Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Herrn

Bischof Dr. Friedhelm Hofmann

Kardinal-Döpfner Platz 4

97070 Würzburg

den, 13.4.2010

Missbrauch von Kindern und die Bitte um Vergebung 

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Hofmann! 

Bis die Kirche einmal Fehler einräumt und dafür schmerzlich um Vergebung bittet, können Jahrzehnte oder Jahrhunderte vergehen. Doch das wäre weiter nicht tragisch, wären die Irrtümer nicht mit allerhand Leid verbunden. 

Der skandalöse Umgang in der Vergangenheit mit pädophilen Seelsorgern und die vergessene Opferseelsorge stellen nur einen Bereich solcher Verfehlungen dar. Leider. So wird sich die Kirche eines Tages wieder die Augen öffnen lassen und um Vergebung bitten müssen. Das besondere daran wird dann sein, dass es sich auch wieder um Missbrauchsfälle handeln wird – Missbrauchsfälle von Ihnen sogar abgesegnet!

Ja, wir sprechen an dieser Stelle von Tieren, vom Tiermissbrauch durch Jägerinnen und Jäger und den beschämenden Hubertusmessen.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: So sehr das Schlagen oder Vergewaltigen den Kindern auf ihrem Lebensweg schadet, so sehr schadet das zur Strecke bringen, Erschlagen und Abstechen von Tieren einem positiven, von Verantwortungsbewusstsein geprägten Mensch-Tier-Verhältnis! Übrigens: Auch sexuelle Belange spielen nach Dr. Parin, Psychologe, Autor und selbst Jäger, in der Jägerei eine Rolle: „Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.“ 

Wie sagte Papst Bendedikt XVI. in seiner Osteransprache so schön: „... in der Gemeinschaft mit Jesus Christus Menschen des Friedens zu sein, der Gewalt entgegenzustehen und der größeren Macht der Liebe zu vertrauen.“ Lassen Sie den Worten Taten folgen. Helfen Sie mit, dass die Hubertusmessen endlich der Vergangenheit angehören! 

Vielleicht sehen Sie sich, in Anbetracht Ihrer misslichen Lage, doch noch veranlasst auf unser Schreiben aus dem Jahre 2005 (s. Internet: http://www.arbeitskreis-tierschutz.de/Kirche/Hubertusmesse.htm) mit einer positiven Antwort zu reagieren. Wir würden uns freuen! 

Mit freundlichen Grüßen 

Roland Dunkel

Schreiben ähnlichen Wortlauts erging an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, Freiburg

 

Leidiges Thema "Hubertusmesse"

Würzburger Bischof schweigt und schweigt

Nicht nur für die seufzende Kreatur ist die Kirche taub, nein auch für das Anliegen des Arbeitskreises ist das so. Zumindest sieht sich der Würzburger Bischof Dr. Friedhelm Hofmann nicht in der Lage, auf unsere Fragen zu antworten. Und das trotz zahlreicher Erinnerungsschreiben!

Im Zusammenhang mit der ins Gegenteil verkehrten Legende des Hl. Hubertus und den Gedanken Albert Schweitzers zu Gut und Böse, wollten wir lediglich wissen, was die Tiere verbrochen, womit sie sich schuldig gemacht haben.

Beim Herrn Algermissen, Bischof von Fulda, verhält es sich ähnlich. Entweder ist auch er überfordert, oder die Kirche ist für Fragen des Tierschutzes generell nicht in der Lage zu antworten. Egal, wir werden uns weiter um eine Stellungnahme bemühen. Aber vielleicht haben Sie ja mehr Glück. Hier die Anschrift des Würzburger Oberhirten: Dr. Friedhelm Hofmann, Domerschulstr. 2, 97070 Würzburg (über eine Kopie an unsere Anschrift würden wir uns freuen).

Möglicherweise warten Bischöfe und Kardinäle auch auf grundsätzliche Veränderungen in ihrer Kirche. Die freilich müssten von ganz oben herab kommen, also päpstlichen Ursprungs sein. Und genau darüber munkelt man schon in höchsten Kirchenkreisen. Denn je gebrechlicher Papst Johannes Paul II auf seinem Stuhl sitzt, desto kesser kreisen die Gedanken um  potenzielle Nachfolger. Die Nummer eins unter ihnen: Seine Eminenz, der 77-jährige erzkonservative Kurienkardinal Joseph Ratzinger! Aus unserer Sicht ist das alles andere als ein guter Gedanke, obwohl man ihn, den Vorsteher der Glaubenskongregation – hier ist er u.a. oberster Exkommunizierer und Teufelsaustreiber – schon im Vorhinein zum »Übergangspapst« zu degradieren versucht.

Mit Ratzinger an der Spitze der röm.-kath. Kirche würden Reformen weiter auf sich warten lassen. Und Antworten aus den Bischofsstädten Fulda und Würzburg auf unsere Fragen blieben wohl noch lange Zeit aus.

Roland Dunkel,  2005

 

Anmerkung im Febr. 2010:  Während sich Bischof Algermissen schließlich doch noch zu einer Antwort entschließen konnte, blieb diese vom Würzburger Bischof Hofmann bis heute aus!