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Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament
Europäisches Parlament
ASP
10G130
60,
rue Wiertz
1047 Brüssel
„Schreiben
des "Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V" betr.
Anfrage von Dr. S. Koch-Mehrin an den EU-Rat, "...
Umgang mit Tierschutz-Extremisten?"
Werte Frau Dr. Koch-Mehrin,
gestatten Sie ohne übliche Höflichkeitsfloskeln zur
Sache zu kommen:
Zuerst versuchen Sie als FDP-Vorsitzende im Europäischen
Parlament den Tierschutz zu kriminalisieren,
unterstellen „Tierschutzextremismus“, (s. Ihre im
Wortlaut angefügte Anfrage) und wehklagen in Schreiben
an Tierschützer - ohne Konkretisierung - von nebulösen
„lebensbedrohlichen Anschlägen“.
Dann haben Sie noch die Unverfrorenheit auf Anfragen von
empörten Tierfreunden zu behaupten “Der Tierschutz ist
auch für uns als FDP und für mich persönlich ein
wichtiges Anliegen“ *.
Wirklich beachtlich Ihre Interpretationskünste und
wirklich sehr originell Ihre Art „wichtige (Tierschutz)
Anliegen“ zu unterstützen: Zuerst dem Tierschutz tüchtig
mit Verdächtigungen in den Hintern treten, dann noch
pharisäerhaft mit nichts als leerem Geschwätz von großem
FDP-Tierschutz-Engagement fabulieren. Die Diskrepanz
zwischen salbungsvollen Lobhudeleien zum einen und dem
dann tatsächlichen üblen Handeln ist schlicht ätzend; so
trägt man die Glaubhaftigkeit einer Partei zu Grabe.
Schämen Sie sich.
Dreistes, schlicht volksverdummendes Verhalten der FDP
in Sachen Tierschutz scheint offenbar Programm zu sein,
in Ihrer Partei: Verwiesen wird beispielhaft auf
wunderbar verständnisvoll tierfreundlich-formulierte
Schreiben Ihrer Parteifreunde in der Sache
„betäubungsloses Schächten“ - und dem dann tatsächlichen
beschämenden Verhalten, hier dem
FDP-Tierschutzbeauftragten(!) Hans-Michael Goldmann in
den entscheidenden politischen Gremien vor dem
Bundestag. Nachzulesen unter
http://www.arbeitskreis-tierschutz.de/Schaechten/Parteien.htm,
oder http://www.schaechten-apg.org/page.php?32 - oder
siehe auch Anlage.
Werte Frau Koch-Mehrin, Sie reden mit „zwei Zungen“. Ein
Grundübel aller etablierten Parteien - aber die FDP
weist hierbei wirklich eine ganz besondere Begabung
auf.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich sind wir
gegen Gewalt, gegen jegliche Gewalt. Dem Opfer ist es
egal, ob ihm von linken, oder rechten Chaoten,
religiösen Extremisten, schwarzen oder weißen
Gewalttätern der Schädel eingeschlagen wird. Nur unter
Tierschützern werden Sie am wenigsten Gewaltbereite
finden. Das widerspricht schon dem grundsätzlichen
Anliegen der Tierschützer - diese wenden sich gegen
jegliche Gewalt, eben auch die gegen unsere tierischen
Mitgeschöpfe. Gesetzgebung und lasche
Durchführungsbestimmungen legalisieren hier
millionenfach Tierquälerei. Man muß leider umgekehrt
konstatieren: Gerade Tiere sind vielfach schlicht
"extremistischem Terrorismus" ihrer Halter ausgesetzt.
Offenbar haben Sie im Brüsseler Politiker-Elfenbeinturm
thronend, zuviel Zeit und Langeweile um solche
Phantastereien wie Ihre o.a. Anfrage auszubrüten. Kommen
Sie auf den Boden der Tatsachen zurück und erkennen Sie
die vielen kriminellen Untaten die europaweit nur im
Bereich der Tierhaltung/Tiertransporte existent sind. Es
sei in diesem Zusammenhang beispielhaft konkret nur
vielfacher Subventionsbetrug benannt. Hier ist Ihr
tapferes Handeln gefragt, verehrte Frau
"Volksvertreterin" Koch-Mehrin. Gerne sind wir Ihnen
behilflich in diesem Bereich entsprechende wichtige
Anfragen für den EU-Rat vorzuformulieren!
Das
Bild, das Sie sich von Menschen machen , die sich für
Tierschutz einsetzen, ist falsch. Wir werden es
gewisslich verstehen, Ihr Agieren gegen den Tierschutz,
das Versagen der FDP in Tierschutzangelegenheiten mit
großem Engagement publik zu machen.
Freundliche Grüße
Ulrich Dittmann / 05.02.2010
Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.
*Koch-Mehrin-Schreiben
vom Febr. d. J. u.a. an Tierschützerinnen G. Enders und
I. Odaischi
Dem Schreiben des AK vorausgegangen war folgende Anfrage
von Dr. Koch-Mehrin:
SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-4662/09
von
Silvana Koch-Mehrin (ALDE)
an
den Rat
Betrifft: Tierschutz-Extremisten
Gegen Einzelpersonen und Unternehmen in der Europäischen
Union gerichtete Aktionen von Tierschutz-Extremisten
haben in den jüngsten Monaten und vergangenen Jahren in
Besorgnis erregender Weise zugenommen und sich immer
mehr verbreitet. Gewaltsamer Tierschutz-Extremismus
stellt eine Gefahr für die Lebenswissenschaften in
Europa dar und ist nicht länger ein innerstaatliches
sondern vielmehr ein grenzüberschreitendes Phänomen, das
eine koordinierte und effiziente Antwort erforderlich
macht.
Im
Hinblick auf diese Entwicklungen wird der Rat um
Mitteilung darüber ersucht, welche Maßnahmen er
vorzuschlagen gedenkt, um stets ein hohes Maß an
Vorsicht und Wachsamkeit sicherzustellen? Wird der Rat
insbesondere einen Plan entwickeln, um die Maßnahmen von
Polizei und Justizbehörden im Hinblick auf den Umgang
mit Tierschutz-Extremisten zu koordinieren? |