisation /Jagdgenossenschaft zugehörig sein, um dann
noch dulden zu müssen, dass seine “Vereinsfreunde” durch
seinen Garten trampeln, dort putzige Schießstürme
errichten und Haushund und Mieze erschießen? Kaum ein
Trost für die Betroffenen, wenn dafür freundlicherweise
auch ein paar Sträucher gepflanzt werden.
So und nicht
anderes stellt sich dem “normalen” Bürger das Verhalten
der Hobby-Jäger dar, die wünschen auf Privatgrundstücken
ihre Outdoor-Selbstverwirklichkeitsgelüste auszuleben.
In Anlehnung der
alten juristischen Weisheit “Der größte Feind des Rechts
ist das Vorrecht” (M. von Ebner-Eschenbach) ist die
Entscheidungsfindung der Europäischen Gerichtsbarkeit in
dieser Sache absolut nachvollziehbar: Das Beanspruchen
von Nutzungsrechten in Feld und Flur, nach
anachronistischer Feudalherrenmanier, hat heute keine
Berechtigung mehr.
U. Dittmannn |
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Jagd auf
Füchse
Wenn in
nahezu jedem Bühler Hausgarten Füchse anzutreffen sind
und dort für Ärger sorgen, sollte nach den Gründen für
die "Fuchsinvasion" gesucht werden. Am Besten mit
Unterstützung der Bühler „Hobby-Trapper“ nach alter
Trapper-Manier: Die Natur erleben, sehen wie sie ist,
Ursachen und Wirkungen kennen lernen und sich
entsprechend verhalten! Um Zeit zu sparen, sollte man
sich einen Blick auf das kleine Einmaleins der
Fuchspopulation unter dem Druck der Jäger gönnen: Müssen
die ebenso schlauen wie schönen Tiere Verluste durch die
Jäger hinnehmen, gleichen sie diese durch ihre soziale
Organisation binnen kürzester Zeit wieder aus. Anders
als in intakten Familienstrukturen – etwa in jagdfreien
Gebieten - bekommen selbst die Fähen, die bislang
kinderlos geblieben waren, jetzt Nachwuchs. Zudem werden
statt drei bis fünf Welpen bis zu zwanzig (!) Jungtiere
großgezogen. Beobachtungen zeigen außerdem, dass starker
Jagdruck dem Familienzusammenhalt enorm schadet. In
solchen Fällen zieht der Rüde gleich nach der Paarung
weiter, um beim nächsten Weibchen sein Glück zu
versuchen. Das Ergebnis sind schwangere Füchsinnen in
unnatürlich hoher Zahl! In wissenschaftlichen Kreisen
spricht man deshalb von der Kontraproduktivität der
Jagd. Was allerdings nicht heißen soll, dass im Falle
einer ganzjährigen Schonzeit für Füchse, effektivere
Sicherungsmaßnahmen als Elektrozäune für Gärten mit
Hühnerbeständen getroffen werden sollten.
Roland
Dunkel, 20.5.08 |
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„Blutiges
Hobby“ - In mondheller Nacht geht’s dem Fuchs an
den Kragen“
Wieder
mal versuchen die Jäger ihr blutiges Hobby zu
rechtfertigen. Jedes Argument ist ihnen recht, um dieses
Verbrechen salonfähig zu machen. Die Behauptung der
Jäger, dass eine Regulierung durch sie notwendig sei,
ist längst widerlegt. Die Ausführungen bezüglich der
Tollwut und dem Fuchsbandwurm sind geradezu lächerlich,
denn Sorgen machen sollten sich die Jäger und Mediziner
vielmehr über, z. B. die dramatische Zunahme der
Wohlstandskrankheiten mit den entsprechenden Folgen!
Das Bild
mit den Jagdhornbläsern und der zur Schau gestellten
Beute verdeutlicht übrigens eindrucksvoll die
Unglaubwürdigkeit der Jäger!
Schon
Theodor Heuss sagte: „Jagd ist nur eine feige
Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen
Mitgeschöpf. Jagd ist eine Nebenform menschlicher
Geisteskrankheit.“
Rosmarie
Zähringer |
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Jägerinnen
Immer mehr Frauen sind von der Jagd fasziniert und haben
einen Jagdschein
Heutzutage liegt der einzige Grund zum Jagen im ganzen
besonderen „Kick“, den Jäger und Jägerinnen in ihrem
Jagdfieber erleben („Wenn es so weit ist, rast das
Herz, pocht der Puls. Adrenalin pur“). Einzig allein
dieser Tatsache haben wir Jagdgesetze zu verdanken, die
die Lust am Töten legalisieren. Ein Skandal, der von
(jagenden) Medienvertretern und (jagenden) Politkern
als verharmlosend, ja sogar als notwendiges Übel zum
Erhalt eines natürlichen Gleichgewichts, unters Volk
gebracht wird.
Zur
Märchenliste der Grünröcke gesellen sich stets neue
Argumentationen. Ihre Tötungslust einerseits und die
immer lauter werdenden kritischen Stimmen andererseits,
treiben sie in Erklärungsnotstand. Jägerin Halla
rechtfertigt ihr blutiges Hobby mit der Feststellung:
„Lieber frisches Wildbret aus natürlicher Umgebung als
Fleisch aus brutaler Massentierhaltung“. Hätten die
vielen Qualen (angeschossene Tiere) und Leiden (ständig
werden Familienbanden zerstört – alle 6 Sekunden stirbt
ein Tier durch Jäger/innen-Hand - , oder die Reh-Mutter, die
zusehen musste, wie man ihrem Kind den Bauch
aufschlitzte, hätte diese zu Herzen gehenden Situation
nicht auch bei Frau Halla den Gedanken nahe legen
müssen, gänzlich auf Tierleichen zu verzichten? Als
Frau, vielleicht auch als Mutter, sollte diese
Erkenntnis nicht allzuschwer sein.
