Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.                                                                             gegründet: 1991    

      

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Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament

Europäisches Parlament

ASP 10G130

60, rue Wiertz

1047 Brüssel

 „Schreiben des "Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V"  betr. Anfrage von Dr. S. Koch-Mehrin an den EU-Rat,  "...  Umgang mit Tierschutz-Extremisten?"

Werte Frau Dr. Koch-Mehrin, 

gestatten Sie ohne übliche Höflichkeitsfloskeln zur Sache zu kommen: 

Zuerst versuchen Sie als FDP-Vorsitzende im Europäischen Parlament den Tierschutz zu kriminalisieren, unterstellen „Tierschutzextremismus“, (s. Ihre im Wortlaut angefügte Anfrage) und wehklagen in Schreiben an Tierschützer -  ohne Konkretisierung - von nebulösen „lebensbedrohlichen Anschlägen“.

Dann haben Sie noch die Unverfrorenheit auf Anfragen von empörten Tierfreunden zu behaupten “Der Tierschutz ist auch für uns als FDP und für mich persönlich ein wichtiges Anliegen“ *.

Wirklich beachtlich Ihre Interpretationskünste und wirklich sehr originell Ihre Art „wichtige (Tierschutz) Anliegen“ zu unterstützen: Zuerst dem Tierschutz tüchtig mit Verdächtigungen in den Hintern treten, dann noch pharisäerhaft mit nichts als leerem Geschwätz von großem FDP-Tierschutz-Engagement fabulieren.  Die Diskrepanz zwischen salbungsvollen Lobhudeleien zum einen und dem dann tatsächlichen üblen Handeln ist schlicht ätzend; so trägt man die Glaubhaftigkeit einer Partei zu Grabe. Schämen Sie sich. 

Dreistes, schlicht volksverdummendes Verhalten der FDP in Sachen Tierschutz scheint offenbar Programm zu sein, in Ihrer Partei: Verwiesen wird beispielhaft auf wunderbar verständnisvoll tierfreundlich-formulierte Schreiben Ihrer Parteifreunde in der Sache „betäubungsloses Schächten“ - und dem dann tatsächlichen beschämenden Verhalten, hier dem FDP-Tierschutzbeauftragten(!) Hans-Michael Goldmann in den entscheidenden politischen Gremien vor dem Bundestag. Nachzulesen unter  http://www.arbeitskreis-tierschutz.de/Schaechten/Parteien.htm,  oder http://www.schaechten-apg.org/page.php?32 - oder siehe auch Anlage.

Werte Frau Koch-Mehrin, Sie reden mit „zwei Zungen“. Ein Grundübel aller etablierten Parteien - aber die FDP weist hierbei wirklich eine ganz besondere Begabung auf. 

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich sind wir gegen Gewalt, gegen jegliche Gewalt. Dem Opfer ist es egal, ob ihm von linken, oder rechten Chaoten, religiösen Extremisten, schwarzen oder weißen Gewalttätern der Schädel eingeschlagen wird. Nur unter Tierschützern werden Sie am wenigsten Gewaltbereite finden. Das widerspricht schon dem grundsätzlichen Anliegen der Tierschützer - diese wenden sich gegen jegliche Gewalt, eben auch die gegen unsere tierischen Mitgeschöpfe. Gesetzgebung und lasche Durchführungsbestimmungen legalisieren hier millionenfach Tierquälerei. Man muß leider umgekehrt konstatieren: Gerade Tiere sind vielfach schlicht "extremistischem Terrorismus" ihrer Halter ausgesetzt.  

Offenbar haben Sie im Brüsseler Politiker-Elfenbeinturm thronend, zuviel Zeit und Langeweile um solche Phantastereien wie Ihre o.a. Anfrage auszubrüten. Kommen Sie auf den Boden der Tatsachen zurück und erkennen Sie die vielen kriminellen Untaten die europaweit nur im Bereich der Tierhaltung/Tiertransporte existent sind. Es sei in diesem Zusammenhang beispielhaft  konkret nur vielfacher Subventionsbetrug benannt. Hier ist Ihr tapferes Handeln gefragt, verehrte Frau "Volksvertreterin" Koch-Mehrin. Gerne sind wir Ihnen behilflich in diesem Bereich entsprechende wichtige Anfragen für den EU-Rat vorzuformulieren! 

Das Bild, das Sie sich von Menschen machen , die sich für Tierschutz einsetzen, ist falsch. Wir werden es gewisslich verstehen, Ihr Agieren gegen den Tierschutz, das Versagen der FDP in Tierschutzangelegenheiten  mit großem Engagement publik zu machen.  

Freundliche Grüße

Ulrich Dittmann / 05.02.2010

Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. 

*Koch-Mehrin-Schreiben vom Febr. d. J. u.a. an Tierschützerinnen G. Enders und I. Odaischi

 

Dem Schreiben des AK vorausgegangen war folgende Anfrage von Dr. Koch-Mehrin:

SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-4662/09

von Silvana Koch-Mehrin (ALDE)

an den Rat

Betrifft: Tierschutz-Extremisten

Gegen Einzelpersonen und Unternehmen in der Europäischen Union gerichtete Aktionen von Tierschutz-Extremisten haben in den jüngsten Monaten und vergangenen Jahren in Besorgnis erregender Weise zugenommen und sich immer mehr verbreitet. Gewaltsamer Tierschutz-Extremismus stellt eine Gefahr für die Lebenswissenschaften in Europa dar und ist nicht länger ein innerstaatliches sondern vielmehr ein grenzüberschreitendes Phänomen, das eine koordinierte und effiziente Antwort erforderlich macht.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen wird der Rat um Mitteilung darüber ersucht, welche Maßnahmen er vorzuschlagen gedenkt, um stets ein hohes Maß an Vorsicht und Wachsamkeit sicherzustellen? Wird der Rat insbesondere einen Plan entwickeln, um die Maßnahmen von Polizei und Justizbehörden im Hinblick auf den Umgang mit Tierschutz-Extremisten zu koordinieren?