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Bröckchengesellschaft
Vor kurzem telefonierte ich mit zwei von 50 international
hoch angesehenen Professoren der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung (DGE). Ich hatte Fragen zu den
„Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr“, 1.
Auflage. Das im Jahre 2000 erschienene Werk hat die ISBN
3-8295-7114-3, umfasst 240 Seiten und ist zum Preis von
14 EURO im Buchhandel erhältlich. Wenn Sie sich an die
dortigen Aussagen halten, werden Sie ziemlich alt.
Ich hatte nur einige Fragen zu meiner Ernährung und zu der
meines Hundes. Die Fragen zu meinem Hund konnten nicht
beantwortet werden, weil man dort nichts von
Tierernährung versteht – die Fragen zu meiner Ernährung
allerdings auch nicht.
Einfach Denkende vermuten, Universitäten seien Tempel der
Weisheit und des Wissens. Früher dachte ich ähnlich.
Universitäten sind Stätten der Forschung, der Lehre und
der Suche. Hat man etwas gefunden, freut man sich und
die Zeitungen schreiben darüber. Findet man nichts,
sucht man weiter, bis man etwas gefunden hat. Manchmal
findet man auch etwas, wonach man nicht gesucht hat.
Dann freuen sich alle, weil etwas Neues entdeckt wurde.
Nachdem meine präzisen Fragen von den beiden Wissenschaftlern
nicht beantwortet werden konnten, entschloss ich mich,
um das Gespräch einigermaßen harmonisch zu beenden, zu
einer einfachen Frage: Sie betraf die DGE-Empfehlung zur
gesunden Volksernährung „Five-a-day“, worunter man
folgendes versteht: Verteilung einer ausgewogenen
Ernährung auf fünf (five) Mahlzeiten am Tag (a-day) –
unter Verzehr von 650 Gramm Obst und Gemüse – die Hälfte
davon roh. Alberne Fragen , z.B. welche Mittagszeiten in
Universitäten üblich sind oder ob ich gerade beim Essen
störte, vermied ich. Nach heiterem Gesprächsverlauf
blieb für mich die betrübliche Feststellung: Mir
jedenfalls ist es unmöglich, die
DGE-Ernährungsempfehlungen mit allgemeingebräuchlichen
Vorstellungen eines geregelten Tagesablaufs zu
verbinden, ohne an die betriebs- und
volkswirtschaftlichen Folgen zu denken. Würden sich alle
Mensche „Five-a-day“ ernähren, wäre die Welt anders und
das Ende nah – ohne Autos, Joggingschuhe, Wäscheklammern
und vielem anderen mehr – besonders, wenn auch
diejenigen mit „Five-a-day“ anfingen, die bisher Ihren
Mitmenschen „Five-a-day“ ermöglichten. Alles Leben auf
diesem Planeten würde erlöschen, außer dem tierischen,
weil Tiere nicht lesen können – auch keine Empfehlungen
der DGE.
Für die etwas ausführliche Einführung bitte ich um
Verständnis. Menschliche und tierische Ernährung in
einem Text abzuhandeln, bedeutet die Vernetzung
komplexer Zusammenhänge, ohne die ein Gesamtverständnis
der Dinge unmöglich ist. Als Zwischenergebnis ist
deshalb festzuhalten: Die Versorgung des Organismus mit
allen essentiellen (lebenswichtigen) Nährstoffen ist
nicht nur äußerst kompliziert, sondern wird nie gänzlich
erforscht werden, weil jeder Mensch anders ist als der
andere und gleiches auf Nahrungsmittel zutrifft – selbst
auf Karotten. Wäre dem nicht so, der Welt ginge es
besser, z.B. mit „Trockenfutter“ für alle, plus Wasser,
ernährungsphysiologisch balanciert für Junge und Alte,
Große und Kleine, Dicke und Dünne, Gesunde und Kranke –
in geschmacklicher Vielfalt und in variablen Diäten. Ich
zum Beispiel bemerke, während ich dieses schreibe, ein
unsägliches Verlangen nach einem solchen: Jetzt, hier
und ganz für mich allein, farbenfroh verpackt und mit
der Aufschrift „Senior, große Rasse, hohe Aktivität
bei sitzender Tätigkeit – Geschmacksstoff Mirabelle“.
Daß dies ohne weiteres möglich ist, beweist die folgende,
wissenschaftlich korrekte Skala:
0-------------------------------------------------------50-----------------------------80-------------------100
0 Zuzuordnen sind alle reinen Pflanzenfresser =
Herbivore
50 Zuzuordnen sind Gemischtfresser
(Mensch/Schwein) = Mixtivore
80
Zuzuordnen sind Hunde = Faunavore (keine strikten)
100 Zuzuordnen sind Beutefresser = strikte
Faunavore, einschließlich Verzehr der Darm-
inhalte ihrer Beutetiere
(ernährungsphysiologisch wichtig!). Hierzu gehören z.B.
Katzen.
Sie erkennen: die Natur sorgt für alles; für den Rest sorgt
die Futtermittelindustrie. Bei den Herbivoren durch
Zusätze von Tiermehlen, mit bekannten Ärgernissen.
Menschen und Schweine kriegen Zunder aus allen Rohren.
Etwa 50% aller BRD-Hunde fressen industrielles
Alleinfutter, trocken oder naß, und nur bei Katzen endet
der Spaß ab einem bestimmten Punkt.
Ich denke so: wenn Hunde mit „Futterbröckchen“ und Wasser“ am
Leben zu erhalten sind – einfach, praktisch, sauber und
mit geringem Kotabsatz – gehören sie zu den
Privilegierten; ein Recht, welches auch mir zusteht.
Weil ich weder Lust noch Zeit habe, mein Dasein mit
unsinnigen Überlegungen zu belasten, was ich heute schon
wieder essen soll – und wo. Während meines Berufslebens
habe ich die feine Küche in allen Erdteilen kennen
gelernt. Aber auch das reicht irgendwann oder wird
langweilig. Deshalb fordere ich:
Futterbröckchen für alle – oder wenigstens für mich.
Für
Hunde gibt´s die schließlich auch!
Peter
Grunert 2002
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Alleinfutter - gibt es das?
"Kein
Industriefutter ist so optimal, daß es nicht doch auf
Dauer durch Einseitigkeit Erkrankungen auslösen kann
.... Industriefutter macht auf Dauer krank." Zu dieser
Feststellung kommt die Tierärztin und
Gesundheitsberaterin mit Schwerpunkt Ernährung Dr. med.
vet. Vera Biber in ihrem Buch über Verhaltensänderungen
durch Futterumstellung bei Hunden. Die namhafte
Futtermittelfirma "Solid Gold" wird in "TREFF", einem
Magazin für den zoologischen Fachhandel, noch konkreter:
"Wie viele Tierärzte und Heilpraktiker berichten, werden
Haustiere heute nicht nur durch Umwelteinflüsse
geschädigt, sondern in zunehmendem Maße auch durch die
Inhaltsstoffe in den Futtermitteln. Die darin
enthaltenen Konservierungsmittel, Zusatzstoffe und
chemischen Rückstände können mitverantwortlich dafür
sein, Krankheiten wie Tumore, Nieren- und Leberschäden,
Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat,
Fruchtbarkeitsstörungen und Allergien zu fördern oder
auszulösen." Klare Worte: Derartige Vorwürfe gegen
Futtermittel werfen die Frage nach dem in der
Futtermittelbranche verwendeten Begriff "Alleinfutter"
auf und daraus resultierend die Fragestellung, ob es
überhaupt Alleinfutter geben kann - mit allen
Konsequenzen für Tiergesundheit und Rechtsnormen.
