Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Gammelfleisch und "Gammel"-Futter

Auch Sie haben in der letzten Zeit viel über Gammelfleisch in allen Medien vernommen. Das ganze Land war wochenlang in Aufruhr, und der Normalverbraucher fragte sich, was er denn noch essen solle. An das Elend der Tiere, die man aufgrund der hier sichtbar gewordenen Überproduktion ihr Leben lang von Geburt an bis zu ihrer grauenhaften Schlachtung umsonst doppelt gequält hat, dachte und denkt niemand. Dabei ist die Frage so leicht zu beantworten: Man mutiert zum Veganer, entgeht damit jeglichem weiteren Fleischskandal, bleibt dabei auch noch ausgezeichnet gesund und trägt zur Rettung unserer Erde bei. Man erregt sich aber lieber wochenlang über Gammelfleisch.

Nicht in Aufruhr gerieten offenbar ca. 6 Mio. Hundehalter über die Testergebnisse von 30 Hundefuttersorten in "Test" 9/2006 - von Futter, das sie ihren vierbeinigen Familienangehörigen tagtäglich verfüttern. 

Frolic, ein Hauptumsatzprodukt des Weltmarktführers Masterfoods, wurde im Bereich ernährungsphysiologische Qualität, dem wichtigsten Bereich der Ernährung, mit "mangelhaft" bewertet. Dieses Futter war nur eines unter acht, die mit der Note "mangelhaft" getestet worden waren, weitere acht hatten die Note "befriedigend" erhalten.

Alleinfuttermittel sollen alles beinhalten, was ein Hund braucht, schreibt Stiftung Warentest. Sie müssen es, sagt § 1,1 Futtermittel-VO, sonst ist es kein Alleinfutter und darf nach § 3 Futtermittelgesetz weder hergestellt, vertrieben, noch verfüttert werden, weil es die Gesundheit der Tiere schädigen würde. Befriedigendes und mangelhaftes Futter tut das. Mit Mängeln behaftetes Futter kann kein Alleinfutter, das ein Tier tagtäglich allein ernähren muss, sein. Mangelhafte Alleinfutter täuschen die Verbraucher, was  nach § 7,1 Futtermittelgesetz verboten ist. 

Auffallen müsste dem Leser dieses Tests, dem Tierhalter: Falsch deklariertes Gammelfleisch unterscheidet sich von falsch deklariertem Hundefutter nur im Adressaten der Produkte - falsch deklariert und ungesund ist beides. 

Wenn "Alleinfutter" einer ständigen Anpassung nach dem jeweiligen wissenschaftlichen Stand unterliegt, kann logischerweise das "Alleinfutter" von gestern schon gestern kein "Alleinfutter" gewesen sein, und das "Alleinfutter" von heute kann nicht das von morgen sein. Infolgedessen ist der Begriff "Alleinfutter"
schon aus diesem Grund irreführend und nicht zutreffend.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät uns zu abwechslungsreicher Ernährung, damit wir uns aufgrund dieser Abwechslung ausgewogen und gesund ernähren können. Deshalb gibt es für Menschen kein "Alleinfutter". Vieles gäbe es in Bezug auf die Nährstoffe und den menschlichen Bedarf noch zu erforschen. Gleiches war zur Tierernährung von der Futtermittelindustrie selbst zu erfahren. 

Vielleicht wird jetzt manchem klar, warum er mit seinem Tier so oft beim Tierarzt sitzt und dort teures "Diätfutter" kauft und geht zu natürlicher Fütterung - oder besser noch - zu vegetarischer Ernährung über, auch wenn das physiologisch eigentlich nicht gehen kann und von der Autorin der hervorragenden Bücher "Hilfe, mein Hund ist unerziehbar" und "Allergien beim Hund" - Frau Dr. Vera Biber - strikt abgelehnt wird. Dennoch gibt es Gegenbeweise in Gestalt von lebenslang in guter Verfassung alt gewordener Hunde und sogar Katzen.  

Frau Dr. Biber beschreibt Wert und Wirksamkeit des Industriefutters so anschaulich, dass der Tierhalter den Test von TEST gar nicht nötig hat. Beide Bücher sind nicht nur deswegen ein Muss für jeden Hunde- und Katzenhalter. Dr. Biber beschreibt, wie wichtig es ist, dass der Hundehalter sich generell über die Bedürfnisse seines Hundes Gedanken machen und diesen mit hoher Verantwortung gerecht werden muss. Er bekommt verdeutlicht, welch schweren Belastungen die Hunde in der Hand der Menschen, in einer ihnen unverständlichen Welt ausgeliefert sind. Es geht auch um Erziehung, aber vor allem um die Schäden durch falsche Ernährung, die vielgestaltig sind und sich eben auch darin zeigen, dass eine Erziehung der unsichtbar im Gehirn erkrankten Hunde völlig unmöglich ist. 

Das Büchlein "Naturnahe Ernährung für Hunde" von Gesundheitsberaterin Birgit Frost ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Die Verfasserin schöpft ihr Wissen aus ihren theoretischen Kenntnissen und ihren praktischen Erfahrungen als Hunde- und Katzenhalterin, deren Tiere blendend aussehen und vital und gesund sind - bis ins hohe Alter. Wer zum Schutz der sog. Nutztiere ganz auf vegetarische Fütterung umstellen möchte, findet in James A. Pedens Buch „Vegetarische Hunde- und Katzenernährung“ aus dem Echo-Verlag das nötige Wissen. Für Eilige bietet der vegane Versandhandel Nahrungsangebote nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere tierischen Familienmitglieder an.  

