Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Weihnachtszeit und Bettelzirkusse - das Geschäft mit dem Mitleid        

 

Jedes Jahr das gleiche Trauerspiel: Nun stehen sie wieder in den Fußgängerzonen der Städte und halten den Vorübergehenden mitleidheischend eine klappernde Sammelbüchse entgegen  - Angehörige der angeblich so urplötzlich in Not geratenen Kleinzirkusse. Dabei immer ein geduldiges Pony oder anderes Tier, dessen Anblick tierliebende Passanten bewegen soll, in den Geldbeutel zu greifen. Mit großer Skepsis ist dieser Bettelei zu begegnen.

Im Sommer rollen die altersschwachen Zirkuswagen über die heiße, staubige Landstraße und die Tiere schmoren in der Hitze der kleinen Transportbehältnisse - an kalten, nassen Tagen sind sie Kälte und Zugluft ausgesetzt.

Am Liegeplatz angekommen, müssen einige der Tiere die ihnen oft mit Gewalt eingebleuten Kunststücke vorführen. Andere kommen nie aus ihren winzigen Käfigen. Sie fristen dort lebenslang ihr kümmerliches, elendes Dasein  - bis ein gnädiger Tod sie von ihrem Martyrium erlöst.

"Im Winter erholen sich die Tiere", wird dann von dem fahrenden Volk behauptet. "Erholen" heißt, Tiere, die vielfach aus anderen Klimazonen stammen, werden winters in zugigen und kalten Scheunen, zerfallenen Fabrikgebäuden untergebracht und sind schwersten Leiden ausgesetzt. Nur selten wird bekannt, wieviele von ihnen wegen unzulänglicher Unterbringung und Versorgung sterben. Vielfach werden die Schausteller aus Mitleid mit den Tieren von gutherzigen Tierfreunden unterstützt. Und gerade darauf verlassen sich diese "Zirkusleute", die sich von einer Katastrophe zur anderen retten. Die Ergebnisse von Untersuchungen haben ergeben, dass das Geld - ca. 150 Euro (!) pro Sammelbüchse und Tag - vielfach nicht den Tieren zugute kommt, sondern zur Instandsetzung von Gerätschaften, zu Trinkgelagen, und sogar zur Neuanschaffung (!) von Tieren dient. Somit fördern gutmütige Tierfreunde durch ihre Geldspende gar die Tierquälereien und erhöhen unfreiwillig die Zahl der Opfer, anstatt Tieren zu helfen. Ernsthafte Tierfreunde sollten sich also hüten, auch nur einen Cent in Büchse der Bettelzirkusse zu werfen und spenden den "eingesparten Euro" besser einer Tierschutzorganisation ihres Vertrauens, die in begründetem Notfall auch den Zirkustieren gezielt mit einer Futterspende helfen wird. 

V. i.S.d.P. Ulrich Dittmann