Definitionen und Gesetzeslage
Um die
Fütterung der Tiere näher zu hinterfragen, bedarf es
klärender Definitionen. Diese werden im
Futtermittelrecht (Futtermittelgesetz und
Futtermittelverordnung) vorgegeben. Unter
"Futtermitteln" versteht man Stoffe, die einzeln oder in
Mischungen dazu bestimmt sind, an Tiere verfüttert zu
werden. "Alleinfutter" wird wie folgt definiert:
Mischfutter, die allein den Nahrungsbedarf der Tiere
decken. Neben dem Alleinfutter gibt es u. a.
"Ergänzungsfuttermittel". Darunter versteht man
Mischfutter, die ergänzend zu anderen Futtermitteln den
Nahrungsbedarf der Tiere decken.
Diese
Definitionen sind die Grundlage für rechtliche
Ausführungen zur Sicherheit der Tiergesundheit
hinsichtlich des Futters:
§ 1.1
Futtermittelverordnung: Im Sinne dieser Verordnung sind
Alleinfuttermittel Mischfuttermittel, die dazu bestimmt
sind, allein den Nahrungsbedarf der Tiere zu decken.
§ 1.2
Futtermittelgesetz: Zweck dieses Gesetzes ist es
sicherzustellen, daß durch Futtermittel die Gesundheit
von Tieren nicht beeinträchtig wird.
§ 1.3
Futtermittelgesetz: Zweck dieses Gesetzes ist es, vor
Täuschung im Verkehr mit Futtermitteln, Zusatzstoffen
und Vormischungen zu schützen.
§ 3.1b
Futtermittelgesetz: Es ist verboten, Futtermittel derart
herzustellen oder zu behandeln, daß sie bei
bestimmungsgemäßer und sachgerechter Verfütterung
geeignet sind, die Gesundheit von Tieren zu schädigen.
§ 3.2b
Futtermittelgesetz: Es ist verboten, Futtermittel in den
Verkehr zu bringen, wenn sie bei bestimmungsgemäßer und
sachgerechter Verfütterung geeignet sind, die Gesundheit
von Tieren zu schädigen.
§ 3.3b
Futtermittelgesetz: Es ist verboten, Futtermittel zu
verfüttern, die geeignet sind, die Gesundheit der Tiere
zu schädigen.
§ 2.1
Tierschutzgesetz: Wer ein Tier hält, betreut oder zu
betreuen hat, muß das Tier seiner Art und seinen
Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen
und verhaltensgerecht unterbringen.
Alleinfutter kann es nicht geben
Aus den
Futtermitteldefinitionen und den gesetzlichen
Bestimmungen ergeben sich nicht nur für die
Futtermittelhersteller und Tierbesitzer Konsequenzen,
sondern auch für den Gesetzgeber, sprich Staat oder
Staatengemeinschaften.
Für den
Halter und Züchter liegt die Situation klar auf der
Hand. Er ist das letzte Glied in der langen
Handlungskette und für alles verantwortlich hinsichtlich
der Gesundheit seines Tieres. Er muß entscheiden, welche
Nahrung einer artgerechten Tierernährung entspricht.
Dabei verläßt er sich natürlich auf die Aussagen der
Futtermittelindustrie. Diese bietet zu einem hohen Teil
Alleinfutter an. Da ein Alleinfutter laut Gesetzeslage
allein den Nahrungsbedarf der Tiere decken muß, fühlt
sich der Tierhalter auf der sicheren Seite. Doch die
Praxis sieht oft ganz anders aus.
Die
Geschäftsführung des Zentralverbandes Zoologischer
Fachbetriebe (ZZF) Deutschlands führt zu Alleinfutter
aus: "Ein Alleinfutter gemäß der futtermittelrechtlichen
Definition kann es nicht geben. Ein solches Futter müßte
alle Nähr- und Wirkstoffe in einem dem Bedarf des
jeweiligen Tiers entsprechenden Mengenverhältnis
enthalten .... In bezug auf die sonstigen Nähr- und
Wirkstoffe gibt es eine ständige Diskussion über den
tatsächlichen Bedarf. Diese Diskussion ist letztlich
sinnlos, da es zwar standardisiertes Futter, jedoch -
glücklicherweise - keine Standardkatze und keinen
Standardhund gibt."
Wenn der
ZZF aussagt, daß es kein Alleinfutter geben kann, stellt
sich die Frage, weshalb ein Großteil der Hunde und
Katzen, aber auch andere Heim- und Nutztiere mit diesem
Futter allein versorgt werden. Die Aussage des ZZF
bedeutet, daß gegen geltendes Recht verstoßen wird, weil
durch Alleinfutter die Gesundheit der Tiere nicht
garantiert werden kann.
Staatliche Daumenschrauben
Eine
besondere Brisanz birgt in diesem Zusammenhang die
Futtermittelverordnung bei Mischfuttermitteln für Hunde
und Katzen. Während generell kein Alleinfutter für Tiere
vorgeschrieben ist, gilt dies nicht für Hunde und
Katzen. Mischfutter für Hunde und Katzen müssen laut
Futtermittelverordnung als Alleinfutter deklariert
werden. Auch dazu äußert sich die Geschäftsführung des
Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe: "Das
Futtermittelrecht zwingt die Hersteller, denen dieses
Problem sehr wohl bewußt ist und die deshalb ja auch
Ergänzungsfuttermittel anbieten, den unzutreffenden
Begriff "Alleinfutter" für die vorgeschriebene
Deklaration zu benutzen. Man würde nicht nur unter
Tierschutzaspekten viel lieber einen Begriff verwenden,
der auf die Notwendigkeit zur Ergänzung deutlich
hinweist, beispielsweise den Begriff "Hauptfutter" ...
Wir haben es hier also wieder einmal mit einem Beispiel
für die relativ häufige Parallelität von Tierschutz und
Kommerz zu tun und müssen bedauernd zur Kenntnis nehmen,
daß rechtliche Bestimmungen im Wege stehen. Das
Futtermittelrecht beinhaltet insofern einen gravierenden
Widerspruch in sich selbst."Auf der Basis dieser Aussage
wird deutlich, daß Hersteller von Hunde- und
Katzenfutter staatlicherseits gezwungen werden, den
irreführenden Begriff "Alleinfutter" zu benutzen.
Ministerielle Klimmzüge
Was sagt
das zuständige Ministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft dazu? Aus dem zuständigen
Referat 324, "Tierernährung, Futtermittel", kommt
folgende Antwort: "... Es liegt in der Natur der Sache,
daß der Nahrungsbedarf der Tiere jeweils nur nach dem
aktuellen Stand der Wissenschaft beurteilt werden kann."
