Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Entenmast (Auszug aus "Aktuelle Probleme und Erfordernisse der Tierschutzpolitik" von Dr. E.Guhde)

Im Unterschied zur Hennen-Käfighaltung ist der Öffentlichkeit kaum bekannt, wie vergleichbar Enten (die Pekingente und die Moschusente, sog. »Flugente«) gehalten werden. Nicht weniger als 2 Millionen Enten werden in Deutschland in strukturlosen Ställen auf perforierten Böden zusammengepfercht meist zu Tausenden gehalten, ohne Tageslicht, Auslauf oder Badegelegenheit. Das artgemäße Seihen, Gründeln und Tauchen wird völlig verhindert. Den Moschusenten werden ohne Betäubung die Oberschnäbel amputiert, ebenso die Krallen an den Paddeln. Die Drahtgitterböden sind durch die Exkremente verdreckt und glitschig. Problem, dass es keine HaltungsVO für Enten gibt, nur eine Empfehlung des Europarats, die aber nirgendwo eingehalten wird.

Puten

Insbesondere die einseitige Zucht auf Brustmuskulatur führt zu tierschutzwidrigen Zuständen. Die Tiere sind dann zu schwer, und durch das häufige Liegen kommt es oft zu Brustblasen, die sich in feuchter Einstreu entzünden. Dazu kommt ein u.a. durch die hohe Besatzdichte ausgelöstes aggressives Verhalten. Die Bundesregierung hat noch immer keine PutenhaltungsVO erlassen, keinerlei detaillierte Anforderungen an die Putenmast. Artgerechte Haltung mit Beschäftigungsmöglichkeiten im Stall, Verringerung der Besatzdichte, Verbesserung der Belüftung, Verwendung ausschließlich trockener Einstreu, Auslauf im Freien und Verbot des Schnabelkürzens wären darin zu gewährleisten. Der Ausgang der Beratungen im Bundesrat zu einem Vorschriften-Entwurf verbesserter Haltebedingungen ist zur Zeit ungewiss. Angesichts von sieben Millionen Puten bundesweit, die auf unerträgliche Weise chronisch krank dahinvegetieren müssen, ist jede weitere Verzögerung unentschuldbar. (=> PAKT, »Putenmast mit Tier- und Verbraucherschutz unvereinbar«)

Masthühner

Die ausschließlich wegen  ihres Fleisches gehaltenen Masthühner sind mit 5,2 Milliarden Tieren jährlich in der EU die größte Gruppe der landwirtschaftlichen »Nutztiere«. Die Zucht auf hohe und schnelle Mastleistung und den unphysiologisch großen Brustmuskel hat zu einer Verlagerung des Körperschwerpunktes geführt mit der Folge, dass auf den Beinen und Hüften der Tiere erheblicher Druck und Spannung lasten. Auch Herz und Lunge können mit dem unnatürlich beschleunigten Wachstum nicht mithalten. 30 % der Masthühner humpeln, lahmen oder können sich aufgrund der Schmerzen nicht mehr fortbewegen. Die Mortalität dieser Hochleistungshühner ist viermal so hoch wie die der langsam wachsenden Masthühner. Dazu kommt die tierquälerische Haltung in strukturlosen Hallen zum Teil ohne Tageslicht – 22 Tiere auf einem qm zusammengepfercht mit der Folge weiterer schmerzhafter Erkrankungen.

Der seit Juni 2005 vorliegende Entwurf der EU-Kommission für eine Richtlinie zur Haltung von Masthühnern steht im krassen Widerspruch zu einem von ihr selbst in Auftrag gegebenen Gutachten und verfehlt Verbesserungen für die »Broiler«. Er lässt eine Erhöhung der maximalen Besatzdichte bis zu 38 kg pro qm zu, wenn gewisse klimatische Rahmenbedingungen in den Stallungen vorhanden sind. Da diese Bedingungen jedoch in den meisten deutschen Mastbetrieben Standard sind, würde sich bei einer 1:1-Umsetzung der Richtlinie nichts verbessern.
Da hierzulande eine Besatzdichte von 35 kg üblich ist, würde es den über 350 Millionen Masthühnern, die jährlich in Deutschland gemästet und geschlachtet werden, noch schlechter gehen.

 

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