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Augenzeugenbericht: Kurban Bayrami, Islamisches Schlachtfest in
der Hammel-Schlächterei bei Ludwigshafen (Autor Claudia Schäfer,
Tierschutzverein Ludwigshafen und Umgebung e.V.)
Rund um das Anwesen Verkehrschaos: parkende Autos, in deren Kofferraum
große Plastiksäcke eingeladen werden. Leichensäcke. Im Hof Menschen in freudiger
Erwartung, ein Verkaufsstand mit Fladenbrot.
Ein großes Holztor zum Innenhof, wo die Schlachttiere darauf warten,
dass sie ausgesucht werden.
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An der
Kasse wird bezahlt, man erhält einen Abschnitt mit einer
Nummer, die in Abständen aufgerufen werden. (Kurz nach
zwölf Uhr ist man schon bei Nummer Einundneunzig). Dann
bekommt man einen schmutzigen Strick in die Hand
gedrückt und wird durch das Tor in den Innenhof
gelassen. Unter einem Vordach und weiter hinten, zum
Teil noch im Transportfahrzeug, sind Rinder angebunden
und warten auf ihr Schicksal. In einem Kleinlaster ein
ausgesondertes, krankes Schaf. Hinter dem Gebäude in
einem Pferch 20 bis 30 Schafe. In einem abgetrennten
Gatter noch einmal so viel. Die sind für morgen. Viele
Schafe husten, haben wohl Lungenwürmer. Die Hufe sind
teilweise deformiert.
Auf
dem Boden verdrecktes Stroh, das mit tierischen
Exkrementen vollgesogen ist. An manchen Stellen steht
die Brühe einige Zentimeter hoch. Dafür haben die Schafe
kein Wasser mehr in den Trögen. Eine Amtstierärztin
füllt nach. "Ist eigentlich nicht meine Aufgabe. Aber
sonst fühlt sich niemand für die Tiere verantwortlich.
Müssen eh sterben." Jeder Käufer sucht sich selbst ein
Tier heraus. Einer bindet das Schaf an Vorder- und
Hinterbein zusammen. Das ist nicht erlaubt. Der Strick
muss um den Hals gelegt werden, zum Führen, ohne dem
Tier weh zu tun oder es zu strangulieren. |
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Amtsveterinärin schreitet ein.
Käufer ist uneinsichtig, will sich von (deutscher) Frau nur ungern belehren
lassen. Jeder muss sich mit seinem Schaf anstellen und darauf warten, dass sein
Tier geschlachtet wird. So steht man vielleicht eine halbe Stunde, das Schaf
zwischen den Knien. Am anderen Ende der Schlange beginnt das blutige Handwerk.
Das Tier wird auf eine Art Bettgestell aus Metall gezerrt und festgehalten.
Helle Panik tritt in seine Augen. Eine
angstfreie Tötung gibt es auf der ganzen Welt nicht. Ein Mitarbeiter schreit den
Namen Allahs in einer Gebetsformel und greift zur Betäubungszange, die an einem
Gerät, das aussieht wie eine Autobatterie, befestigt ist. Hoffentlich ist der
Stecker auch drin. Mehr oder weniger fachgerecht presst er dem Tier die Zange an
die Schläfen und jagt einen kurzem Stromstoß (sind es jedesmal die
vorgeschriebenen zwei Sekunden?), der es betäuben soll durch den Kopf. Ein
anderer Mitarbeiter reißt den Kopf des Schafes nach hinten, sucht im dichten
Fell des Halses nach der richtigen Stelle und zieht mit mehreren Schnitten ein
Messer durch die Kehle. Grellrotes, pulsierendes Blut spritzt in eine vor dem
Gestell stehende Wanne. Das Tier keilt mit den Hinterbeinen aus. Wenn es
ausgeblutet ist, wird es daneben geworfen zur Weiterverarbeitung.