Diese
Erläuterung ist ein Eingeständnis, daß man trotz
Erkennens der Alleinfutterproblematik nichts zu
unternehmen gedenkt. Mit dem Ausdruck "aktueller Stand
der Wissenschaft" kann man alles und nichts zu jeder
Zeit rechtfertigen. "Aktueller Stand der Wissenschaft"
bedeutet, das Futter hinkt permanent hinter den neu
gewonnenen Erkenntnissen der Wissenschaft hinterher und
muß ständig nachgebessert werden. Gerade diese Tatsache
ist bereits Grund genug und Beweis, daß es Alleinfutter
nicht geben kann, weil es, wie der ZZF richtig
festgestellt hat und vom Ministerium bestätigt wird,
nicht in der Lage ist, den Bedarf der Tiere zu decken.
Was ist ein Alleinfutter wert, das vor 20 Jahren als das
Nonplusultra
dargestellt wurde, aber heute nicht mehr existiert, weil
es den neuen Erkenntnissen der Wissenschaft nicht
entspricht? Selbst ein Marktführer bestätigt zu
Alleinfuttermitteln noch erheblichen Forschungsbedarf.
Besteht hier nicht akuter Handlungsbedarf für den Staat,
Alleinfutter aus dem Gesetz zu streichen, um die
Tiergesundheit durch Mischfutter, das durch weitere
Futterkomponenten ergänzt wird, sicherzustellen?
Kein
Alleinfutter für Menschen möglich
Wenn
Alleinfutter auch nur einen einzigen Stoff nicht
enthält, der notwendig ist, um die Gesundheit der Tiere
zu garantieren, kann es kein Alleinfutter sein. Mehr
noch: Alle Stoffe, die lebenswichtig sind und die
Lebensqualität des Tieres in jedem unterschiedlichen
Alter und in jedem Verwendungszweck garantieren, müssen
in der richtigen Menge vorhanden sein, weil ansonsten u.
a. ein Verstoß gegen § 1.2 Futtermittelgesetz vorliegt.
Ein Futter, das nicht hält, was es vorgibt, ist eine
Irreführung, und Irreführung ist eine Täuschung des
Verbrauchers. Verbrauchertäuschung verbietet das Gesetz.
Ein Beispiel in diesem Zusammenhang: Die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat hinsichtlich der
Ernährungsbedarfsnormen Richtlinienkompetenz. Diese
Gesellschaft erweckt zuweilen den Eindruck, daß sie dem
aktuellen Stand der Wissenschaft hinterherhinkt. Umso
brisanter wird deren Aussage zu einer Anfrage zu "Alleinfutter-Pellets
für Menschen". Die DGE sagt zu Recht, daß es
Alleinfutter-Pellets für Menschen nicht geben kann, weil
darin u. a. die für ein langes und gesundes Leben
notwendigen sekundären Pflanzenstoffe fehlen. Daraus
wird ersichtlich, daß eine ganze Gruppe an wesentlichen
Stoffen im Alleinfutter nicht enthalten ist. Um bei
Tieren von Alleinfutter zu sprechen, müßten die
Futterherstellung und die Kenntnisse über die
Bedarfswerte im Tiersektor besser sein als im
menschlichen Bereich. Das ist nicht der Fall.
Hochwertiges Futter ohne Menadion
Bei den
Vitaminen und Mineralstoffen weiß man für viele
Tierarten nicht, wie ihr Bedarf ist, man weiß dieses
noch nicht einmal gesichert beim bestens untersuchten
Säuger der Welt, dem Menschen.
Anscheinend hat man beim Tierfutter jedoch erkannt, daß
es zu wenige natürliche Stoffe enthält, um ständig
vorkommende Blutungen im Körper zu unterbinden. In der
Natur sichert den Blutungsstop das Vitamin K1. Statt
eines Vitamin-K1-Zusatzes oder vitaminK1-reicher
Ausgangsstoffe mischt man Menadion, ein Laborprodukt,
das es in der Natur nicht gibt, ins Futter, um die
Blutgerinnung sicherzustellen. Dieser Zusatz ist
billiger als Vitamin K1, hat aber toxische
Nebenwirkungen, die bei Menschenbabies zu Dauerschäden
und Todesfällen führten.
Zudem
erfüllt Vitamin K1 im Organismus zahlreiche
Stoffwechselfunktionen, die Menadion nicht erfüllt.
Durch die Beigabe von Menadion gesteht der entsprechende
Futtermittelhersteller ein, daß der Vitamin K-Gehalt des
Futters nicht so ist, wie er sein müßte.
Es stellt
sich deshalb die berechtigte Frage, ob ein solches
Futter artgerecht ist. Des weiteren bestätigen
wissenschaftliche Erkenntnisse, daß Menadion Schäden
verursacht. Solche Stoffe sind laut Futtermittelgesetz
nicht zulässig!
Ein
hochwertiges Futter kommt ohne Menadion aus, schreibt
die "Hundezeitung" in ihrem Artikel "Futter-Wahrheiten
und neue Studie" und weist zugleich darauf hin, daß
bestimmte Fertigfuttersorten sogar eine Magendrehung
verursachen können.
Die
Mitteilung erlaubt den Schluß, daß alle Futterstoffe mit
Menadion nicht hochwertig sind und man mit der Zugabe
oder Nichtzugabe dieses Zusatzstoffes einen
entsprechenden Indikator für die qualitative
Werteinstufung des Futters zur Hand hat!
Nicht
zuletzt bekommt die Menadionproblematik besondere
Brisanz im menschlichen Ernährungssektor, weil Nutztiere
Menadion im Fleisch ablagern, ebenso in Eiern und Milch.
Dadurch fließt in den menschlichen Ernährungskreislauf
Menadion ein. Hier ist Menadion jedoch nicht zugelassen,
de facto verboten.
Das
Futtermittelgesetz schreibt dazu unter § 3.1a: Es ist
verboten, Futtermittel derart herzustellen oder zu
behandeln, daß sie bei bestimmungsgemäßer und
sachgerechter Verfütterung geeignet sind, die Qualität
der von Nutztieren gewonnenen Erzeugnisse, insbesondere
im Hinblick auf ihre Unbedenklichkeit für die
menschliche Gesundheit, zu beeinträchtigen. Das
zuständige Bundesministerium schweigt inhaltlich zu
dieser Thematik auf der Abteilungsebene
"Lebensmittelsicherheit" beharrlich!
Daß nicht
nur Vitamin K1 im Futter fehlt, zeigt die Palette an
extern zugeführten Vitaminen. Dieses verwundert nicht,
wenn man bedenkt, daß z. B. Hundefutter im
Verarbeitungszyklus bis zu 250 Grad Celsius, und das
phasenweise für längere Zeit, ausgesetzt wird, wie die
bereits zitierte Dr. Biber ausführt. Der Mensch stirbt
bei 42 Grad Celsius Fieber, weil sich hier
temperatursensible Proteinstrukturen in jeglicher
Richtung auflösen. Wie wertvoll oder wertlos
entsprechend hoch erhitztes Futter ist, kann sich jeder
selbst ausrechnen und sich die Frage stellen: Kann es
Alleinfutter geben, das den Bedarf eines Tieres komplett
sicherstellt?
Aminosäuren-Problematik
Interessant ist auch die Aminosäurenzusammensetzung des
Futters. Aminosäuren, die Bausteine der Eiweiße, kommen
in zwei chemischen Formen vor, der L- und der D-Form. In
tierischen Geweben liegen die Aminosäuren in der L-Form
vor. Künstlich gewonnene Aminosäuren sind in einer D-
oder bestenfalls DL-Form vorhanden. Fütterungstechnisch
stellt sich die Frage, inwieweit der lebende Organismus
D-Formen nutzen kann.