Aufschlussreiche Artikel zum Alleinfutter mit dem Titel "Alleinfutter - gibt es das?", "Dick und Dünn" und "Bröckchengesellschaft" findet der Interessierte auf dieser Internetseite (hier klicken), sowie  unter www.tierschutzpartei.de und auf anderen einschlägigen web-sites.

Auf www.transanimal-editor.de findet er äußerst Wissenswertes über die Futtermittelindustrie und den Hundefuttertest von Stiftung Warentest in TEST 9/2006. Zum Thema der Buchtip: Klaus Dieter Kammerer: Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin = derzeit vergriffen, Bestellung in Form einer CD über die genannte website möglich. Dort erfahren Sie erstaunliches über die Verflechtungen von Industrien, Universitäten und Hundeverbänden und die Auswirkungen der Ernährung auf die Gesundheit der Tiere, hier am Beispiel von HD, die der Autor als Folgeschaden falscher Ernährung definiert und nicht als die behauptete genetische Störung.

Das sog. "Alleinfutter" betrifft nicht nur unsere Heimtiere - Hunde, Katzen, Vögel, Schildkröten, Hasen, Meerschweinchen, Exoten - sondern auch die sogenannten Nutztiere (Kühe, Schweine, Hühner), und zwar alle weltweit. Es geht um Milliardengeschäfte mit dem "Alleinfutter", die anderen nutzen außer denen, die sie fressen müssen. Tierschutz bedeutet nicht nur, Tiere zu retten, sondern auch zu verhindern, daß die Tiere krank gefüttert und ihre Besitzer belogen und betrogen werden. Deshalb könnte jeder Tierfreund und Tierschützer mit der Verbreitung dieser Informationen zum Schutz wenigstens der Haustiere vor Krankheit beitragen.
 
Nicht nur die Futtermittelindustrie, sondern auch die Politiker, die Tierärztlichen Hochschulen, die Wissenschaftler, die Tierärzte und sogar Tiernutzervereine und Tierschutzvereine ziehen Vorteile aus der Ernährungslüge - die einen durch Geld und Geschenke, die anderen durch Reputation und Macht. Das BMELV, auf dem Papier zuständig für Tierschutz, weigert sich deshalb auch hier beharrlich, zum Schutz der Tiere tätig zu werden und bügelt die Forderungen in gewohnter Manier mit Formbriefen ab oder antwortet gar nicht. Das Wort Tierschutz kennt man in Politik und willfähriger Justiz nicht.

Wer es also mit dem Tierschutz und der Gesundheit der Tiere ernst nimmt, sollte die Konsequenzen für sein eigenes Tier ziehen und die Lüge vom "Alleinfutter" verbreiten, vor allem in den Tierheimen, denn in vielen werden in Absprache mit dem Deutschen Tierschutzbund die sog. Alleinfutter angeboten. Man empfiehlt den Tierheimkunden, dieses Futter weiterzufüttern. Unglaublich: Der größte deutsche Tierschutzverein könnte im vollen Wissen um die Wahrheit für viele kranke Tiere sorgen. Wir retten erst arme Tiere und füttern sie dann krank? Wollen das die Spender des Deutschen Tierschutzbundes?

Astrid Suchanek/AK

 

Smarte Sets

Bei Start-Sets denkt man an alles mögliche - nur nicht an das: Mit einem Start-Set beginnt auch das Hundeleben nach den Vorstellungen von MASTER-FOOD und denen vom Deutschen Tierschutzbund erst so richtig. Hierbei handelt es sich um Trockenfutter des Weltmarktführers, wozu man sich folgendes überlegt haben könnte:

Die künftige Ernährung von Hunden aus Tierheimen lässt sich am besten im Tierheim selbst regeln, und zwar durch dort Beschäftigte, nachdem Studien gezeigt haben, daß Tierheimmitarbeiter zu Fragen der Ernährung als kompetenter gelten als der Zoohandel oder gar Tierärzte. Hinzu kommt eine gewisse Konditionierung des Tierhalters auf dessen neues Leben (mit Hund) und eine damit einhergehende verstärkte Aufnahmebereitschaft neuen Dingen gegenüber (Futter). Besonders wenn noch ein Geschenk winkt, verbunden mit allen guten Wünschen für ein langes und gesundes Hundeleben. Falls dabei die Betonung auf lang liegt und nicht so sehr auf gesund, mag das damit zusammenhängen, daß auch an kranken Hunden gut verdient wird.

Wenn Tierheime zum verlängerten Arm der Futtermittelindustrie werden, gehört es sich, daß auch dort Geschenke verteilt werden - etwa ein "Smart". Weil sich selbst Autos rechnen, wie das folgende Beispiel zeigt: Ein Hund kostet durchschnittlich 14.000 EURO, von der Wiege bis zur Bahre, Quelle: H. U. Grimm in "Katzen würden Mäuse kaufen". Ein Großteil davon sind Futterkosten. Deshalb ist Markenbindung anzustreben - und zwar dauerhaft. So gesehen ein solides Geschäft. Eines das vielen nutzt. Außer dem Hund.