Die anderen Schafe, die noch
nicht an der Reihe sind, liegen seitlich davon und dürfen zuschauen. Eine
"Aufsichtsperson" des Veterinäramtes steht hoheitsvoll in der Mitte des
Geschehens, ein belegtes Brötchen in der Hand, und spritzt seelenruhig das Blut
weg, das aus der Wanne geschwappt ist. Menschen drängen sich vor und stehen sich
gegenseitig im Weg, um den besten Blick auf das Gemetzel zu ergattern.
Volksfeststimmung.. Unbeschreiblich viele Männer, Frauen und Kinder, die bei dem
makabren Schauspiel begeistert zusehen. Dazwischen schwer beschäftigte
Schlachter und Mitarbeiter der Fleischbeschau. Der Boden ist mit blutiger Brühe
bedeckt. Es riecht seltsam, ekelerregend. An einem Gestell hängen Schafskadaver,
Männer sind beim Ausweiden. Daneben eine Stellage, auf dem den toten Schafen
vorher das Fell abgezogen wird. Rechts davon Wannen mit "Kleinteilen", tote
Tiere werden im Akkord zerlegt. Ein abgetrennter Schafsfuß liegt herum, Menschen
laufen darüber hinweg. Stimmengewirr, Hektik, fließbandartiger Betrieb.
Eines der an der Decke
angebrachten Gestelle mit den Schafskadavern ist kurz vorher heruntergefallen
und hat einen Arbeiter verletzt. Egal. Es wird weitergearbeitet. Auch der leicht
verletzte Auch weiter hinten in anderen "Fleischverarbeitungsräumen" zerteilen
Menschen große Tierkadaver in Portionen. An der Decke hängt ein ausgeweidetes,
abgezogenes Rind. Ein weiteres Rind wird gerade enthäutet. Auf dem Boden liegt
ein abgetrennter Kuhkopf, die Zunge hängt heraus. Innereien landen in großen
Mülltonnen und werden weggerollt, nach draußen, damit auch die Anwohner etwas
von dem Gestank haben. Die Rinder werden, nachdem sie von ihren "Käufern"
ausgesucht wurden, in einen sogenannten Umlegeapparat getrieben. Er sieht aus
wie eine überdimensionale längliche Trommel mit einer Öffnung an der Stirnseite,
durch die der Kopf (mit unbeschreiblich angstvoll aufgerissenen Augen) schaut.
Wird das Tier innen irgendwie befestigt ? Hoffentlich. Dann wird der Apparat um
seine eigene Achse gedreht, bis das Rind auf dem Rücken liegt, der Kopf wird mit
einer Klammer nach unten gedrückt und gibt die Kehle frei. In den Augen ist
jetzt fast nur noch das Weiße zu sehen. Wieder kommt eine Betäubungszange zum
Einsatz.
Einer der Abschlachter hält eine Plastikplane vor den Kopf des Tieres, bevor der
Schnitt gesetzt wird. Wohl weniger aus Pietätsgründen, als aus Gründen der zu
erwartenden Blutfontänen. Nach mehreren Schnitten fällt der Kopf des Rindes nach
hinten, hängt nur noch am Rückgrat. Rote Sturzbäche schießen aus dem Innern des
Tieres und ergießen sich in eine Wanne und überall sonst hin, Luft entströmt
stoßweise dem zuckenden Körper. Grausige Töne, wie ein lautes Aufstöhnen, so als
ob das Tier noch versucht zu schreien. Ob das möglich ist? Es dauert sehr lange,
bis es ausgeblutet ist. Inzwischen wird die Plane wieder weggelegt, jeder hat
freien Blick auf den weit aufklaffenden Hals und die durchtrennten Organe. Wie
lange mag das Tier brauchen, bis es hirntot und wirklich absolut
schmerzunempfindlich ist?
Eine Junge Türkin filmt begeistert mit einer kleinen Videokamera. Niemand nimmt
Anstoß daran, also beginne auch ich mit der Dokumentation des Grauens.
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