Bei
Geflügel liegen entsprechende Untersuchungen vor. Einige
D-Formen können nur sehr gering genutzt werden. Bei
anderen ist die Verwertbarkeit leicht bis bedeutend
besser, sie erreichen aber häufig nicht die
Wirkungsweise der natürlichen L-Formen. Die geringe
Wirkung ist besonders bei der Aminosäure Lysin
gravierend, weil diese Aminosäure limitierend im Futter
des Geflügels wirkt.
Futtermittel, die eines Aminosäurezusatzes bedürfen,
zeigen, daß sie Defizite haben und nicht dem
Alleinfutteranspruch entsprechen, sondern künstlich
nachgebessert werden müssen - und das zuweilen mit
minderwertigeren Produkten im Vergleich zu den
natürlichen.
Bei
Hunden kommt hinzu, daß ihre natürliche Fleischnahrung
oftmals durch große (billigere) Anteile an Getreide und
anderen pflanzlichen Produkten ersetzt wird, wobei ein
Wolf, dessen Verdauungssystem der Hund heute noch hat,
kein Getreide frißt, bestenfalls Beeren. Durch hohe
Getreidegaben kann es laut der bereits zitierten Autorin
Dr. Biber zu Ungleichgewichten in der Verdauung kommen.
Ist
solches Futter artgerecht? Wohl kaum, denn Futter, das
verdauungsmäßige Ungleichgewichte nach sich zieht,
erfüllt nicht das Kriterium, die Gesundheit des Tieres
nicht zu beeinträchtigen.
Tierschutz und Futtermittelbranche
Der
deutsche Tierschutzbund führt an, daß 1998 von der
Stiftung Warentest durchgeführte Prüfungen von
Alleinfuttermitteln für Hunde ein zufriedenstellendes
Ergebnis brachten und nur ein Futter mangelhaft war. Zu
beachten ist, daß bei solchen Tests nicht das
Alleinfutter als solches hinterfragt wird, sondern nur
die Inhaltsstoffe hinsichtlich der Deklarierung etc..
Das Ergebnis war laut Tierschutzbund nicht "sehr gut"
oder "gut", sondern nur "zufriedenstellend". Das sagt
bereits einiges.
Einiges
sagt auch, daß Tierschutzvereine, die Hunde vermitteln,
von der Futtermittelindustrie sogenannte Startsets
bekommen, die an Hundehalter, die ein Tier aus dem
Tierheim übernehmen, weitergegeben werden und so den
Eindruck erzeugen, eine artgerechte Fütterung zu bieten.
Tierheime bekommen auch Autos von der
Futtermittelindustrie geschenkt, damit sie ihrer
öffentlichkeitswirksamen Arbeit besser nachkommen
können.
Bundesministerin Künast dankt für einen derartigen
verantwortungsbewußten Einsatz im Tierschutz und für die
Sicherstellung der Tiergesundheit. Ob Frau
Bundesministerin Pressemeldungen über Tierversuche bei
Futtermittelherstellern gelesen hat, die jegliche
moralische Verpflichtung dem Mitlebewesen Tier gegenüber
vermissen lassen, ist nicht bekannt.
Tierärztliche Hilfestellung zuweilen unbrauchbar
Den
Defiziten im Alleinfutterbereich kann schon aufgrund der
wenigen aufgeführten Beispiele sicherlich nicht
argumentativ widersprochen werden. Die Tierärzteschaft
müßte deshalb eigentlich Sturm gegen das Alleinfutter
laufen. Ihr oberstes Ziel müßte es sein, die Gesundheit
der Tiere zu gewährleisten, auch wenn böse Zungen
sicherlich ungerechtfertigt behaupten, daß sie nur ein
Interesse am Geschäft mit kranken Tieren hat.
Angesprochen auf Alleinfutterprobleme bei Hunden stellt
der Bundesverband Praktischer Tierärzte zu Alleinfutter
fest: "Grundsätzlich könnte es auch für Menschen ein
Alleinfutter geben, mit dem man sich ernähren könnte,
wäre da nicht der Wunsch nach unterschiedlichem
Geschmack, appetitlichem Aussehen, verschiedener
Konsistenz etc.. Schauen Sie sich doch einmal die
Babynahrung an. Bei dieser handelt es sich um nichts
anderes als um ein Alleinfutter."
Daß
Preßfutter als Alleinnahrung für Menschen nicht möglich
ist, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bereits
dargelegt. Auch ein angefragter Babykosthersteller weist
derartige Unterstellungen von sich. So schreibt Hipp:
"Um eine sinnvolle gemischte Ernährung zu gewährleisten,
sollten die Produkte sinnvoll kombiniert werden." Hipp
hat dazu extra einen Ernährungsplan entwickelt.
Somit
hinken die tierärztlichen Aussagen zu Alleinfutter und
Babynahrung nicht nur gewaltig, sondern verraten auch
noch große Wissensmängel. Da sind tierärztliche
Universitäten schon effektiver: Zu einem allein zu
verabreichenden Papageien-Handaufzuchtsfutter
amerikanischen Ursprungs schreibt die Tierärztliche
Hochschule Hannover: "Die Rohnährstoffgehalte sowie die
Mengenelementgehalte entsprechen den üblichen
Empfehlungen für Alleinfutter für wachsende
Hühnerküken." Weiter ist bekannt, daß es auch für die
Vitamine bei Papageien keine Bedarfswerte, sondern nur
Empfehlungen und Schätzwerte gibt.
Deshalb
wundert es nicht mehr, daß eine frühere Dozentin des
tierärztlichen Instituts der Universität München zu der
Feststellung kommt, daß bei verschiedenen Züchtern, die
dieses Handaufzuchtfutter aus verschiedenen Chargen
verfütterten, Todesfälle bei Tieren auftraten. Bei
Untersuchungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover
bei Wellensittichen führte entsprechendes Futter zu
Todesfällen, nicht aber bei anders gefütterten
Kontrollgruppen. Hier stellt sich die Frage , was ein
Alleinfutter wert ist, wenn es als Alleinfutter für
bestimmte Tiere ausgewiesen wird, obwohl der Bedarf
dieser Tiere nicht bekannt ist, sondern lediglich
geschätzt wird?
Wie ist
ein solches Futter aus futtermittelrechtlicher Sicht zu
bewerten, wonach Futter die Gesundheit von Tieren nicht
beeinträchtigen darf? Zu Ziervögeln schreibt Dr.
Kummmerfeld (Tierärztliche Hochschule Hannover) im "Buch
vom Tierschutz": "Die aus der Nutz- und Masttierhaltung
übernommene Pelletfütterung ist daher weder tier- noch
verhaltensgerecht." Pellettfütterung wird jedoch bei
Papageien und anderen Heimtieren praktiziert!
Zahnschäden sind akut
Katzen
würden eine bestimmte Futtermarke kaufen. Das ist ein
gängiger Slogan in der Werbung für Katzenfutter. Das
Unternehmen behauptet, daß 75 Prozent bei einer
Befragung auf das per Slogan beworbene Bio-Futter
zurückgreifen würden. Diese Absichtserklärung ist zwar
nicht gleichzusetzen mit dem Kauf eines Fertigfutters,
aber man kann davon ausgehen, daß die Befragten
Fertigfutter verfüttern, sonst wären sie ja nicht
bereit, auf das beworbene Produkt umzusteigen.
