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Die zweitwichtigste Ursache für den Klimawandel ist die Fleischproduktion.
Vieh erzeugt 37 % des Methan-Ausstoßes, das 23mal stärker zur Klimaerwärmung
beiträgt als Kohlendioxid. 65 % der Lachgas-Emissionen stammen aus der
Viehzucht, vor allem aus Stallmist. Die industrielle „Nutztier“-Haltung
produziert mehr klimawirksame Gase als das gesamte Transportwesen.
Regenwälder:
Allein in Brasilien wurden seit
1960 70 % der Wälder abgeholzt, um für Weideflächen und den Soja-Anbau Platz zu
machen.
Der Zusammenhang mit der Welternährung
ist offenkundig. Die Importe der Getreideberge und Sojabohnen, die Millionen von
Rindern, Schweinen, Puten, Masthühnern vorgeworfen werden, entziehen den armen
Ländern eine Lebensgrundlage - das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen.
Ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird an Vieh verfüttert. Da die
Weltbevölkerung und auch ihr Verlangen nach Fleisch weiter zunimmt, ist eine
noch größere Ernährungskrise vorprogrammiert. Nach einer Prognose der FAO wird
sich die weltweite Fleischproduktion bis 2030 verdoppeln. Angesichts der
zunehmenden Bevölkerung und der ebenso fortschreitenden Bodenerosionen,
angesichts der mit der Viehhaltung verbundenen Tierschindereien kann der
Fleischkonsum nur ein Schandtat genannt
werden. Ohne den exzessiven Verbrauch an tierischem Eiweiß könnte man mit den
Anbauflächen die mehrfache Zahl an Menschen ernähren, und zwar gesünder und
umweltschonender. Umweltschutz, Menschenrechte und Tierschutz gehören zusammen.
„Die wirkliche Frage ist, ob wir mit dem
vorhandenen Getreide Menschen oder Tiere versorgen wollen – und darüber möchte
kein führender Politiker sprechen.“ (Jeremy Rifkin)
Fleisch- und
Futtermittelbesteuerung als Teil der ökologischen Steuerreform
Die ökologischen Kosten (wie Verbrennung
fossiler Brennstoffe, Absenkungen des Grundwassers, chemische Verseuchung der
Böden, Erzeugung von Ammoniak und Methangas; auch Kosten für das
Gesundheitswesen) fließen nicht in die Fleisch-Verbraucherpreise ein.
Wenn man diese Kosten den Fleischkonsumenten
aufbürden würde, müsste sich der Fleischpreis mindestens verdreifachen.
So das World Watch
Institute, Washington. PAKT hatte
bereits 2000 in seinen “Agrarpolitischen Leitlinien” (Kap. “Neues
Selbstverständnis der Nutztierhaltung als Bestandteil einer ökologischen
Steuerreform”) die Erhebung einer Fleischsteuer analog zur
Branntwein- und Tabaksteuer vorgeschlagen.
„Diese kann auch für den Fall als Steuerungsinstrument eingesetzt werden, dass
eine kostenneutrale Neuorientierung der Agrarsubventionen nicht möglich sein
sollte. Bedenkt man das Emissionsvolumen einer industrialisierten
Intensivtierhaltung, muss eine solche Fleischsteuer als Bestandteil einer
ökologischen Steuerreform ohnehin als obligatorisch betrachtet werden. Im
Unterschied zur ökologischen Mineralölbesteuerung sollte sie jedoch
budgetbezogen zur Reformierung bzw. Förderung einer extensiven Landwirtschaft
verwendet werden.“
Inzwischen haben sich auch Organisationen wie
WWF und PETA die Forderung nach einer Besteuerung von Fleisch und demgemäß auch
von Futtermitteln zu eigen gemacht. Denn nur so, nicht allein durch Appelle,
kann der Fleischkonsum wirkungsvoll eingedämmt werden.
Im einzelnen wäre an einen Steuersatz von 30
% auf Fleischprodukte zu denken. Jedoch: Je tierfreundlicher die Haltung, desto
geringer die Steuer. Wegen der Ausgabenneutralität und besseren Akzeptanz sind
im Gegenzug Obst und Gemüse steuerlich zu entlasten.
Fleischwerbung ist zu verbieten.
Dieses Konzept fügt sich ein in das Modell
der ökologischen Steuerreform: Umweltschädliches steuerlich belasten,
Umweltfreundliches entlasten.