Roland
Dunkel, 23.09.07 |
| Hubertusmesse
„Ehrfurcht vor dem Tier hegten selbst
schon kirchliche Kreise. Zumindest behauptet
Lichtenberg, dass Mönche der Gascogne eine Maus für
heilig hielten, die eine Hostie gefressen hatte“, soweit
der Schriftsteller und Träger des International Humanist
Award Karlheinz Deschner.
Jäger erfüllen
den "Auftrag Gottes“, soweit Pfarrerin Weichert zur
Einleitung der Zeitlofser Hubertusmesse. Jetzt versuche
ich mir Jesus als Jäger vorzustellen: Hinterhältig auf
einem Hochsitz lauernd. Dann das Rohr seiner Flinte
zwischen die Augen eines friedlichen, unschuldigen
Tieres gerichtet. Ich kann es nicht, lese weiter und
verdächtige die Geistlichkeit in enger Verwandtschaft
zur Ambivalenz unserer Wald- und Wiesenmetzger zu
stehen.
Seit der Zeit,
als die Erde noch eine Scheibe war, hat sich vieles
verändert – die Kirche kaum. Die glaubt noch immer die
Wahrheit alleine zu besitzen. Erklärungsnotstände
bewältigt sie mittels Erbsünde und der Hoffnung auf das
Jenseits. Entsprechend lautete die wesentliche Botschaft
in Zeitlofs: Gelitten wird so und anders, also helfen
wir der Ökologie mit Waffengewalt auf die Sprünge!
Außerdem dienen die Tiere, die sich ja einander auch
auffressen, dem Menschen als Nahrung!
Ob sich der Hl.
Hubertus im Grabe gedreht hat?
Zugegeben, das
Leid kommt in dieser Welt nicht zu kurz. Abgesehen von
Krieg und Terror sterben tagtäglich tausende Menschen
den Hungertod. Aber sollten wir nicht alles versuchen,
um Leid zu reduzieren, wenn möglich es zu vermeiden?
Sollten wir uns nicht, Bezug nehmend auf die Tiere, um
Reformen zur Jagd bemühen, anstatt das elendliche
Verrecken unserer Mitgeschöpfe vor unseren Haus- und
Kirchtüren mit salbungsvollen Worten schön zu reden?
Schade, dass
auch diese Hubertusmesse kein Licht ins Dunkel brachte.
Wie sinnvoll wäre es doch gewesen, anstelle des Zeichens
der Heimatliebe, ein Zeichen der Tierliebe zu setzen
(Tiere habe genau wie wir Menschen ein
schmerzempfindliches Nervensystem – die heimatlichen
Jagdgefilde nicht!).
Ich Fachkreisen
besteht schon lange kein Zweifel mehr darüber, dass die
Jagd dem natürlichen Gleichgewicht, auch in unserer
Kulturlandschaft, eher schadet als nützt. Aber warum
hegt und pflegt die Kirche weiterhin die ins Gegenteil
verkehrte Legende vom Hl. Hubertus? Nun, das Recht des
Stärkeren hat auch in der Kirche eine lange Tradition.
Die Blutspur, die dieses Unrecht hinterlässt, scheint
leider Gottes eine nicht enden wollende zu sein!
Ingeborg
Schollmeyer |
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„Jäger
sorgen sich wegen Wildunfälle“
Leider wurden in der Ursachenforschung zu den
gestiegenen Wildunfällen die exorbitanten Wildbestände
als wesentlicher Grund für die gestiegenen Wildunfälle
verschwiegen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass dafür
die jagenden Heger und Pfleger selbst im hohen Maße
verantwortlich sind.
In
unserer Kulturlandschaft haben es bestimmte Tierarten
besonders schwer, denn unter dem Deckmantel der Hege
werden sie als Objekt der Begierde auf einem immer
kleiner werdenden Lebensraum regelrecht herangezüchtet!
Man füttert sie, man tötet sie – ein künstlicher
Kreislauf des Tötens ist längst entstanden!
Die
Folgen beschreibt U. Wotschikowsky, Forstwissenschaftler
und selbst Jäger, wie folgt: „Fütterung von Wild mit dem
perversen Ziel letztmöglich viel davon totschießen zu
können, ist leider ein ganz wesentlicher Bestandteil
unseres heutigen Jagdwesens.“ Auch H. Wölfel, ein
anderer Jäger bringt es auf den Punkt: „Wenn es
überhaupt ein ehrliches Argument zur Fütterung der Rehe
gibt, ist es nicht im Bereich der Wildschadenverhütung
sondern in der Sparte Trophäenvergrößerung zu suchen.“
Heute
haben die Bestände des gerne bejagten „Schalenwildes“
Rekordzahlen erreicht. 1936 bis 1939 betrug die
Rehstrecke auf der Fläche der alten Bundesländer etwa
376.000. Im Jagdjahr 1983/84 waren es schon 686.000, und
heute werden bereits über eine Million Rehe gezählt! Die
Wildschweinbestände sind besonders in den letzten Jahren
explosionsartig angestiegen. Wurden 1982/83 in
Deutschland (mit DDR) noch knapp 169.000 Wildschweine
erlegt, waren es im Jagdjahr 2001/2002 über 531.000, ein
Anstieg auf knapp 316%.
Neben
der Zunahme von Wildschäden sind auch Wildunfälle in
höherer Zahl die logische Folge. Ein Grund mehr, um das
Jagdrecht endlich zu reformieren – den Tieren und der
Menschen wegen!
Roland Dunkel |
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