Interessant dazu ist die Mitteilung eines
Futtermittelherstellers im Zoofachhandel-Magazin
"TREFF". Die Firma führt aus: "Aktuellen Untersuchungen
zufolge leiden zirka 75 % aller Katzen, die älter als
drei Jahre sind, unter Erkrankungen des Gebisses." Um
dem entgegenzuwirken, wird ein spezielles Futter mit
integrierter Zahnpflege vorgestellt. Ein logischer
Rückschluß wäre, daß mit Alleinfutter ernährte Katzen
Zahnprobleme bekommen.
Wenn dem
so ist, und 75 % sind eine nicht weg zu debattierende
Menge, bedeutete dieses, daß Alleinfutter die Gesundheit
der Katzen beeinträchtigt. Das wäre laut Gesetz
verboten. Auch Hunde wurden nicht vergessen, nur daß
dort 85 % laut einem Untersuchunggsergebnis an
Zahnproblemen leiden. Passend dazu führt die Tierärztin
und Gesundheitsexpertin Dr. Biber aus: "Die Firmen
versprechen sich weitere
große
Wachstumschancen durch Diätfutter und Functional Food,
d. h. allerlei Zusatzpräparate, mit denen die Schäden
der Industrienahrung wieder behoben werden sollen."
Inzwischen laufen bereits Informationsaktionen, daß es
wegen des wachsenden Gesundheitsbewußtseins Futtermittel
mit 95 % Inhalt aus biologischer Landwirtschaft gibt,
das als besonders hochwertig eingestuft wird. Dies
erlaubt den Rückschluß, daß konventionelles Fertigfutter
für Halter mit geringerem Gesundheitsbewußtsein ist und
nicht als besonders hochwertig eingestuft wird.
Bestimmte Futtermittelhersteller empfehlen, obwohl
bekannt ist, daß abwechslungsreich gefüttert werden
sollte, ausschließlich ihre Produkte zu verfüttern und
konsequent bei Alleinfutter zu bleiben. Zugleich schüren
sie Ängste, warnen vor sonstigem "Zufüttern" und
verweisen auf "Rationsberechnungen", für die ein
"Hochschulstudium" nötig sei.
Man fragt
sich angesichts solcher Panikmache, wie es Haushunden
und anderen Haustieren möglich war, Jahrtausende ohne
Industriefutter zu überleben. Dazu paßt bestens die
Aussage des Generalimporteurs eines bekannten
Futtermittelherstellers in "WUFF - Das Hundemagazin":
"Dennoch ist es Tatsache, daß heute immer mehr Hunde
Probleme mit der Verdauung haben, unter Allergien leiden
(fast die Hälfte aller beim Tierarzt vorgestellten
Hunde) und Probleme mit den Gelenken oft zu großen
Schmerzen führen ...".
Alleinfutter kann nicht genügen
Der
Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen
Tierschutzbundes bringt es durch Frau Dr. Sabine Gosch
auf den Punkt: "Der Deutsche Tierschutzbund und ebenso
die Tierärzteschaft raten allen Tierbesitzern, ihren
Hunden, Katzen und Heimtieren nicht ausschließlich
Alleinfutter zu verabreichen, sondern abwechslungsreich
zu füttern .... Sicherlich gibt es schwarze Schafe unter
den Futtermittelherstellern, die eine ausschließliche
Fütterung ihres Alleinfutters empfehlen, aber ein dazu
befragter Tierarzt wird dies sicher richtig stellen."
Wenn ein
Alleinfutter aus unterschiedlichsten Gründen nicht den
futtermittelrechtlichen Vorgaben entspricht, ist es kein
"Alleinfutter". Schon der Hinweis, daß Alleinfutter
immer nur nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft
beurteilt werden kann, bedeutet, daß es unmöglich ist,
ein Alleinfutter herzustellen, weil sich die
Wissenschaft ständig weiterentwickelt und das heutige
Alleinfutter morgen keines mehr ist. Zudem liegen für
verschiedene Inhaltsstoffe oftmals keine Bedarfswerte,
sondern nur Schätzwerte oder Empfehlungen vor. Aus
diesem Grund kann es nur eine einzige Konsequenz geben:
Der Begriff Alleinfutter ist aus der Gesetzgebung zu
streichen und durch Misch- bzw. Ergänzungsfutter zu
ersetzen, damit für alle Haus- und Heimtiere eine
abwechslungsreiche Kost gefüttert werden kann und durch
den Begriff Alleinfutter beim Verbraucher nicht der
irreführende Eindruck entsteht, diese Futtermittel
würden den Nähr- und Wirkungsbedarf eines Tieres allein
decken. Schon die wenigen angeführten Beispiele zeigen,
daß dies nicht der Fall ist. Futtermittel, die
Verbraucher täuschen und Tiere schädigen können, weil
sie gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen,
dürfen weder hergestellt noch verkauft werden. Der
momentane Wissensstand läßt nur eine einzige Konsequenz
zu: Verbot von "Alleinfuttermitteln“. Zuständig
hierfür ist das Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft.
Michael von Lüttwitz und Peter Grunert
Geflügel-Börse 22/2003
D i c k u n d d ü n n (I)
Dass der Nahrungsbrei im
Dünndarm dünnflüssig ist, wissen Sie. Dass dort – und
nur dort – die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen
werden und in die Blutbahn gelangen, wissen Sie auch.
Bei Ihrem Hund ist das genauso.
Durch wellenförmige
Bewegung der Därme gelangt der Nahrungsbrei Richtung
Körperausgang. Eine andere Richtung ist nicht
vorgesehen, auch nicht bei Ihrem Hund. Auf diese Weise
kommt der Nahrungsbrei vom Dünndarm in den Dickdarm.
Dort wird der Nahrungsbrei eingedickt. Dies geschieht
dadurch, dass dem Nahrungsbrei im Dickdarm Flüssigkeit
und Elektrolyte entzogen werden – sonst nichts! Dafür
sorgt die Dickdarmschranke. Bevor die Flüssigkeit in den
Körper zurück darf, wird sie gereinigt. Dies erfolgt in
einem Membransystem, ähnlich wie in einer Kläranlage.
Was im Dickdarm verbleibt, verlässt den Körper hinten.
Futtermittelhersteller
und ihre wissenschaftlichen Berater auf Hochschulen
sehen das gelegentlich anders. Beharrlich vertreten
einige darunter die Ansicht, im Dickdarm bakteriell
gebildete Menachinone (= Vitamin K2) würden nützen, weil
sie aus dem Dickdarm resorbiert würden. Auf diesen
Irrglauben angesprochen schweigt man und verweigert den
Dialog. Auch Humanmediziner schweigen; besonders die,
die nicht wissen, was sie wissen sollten und was
Darmspezialisten schon seit langem wissen: Aus dem
Dickdarm werden keine Vitamine resorbiert: weder
beim Menschen noch beim Hund!
Wenn Ärzte wichtige
Körpervorgänge nicht kennen oder die Behandlung ihrer
Patienten aufgrund falscher Annahmen von Körpervorgängen
vornehmen, können sie ihren Patienten ernsthaft schaden
– auch Hunden.
