Der Tierschutzbericht der Bundesregierung
von 2011
- ein Dokument des Versagens!
Der Bürger muss schwerstens beeindruckt
sein, wie von unseren Politikern nicht nur
Deutschlands Probleme, sondern fast alles
Weltenelend geschultert und gemeistert wird.
Komprimiert, die gebetsmühlenartig
wiederholten wichtigsten Auslassungen
repetierend, müsste man so glücklich
konstatieren: Die Renten, die Atomkraft und
der Euro sind sicher. Die Schuldenprobleme
haben wir im Griff. Deutschland wird
erfolgreich am Hindukusch verteidigt. Auch
beim Tierschutz ist alles in bester Ordnung.
Und die Erde ist eine Scheibe.
Doch ist das alles wirklich so? Oder wird das Volk
schlicht verdummt? Und dies in gigantischen, kaum
vorstellbaren Ausmaßen und auf vielen Gebieten?
Der
Tierschutzbericht der Bundesregierung ist ein blumig
artikuliertes Dokument des Versagens unserer
Marionetten-Politiker, die am Nasenring der
Global-Lobbyisten geführt, im Elfenbeinturm auf
wohldotierten Sesseln in Berlin residieren. Nicht mehr
und nicht weniger ist dazu festzuhalten.
Fakt: Seit Jahrzehnten werden Tierschützer von den
Politikern der etablierten Parteien mit hohlen
Worthülsen und wohlformuliertem beschwichtigenden
Geschwätz eingelullt - und seit Jahrzehnten vergrößern
sich Umfang und Intensität der Tierqual-Dimensionen, wie
es sich Tierfreunde früherer Generationen nicht in ihren
furchtbarsten Horrorträumen vorstellen konnten.
Wichtigtuerisch verkündet der Tierschutzbericht
"Deutschland setze hohe Standards für den Schutz von
Tieren". Und stolz verkündet man weiter, dass Erfolge
auf nationaler und europäischer Ebene beim Tierschutz
erzielt und Anregungen und Bedenken der Bürger
aufgegriffen wurden. Peinliche Lobhudeleien über eigenes
wunderbares Tun nehmen kaum ein Ende.
Und
wie sieht es in Deutschland tatsächlich aus? Man
zementiert schreckliche Strukturen schlimmster
Tierausbeutung und garantiert beispielsweise den
Betreibern von Kleingruppenhaltungen - irreführende
Bezeichnung für eine üble Käfighaltungsform, die der
berüchtigten früheren Legebatterie-KZ-Haltung ähnlich
ist - Bestandsschutz bis 2035. Die Zahl der Tierversuche
steigt kontinuierlich. Die von Wissenschaftlern und
Tierschutzorganisationen gestellte Forderung die
Zurschaustellung von wildlebenden Tierarten im Zirkus
endlich zu verbieten, wird negiert. Exemplarisch sei
auch auf das Versagen unserer Bundespolitiker in der
Sache „betäubungsloses Schächten von Tieren“
hingewiesen: Seit Jahrzehnten liegt das hier zuständige
“Bundesministerium für Ernährung, Landwirt und
Verbraucherschutz“ in tiefem Schlaf, hat auf beschämende
Art und Weise versäumt seine “Hausaufgaben” zu machen,
sich zu bemühen gesetzliche Grundvoraussetzungen zu
schaffen die unerträgliche Situation des obsoleten „Schächt“Paragraphen
§4a Abs.2 Nr. 2 TSchG einer Novellierung zuzuführen. Im
Gegenteil - seit 2007 (!) boykottiert und sabotiert
unsere Regierung auf skandalöse Weise jegliche auch nur
kleinste Verbesserung. Siehe hartnäckige Verweigerung
die vom Bundesrat entsprechenden eingebrachten
Gesetzesvorlagen, (zuletzt BT-Drs.17/226) umzusetzen.
Die Unfähigkeit, das Nicht-Wollen unserer
Bundespolitiker ist in gleichem Maße entsetzlich, wie
die Qualen der vorsätzlich betäubungslos
dahingemetzelten Tiere entsetzlich sind: Man behandelt
das Thema Schächten wie einen kleinen tyrannischen,
unantastbaren Hausgötzen den man nicht berühren darf.
Wann kapieren wir Tierschützer endlich: Nicht an
würdevoll vorgetragenen Absichtserklärungen und
selbstherrlichen Wahlversprechen, geschönten Berichten,
oder offiziellen Dokumenten - ausschließlich am
Praxisverhalten, dem Handeln und der Ist-Situation im
Alltag ist die Wertigkeit unserer Politiker zu messen!
Ausschließlich letztere Kriterien sind maßgeblich. Und
hier hat sich in der Vergangenheit wahrlich keine der
etablierten Parteien - die Mitwelt, den Natur- und
Tierschutz betreffend - mit Ruhm bekleckert. Auch der
gutgläubigste Natur- und Tierfreund muss doch endlich
erkennen: Das von unseren Politikergrößen so hochgelobte
“beste Tierschutzgesetz der Welt” ist im
Alltagsgeschehen die Druckerschwärze nicht wert mit dem
es gedruckt wurde. Es reguliert und legalisiert
lediglich schlimmste Ausbeutung von Tieren. Von “Schutz”
kann nicht die Rede sein, wie es die Namensgebung
volksverdummend suggeriert. Auch dieser
Tierschutzbericht der Bundesregierung bewegt sich auf
dieser Ebene.
Also nichts Neues von unseren lieben “Volksvertretern”.
Ulrich
Dittmann / 25.08.2011 |