Wenn von Fachleuten auf
Hochschulen beratene Futtermittelhersteller solche Dinge
nicht wissen, fließt Unkenntnis in die dortigen Produkte
ein. Verkauft man diese trotzdem als gesund, täuscht man
Menschen und Hunde.
Peter Grunert 2004
_______________
D i c k u n d d ü n n (II)
Der anliegende Artikel
ist ziemlich unsinnig. Zum einen wird natürlich im
Dickdarm vieles resorbiert (Medikamente werden ja auch
per Zäpfchen verabreicht!), zum anderen tritt Vitamin
K-Mangel beim Hund nur in zwei Situationen auf: 1. Nach
der Aufnahme von Rattengift, das eine Substanz enthält,
die Vitamin K inaktiviert und 2. nach extrem langer
antibiotischer Behandlung mit bestimmten Antibiotika.
Die Folge sind dann Blutungen, da Vitamin K für die
Blutgerinnung gebraucht wird. Ich frage mich, was der
Autor zu verkaufen hat, wenn er solche Panik verbreitet,
hinter solchen Artikeln stecken i.d.R. kommerzielle
Interessen.
Mit
freundlichen Grüßen
Ludwig-Maximilians-Universität
Prof. Dr. Ellen Kienzle München.
Datiert: 13. 11.
2006
Für diese Aussagen
gegenüber einer Tierhalterin gibt es mehrere
Erklärungen:
1. Die Professorin hat
versäumt, sich dort kundig zu machen, wo man über solche
Dinge Bescheid weiß
– in Darmzentren oder im Bereich der
Veterinärphysiologie.
2. Sie hat die Fehler
übernommen, die andere bis hin zu ihrem Einzug in die
Standardliteratur
gemacht haben.
3. Sie dient der
Futtermittelindustrie, indem sie so formuliert, wie man
es dort gern
sieht.
1. Januar 2007 - Peter
Grunert
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Smarte Sets
Bei
Start-Sets denkt man an alles mögliche - nur nicht an
das: Mit einem Start-Set beginnt auch das Hundeleben
nach den Vorstellungen von MASTER-FOOD und denen vom
Deutschen Tierschutzbund erst so richtig. Hierbei
handelt es sich um Trockenfutter des Weltmarktführers,
wozu man sich folgendes überlegt haben könnte:
Die künftige Ernährung von Hunden aus Tierheimen lässt
sich am besten im Tierheim selbst regeln, und zwar durch
dort Beschäftigte, nachdem Studien gezeigt haben, daß
Tierheimmitarbeiter zu Fragen der Ernährung als
kompetenter gelten als der Zoohandel oder gar Tierärzte.
Hinzu kommt eine gewisse Konditionierung des Tierhalters
auf dessen neues Leben (mit Hund) und eine damit
einhergehende verstärkte Aufnahmebereitschaft neuen
Dingen gegenüber (Futter). Besonders wenn noch ein
Geschenk winkt, verbunden mit allen guten Wünschen für
ein langes und gesundes Hundeleben. Falls dabei die
Betonung auf lang liegt und nicht so sehr auf gesund,
mag das damit zusammenhängen, daß auch an kranken Hunden
gut verdient wird.
Wenn Tierheime zum verlängerten Arm der
Futtermittelindustrie werden, gehört es sich, daß auch
dort Geschenke verteilt werden - etwa ein "Smart". Weil
sich selbst Autos rechnen, wie das folgende Beispiel
zeigt: Ein Hund kostet durchschnittlich 14.000 EURO, von
der Wiege bis zur Bahre, Quelle: H. U. Grimm in "Katzen
würden Mäuse kaufen". Ein Großteil davon sind
Futterkosten. Deshalb ist Markenbindung anzustreben -
und zwar dauerhaft. So gesehen ein solides Geschäft.
Eines das vielen nutzt. Außer dem Hund.
LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN
Alleinfutterlüge, Vitaminlüge, Darmlüge
Heutzutage wird für
viele Tiere Alleinfutter angeboten. Laut klassischer
Definition ist an Alleinfutter folgende Vorgabe
gebunden: „Alleinfutter sind Mischfuttermittel, die dazu
bestimmt sind, allein den Nahrungsbedarf der Tiere zu
decken.“ Bis heute kennt man nicht alle Bestandteile,
die ein Lebewesen zum Leben braucht. Man kennt zwar alle
Substanzen, die ein Tier zum Überleben benötigt, nicht
aber alle Bestandteile und schon gar nicht ihre Menge
zur Sicherstellung stoffwechselbedingter Lebensqualität
(Gesundheit bzw. Schutz vor Krankheit). Deshalb mußte
bzw. muß Alleinfutter seit seiner Erfindung ständig an
die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft angepaßt
werden. Das bedeutet, Alleinfutter vor 20 Jahren genügt
nicht heutigen Ansprüchen, und heutiges wird sicherlich
nicht den Anforderungen im Jahr 2027 genügen. Diese
Tatsache führt den Begriff Alleinfutter bereits ad
absurdum.
Das scheint aber weder
die Futtermittelindustrie zu stören, deren Hauptanliegen
der finanzielle Gewinn ist, noch die EU, das zuständige
Bundeslandwirtschafts-ministerium bzw. die
Länderministerien, die ein Interesse daran haben, daß
der Euro in der Futtermittelindustrie rollt, denn das
bedeutet begehrte Steuereinnahmen.
Keine
Bedarfszahlen für artgerechte Ernährung
Alleinfutter muß nach
dem Futtermittelgesetz die tierische Gesundheit
sicherstellen. Bei Nutztieren muß darüber hinaus durch
Futtermittel die Leistungsfähigkeit erhalten oder
verbessert werden, und die aus Nutztieren gewonnenen
Lebensmittel müssen unbedenklich für die menschliche
Gesundheit sein.
Unstrittig gelten
heutzutage neben den Nährstoffen und zahlreichen
Mineralstoffen die Vitamine als lebenswichtige
Substanzen, die ein Alleinfutter enthalten muß, um den
fragwürdigen Alleinfuttermittelstatus zumindest zum
Schein wahren zu können. Doch hier liegt bereits ein
wesentlicher Knackpunkt: In diesem Bereich ist es
problemlos möglich, den Alleinfutteranspruch - auch
jenseits des oftmals alibimäßig vorgebrachten aktuellen
Wissensstandes - der Alleinfutterlüge zu überführen.
Da man selbst im
menschlichen Bereich laut der mit Richtlinienkompetenz
versehenen Deutschen Gesellschaft für Ernährung den
Bedarf nicht für alle Vitamine und Mineralstoffe kennt,
ist es grotesk, bei Tierfuttermitteln mit
Alleinfutteranspruch so zu tun, als ob man diesen Bedarf
bei den weniger untersuchten Tieren kennen würde.
Fragmenthaftes Wissen genügt, um den
Alleinfutteranspruch zu rechtfertigen. Deshalb ist die
Alleinfutterbezeichnung irreführend. Sie gaukelt etwas
vor, was man nicht kennt, obwohl das Futtermittelgesetz
verbietet, Futtermittel unter irreführenden
Bezeichnungen in den Verkehr zu bringen oder damit zu
werben.
Vitamin
K, das unbekannte Vitamin
Geradezu ein
katastrophales Dilemma im Vitaminsektor offenbart sich
beim lebenswichtigen Baustein Vitamin K1. Es ist nicht nur ein außerordentlich effektives Antioxidanz, das freie
Radikale entschärft und damit vor Zellentartung schützt,
es ist auch ein vielfältiger Stoffwechselaktivator.
Zahlreiche Stoffwechselvorgänge können nur dann optimal
ablaufen, wenn sie im Vorfeld umfassend durch das
fettlösliche Vitamin K1
aktiviert worden sind. Ist Vitamin K1 unterrepräsentiert, kommt es bestenfalls zu einem suboptimalen
Stoffwechsel oder zum Tod im schlechtesten Fall.
Dazwischen liegen zahlreiche Zwischenstufen.
Seit den 70er und 80er
Jahren des vorigen Jahrhunderts weiß man, daß
Vitamin-K-abhängige Eiweiße in nahezu allen Zellsystemen
bzw. Geweben vorkommen. Ohne genügend Vitamin K liegen
diese Eiweiße - das ist eine unstreitig wissenschaftlich
erwiesene Erkenntnis - als unwirksame Vorstufen vor, die
unter dem Begriff PIVKA (Protein induced by
Vitamin-K-absence or antagonist) zusammengefaßt werden.
In dieser Form können die Eiweiße nicht ihre normale
Funktion erfüllen.
In fast jedem
Alleinfutter, das zuweilen auf weit über 100 Grad
Celsius im Herstellungsprozeß erhitzt wird - was bereits
genügend zum Wert eines solchen Futters aussagt - ist
kein fettlösliches Vitamin K1
zugesetzt. Weil aber ein Mangel an Vitamin K1
bekannt ist und ein Mangel zum Tod durch Verbluten
(innerlich wie äußerlich) führen kann, fügt die
Futtermittelindustrie beim Alleinfutter häufig einen
billigeren Ersatzstoff (Menadion, irreführend auch als
Vitamin K3
bezeichnet) bei, der in der Biochemie als giftiger
(toxischer) Zusatzstoff geführt wird. Daß Menadion
wissenschaftlich gesehen kein Vitamin ist, bestätigt
auch der deutsche Staat durch sein Bundesinstitut für
Risikobewertung. Menadion verhindert zwar halbwegs, aber
eindeutig weniger effektiv als das pflanzliche Vitamin K1
ein Verbluten, ist aber - im Gegensatz zum untoxischen
Vitamin K1 - dafür bekannt, daß es zahlreiche negative Nebenwirkungen hat und nicht
die vielfältigen anderweitigen Funktionen von Vitamin K1
erfüllen kann! Damit kommt zur Alleinfutterlüge auch
eine Vitaminlüge.
Darm-Märchen
Angesprochen auf das
Vitamin-K1-Defizit im Alleinfutter, rechtfertigen viele Futtermittelhersteller, vor
allem in der Hundefutterbranche, diesen Mangel mit der
Feststellung, daß im Darm durch Bakterien Vitamin-K2-Formen hergestellt werden, die zur Versorgung und Gesunderhaltung des
Hunde beitragen, weil Vitamin-K2-Formen
die Funktion von Vitamin K1 erfüllen. Dabei berufen sie sich auf antiquierte Darstellungen, die
meistens unkritisch von Autoren älterer Fachbücher
übernommen wurden. Mit diesem veralteten Wissen
versuchen manche Wissenschaftler, die oftmals mit der
Futtermittel- oder Pharmaindustrie verbunden sind, die
Alleinfutter- und Vitaminlüge zu überdecken. Sie
verbreiten dafür eine neue Lüge, die Darmlüge.
Sie rechtfertigen ihre
Aussage damit, daß man Därme unterschiedlicher Art nicht
vergleichen könne. Im Falle des Vitamin-K-Stoffwechsels
hat man bis heute jedoch keine Unterschiede feststellen
können, weshalb dieser billige Ablenkungsversuch
scheitert.
Wenn darmeigene
Bakterien tatsächlich Vitamin K2
im Darm produzieren - was natürlich nicht zu bestreiten
ist - und dieses auch dort „an Ort und Stelle“
aufgenommen würde, wäre die im Alleinfutter vorgenommene
Menadionzufuhr überflüssig. Da dem nicht so ist, räumt
die Futtermittelindustrie durch die Zugabe von Menadion
bereits ein, daß die von ihr vorgegebene darmeigene
Versorgung nicht gegeben ist!
Eine Lüge ist auch, wenn
man nur die halbe Wahrheit sagt. Es wird im Zusammenhang
mit der Vitamin K2-Versorgung heutzutage von aufgeklärten Autoren immer nur davon
gesprochen, daß Vitamin K2 im Darm hergestellt, synthetisiert oder bereitgestellt wird. Es wird
aber wohlweislich nicht davon gesprochen, daß es zur
Sicherung der Vitamin-K-Versorgung auch tatsächlich am „Herstellungsort“
aufgenommen wird!
Deshalb ist es
unabdingbar, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu
Rate zu ziehen, die über die Darmlüge unmißverständlich
Aufschluß geben. Sie sollen klären helfen, ob eine
darmeigene bakterielle Vitamin-K-Herstellung und
-Aufnahme im Dickdarm, und nur dort findet die Vitamin-K2-Herstellung normalerweise statt, zur Vitaminversorgung des jeweiligen
Lebewesens herangezogen werden kann. Dazu wird
vorwiegend auf humanmedizinische Untersuchungen
zurückgegriffen, da hier intensive Forschung betrieben
wurde. Die Ergebnisse sind zweifelsfrei uneingeschränkt
auf die Säugetierwelt und darüber hinaus auf die
Wirbeltiere übertragbar, da bis heute kein Hinweis
darauf besteht, daß der Vitamin-K-Kreislauf bei
verschiedenen Wirbeltieren grundlegend verschieden wäre.
Beweise
R. von Kries und U.
Göbel schreiben in der Monatszeitschrift Kinderheilkunde
1986: „Die Relevanz einer häufig postulierten
Minderversorgung mit K
nicht zu decken.“
2-Formen
(Menaquinonen) als Folge einer Störung der Darmflora
durch Antibiotikabehandlung wird sicher überschätzt.
Niemand konnte bislang beim Menschen die Resorption
langkettiger Menaquinone, die von Darmbakterien im Colon
(Anmerkung: Dickdarm) produziert werden,
nachweisen. In einer kürzlich veröffentlichten
Untersuchung wurde die intestinale Mikroflora von 10
gestillten Kindern mit Spätmanifestationen eines
Vitamin-K-Mangels mit der von 10 gleich alten, ebenfalls
gestillten Säuglingen verglichen. Überraschenderweise
fanden die Autoren in der Intestinalflora von Kindern
mit später Manifestation eines Vitamin-K-Mangels
signifikant mehr Vitamin K bildende Bakterien als in der
des Vergleichskollektivs.“
Seit dieser
Veröffentlichung 1986 ist bis heute nicht nachgewiesen,
daß Vitamin-K2-Formen
(Menaquinone), die von Bakterien im Dickdarm hergestellt
werden, zur körpereigenen Versorgung herangezogen werden
können. Die geschilderte Säuglingsdokumentation zeigt
darüber hinaus unmißverständlich auf, daß eine
Versorgung nicht stattfindet!
Die in der zitierten
Literatur angesprochene schädigende Wirkung von
Antibiotika auf Vitamin K ist zwischenzeitlich erkannt.
Sie hat nichts mit ihrer Wirkung auf Bakterien zu tun,
sondern mit einem direkten Eingreifen in den zellulären
Vitamin-K-Zyklus.
Als Hinweis sei dazu auf
eine Arbeit von T. Hohlfeld, Universität Düsseldorf
(2002), verwiesen. „Die hypothetische Vorstellung, daß
Antibiotika die Vitamin-K-synthetisierende Darmflora
schädigen und dadurch mit der Vitamin-K-abhängigen
Synthese von Gerinnungsfaktoren interferieren, ist nicht
gut belegt. Eine direkte Cumarin-ähnliche Hemmung der
hepatischen (Anmerkung: in der Leber) Synthese
ist aber gesichert und betrifft insbesondere
Cephalosporine, die eine Thiotetrazol-Ringstruktur
enthalten.“
Bereits in den 90er
Jahren des vorigen Jahrhunderts werden Aussagen zur
nicht vorhandenen Vitamin-K-Versorgung durch die
Darmbakterien noch deutlicher.
W. Forth und andere
schreiben in „Allgemeine und spezielle Pharmakologie und
Toxikologie“ folgendes: „Die Rolle der Bakterienflora
des Darms für die Versorgung des Menschen mit
K-Vitaminen wurde oft diskutiert; der direkte Nachweis
der Resorption von bakteriell synthetisierten
Vitamin-K-Analoga steht noch aus. Ohne äußere Zufuhr mit
der Nahrung ist der Bedarf des Menschen
Bereits diese vorstehend
genannten wissenschaftlichen Aussagen, stellvertretend
für viele andere ähnlich oder gleich gelagerte, genügen,
um klar abzudecken, daß im Dickdarmbereich keine
Vitamin-K-Versorung des Wirbeltierorganismus’
stattfindet. Wer sich aus dem Futtermittelbereich auf
Gegenteiliges beruft, hat der Beweisführung eines
Nachweises nachzukommen. Dieses ist bis heute nicht
geschehen! Wer weiterhin antiquiertes Wissen in dieser
Hinsicht verbreitet, macht sich verdächtig, die
angesprochenen Alleinfutter-, Darm- und Vitaminlügen zu
decken.
Allenfutter gibt es nicht!
Ein Alleinfuttermittel,
dem Menadion zugeführt wird, um offensichtlichen
Blutgerinnungsstörungen durch einen nicht ausreichenden
Vitamin-K-Gehalt vorzubeugen (oder als
Sicherheitszulage), kann nie den Anspruch eines
Alleinfutters erfüllen. Der billige
Vitamin-K-Ersatzstoff Menadion kann die über die
Blutgerinnung hinausgehenden vielfältigen
Vitamin-K-gesteuerten Stoffwechselabläufe nicht
erfüllen. Zudem gelangt er bei Nutztieren in Eier und
Milch. Das ist laut Futtermittelgesetz verboten!
Ist
Kotfressen eine artgerechte Fütterung?
Nichtsdestotrotz können
Vitamin-K2-Formen, die von darmeigenen Bakterien erzeugt wurden, zur Ernährung und
damit Tierversorgung herangezogen werden - nämlich durch
das Kotfressen. Die Vitamin-K2-Formen
des Kots werden im vorderen Dünndarmabschnitt
aufgenommen (und nicht im Dickdarm!)! Wenn ein Hund
(oder anderes Tier) Kot frißt, kann davon ausgegangen
werden, daß er einen Vitamin-K-Mangel hat, den er durch
den Verzehr des Vitamin-K-haltigen Kotes mindern will.
Inwiefern das Grasfressen bei Hunden ebenfalls zur
Vitamin-K-Versorgung genutzt wird, wäre eine
interessante Studie wert.
Schon 1941 schreibt Dr.
Fritz Koller zum Versuchsaufbau bei der Erforschung von
Vitaminmangelzuständen in seinem Buch „Das Vitamin K und
seine klinische Bedeutung“: „Es ist unbedingt notwendig,
die Tiere auf reinen Drahtnetzen zu halten und für
absolute Reinlichkeit der Futter- und Wasserbehälter zu
sorgen, weil Koprophagie (Anmerkung: Kotfressen)
und Verunreinigungen der Nahrung mit Kot die Entwicklung
der Avitaminosen (Anmerkung: Unterversorgung mit
Vitaminen) verhindern.“ Ist dieses
gewährleistet, entwickeln sich bei Vitamin-K-frei
ernährten Tieren Vitamin-K-Mangelzustände, weil die
körpereigene Vitamin-K2-Versorgung
nicht stattfindet und die Zuführung übers Kotfressen
nicht gewährleistet ist!
Über alle nachfolgenden
Jahrzehnte hinweg bis heute wurde diese Erkenntnis nicht
widerlegt, sondern stets bestätigt. Sie ist damit
anerkannter Wissensstand. Wissenschaftler, die sich
diesbezüglich immer noch unwissend geben und damit die
Alleinfutter-, Darm- und Vitaminlüge decken,
dokumentieren dadurch ihr Wissensdefizit.
Da Kotfressen sicherlich
nicht zu den erstrebenswerten Ernährungsformen unserer
Haustiere gehört, wenngleich nicht unbekannt ist, daß u.
a. Geflügelkot zu Tierfutter verarbeitet und genutzt
wurde, muß man davon ausgehen, daß ein Alleinfutter, das
dem Alleinfutteranspruch laut Futtermittelverordnung
gerecht werden will, genügend Vitamin K1 aufweist. Da dieses fast nie zugeführt wird, sondern nur der giftige
Ersatzstoff Menadion, ist Alleinfutter mit Fug und Recht
als Alleinfutterlüge entlarvt.
Irreführende
Bezeichnung
Die Situation um die
„K-Vitamine“ ist ein Beispiel für „Unwägbarkeiten“ in
bezug auf „Alleinfutter“. Dieses Beispiel macht
deutlich, welche methodischen Schwierigkeiten zu
beachten sind, um aus einem „Alleinfutter“ das zu
machen, was der Name für sich suggeriert oder
suggerieren soll. Die Zufügung von Vitamin K1 würde
sicher einen Vorteil zur physiologisch richtigen
Versorgung der Tiere bedeuten, aber es ist davon
auszugehen, daß wegen anderer Defizite immer noch nicht
der Anspruch eines „Alleinfutters“ begründet werden
kann.
Da der Gesetzgeber -
sprich die EU, das Bundeslandwirtschaftsministerium und
die gleichgelagerten Länderministerien - für die
korrekte Einhaltung und Umsetzung des
Futtermittelgesetzes bzw. der Verordnung verantwortlich
ist, muß er handeln. Alleinfutter geht oftmals in
mehreren Punkten mit den gesetzlichen Vorgaben nicht
konform! Handelt der Gesetzgeber nicht, zeigt er auf,
daß ihm die Tiergesundheit gleichgültig zu sein scheint
und der Kommerz die Oberhand gewonnen hat.
Michael von Lüttwitz und Herbert Schulz
Geflügel-Börse 5/2007
siehe auch:
www.broeckchengesellschaft.de |