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Als grundlegende Wesenszüge können die folgenden genannt
werden: Erhöhtes aggressives Verhalten, Sadismus,
Streben nach Macht, fehlender Gerechtigkeitssinn,
Unsicherheit und Frustration. Ein weiteres, nicht minder
bedeutsames Merkmal fügt Paul Parin, Psychoanalytiker
und selbst Jäger hinzu: »Die wirkliche Jagd ist ohne
vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Seit meinen ersten
Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum
für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann
und wo immer gejagt wird.«
Wie Kimme und Korn, sind für diesen leidenschaftlichen
Jäger Jagd und Sex untrennbar miteinander verbunden. So
berichtet er dann auch von einem »... wunderbaren
Samenerguss«. Natürlich erzählt nicht jeder unter den
sexuell Gesteuerten so ungeniert von seinen Erlebnissen.
Die Dunkelziffer dürfte daher auch recht hoch anzusetzen
sein.
Ihre Argumente
Jäger scheuen sich keineswegs, die Jagd als angewandten
Naturschutz darzustellen. »Luchs, Wolf und Bär gibt
es nicht mehr. Die Erhaltung des natürlichen
Gleichgewichts ist nun Jägersache!«
Sie machen es sich einfach, zu einfach. Denn als
zweibeinige Oberregulatoren haben die auf den Hochsitzen
lauernden und mitunter nach Alkohol riechenden
Ersatzwölfe mit echten Beutegreifern nichts zu tun. Es
handelt sich lediglich um einen von vielen Versuchen,
jägertypische Neigungen zu rechtfertigen. Alles andere
wäre eine ungeheuerliche Anmaßung. Genauso gut könnte
sich ein Hubschrauberpilot für eine Schwalbe halten.
Oder glauben die Jäger allen Ernstes, dass der Wolf mit
Zielfernrohr und Nachtsichtgerät nach geeigneten
Trophäen Ausschau hält?
Viele Argumente haben sich die Nimrode in ihrer Not
ausgedacht. An dieser Stelle ist es jedoch unmöglich die
komplexe Thematik erschöpfend darzustellen, so dass nur
auf Grundsätzliches und nur auf Weniges aus ihrer
antiquierten Erfindungskiste eingegangen werden kann.
a)
Schadensverhütung und Bestandskontrolle
Mit
den Begriffen »Verbiss- und Ernteschäden« rühren die
Jäger besonders effizient ihre Werbetrommel. Nicht, dass
den Waldbesitzern etwas an ihren Bäumen und den
Landwirten etwas an den Früchten ihrer Felder liegen
würde. Nein, beiden ist am Profit gelegen. So ist es
auch zu verstehen, dass Jäger ein leichtes Spiel haben,
denn auch hier gilt das plumpe Prinzip der Einfachheit:
Rehe und Hirsche beschädigen junge Bäume und behindern
somit eine natürliche Waldverjüngung; Wildschweine
wühlen auf den Feldern und beschädigen die Ernte. In
beiden Fällen lautet die Antwort: Abschuss!
Doch wie gesagt, so simpel, wie sich die Grünröcke die
Ökologie vorstellen, ist sie nicht. So richtet sich das
natürliche Gleichgewicht vielmehr nach Kriterien, die
sich mit ihren Bedürfnissen in keinster Weise
vereinbaren lassen.
Ein wichtiges Kriterium, auf das die Jäger unmittelbar
Einfluss nehmen, ist das Nahrungsangebot. Durch
Wildfütterungen wird die Population künstlich in die
Höhe getrieben. Schätzungsweise 30 000 Tonnen Futter
werden hierzulande alleine an Wildscheine verfüttert.
Ähnlich verhält es sich bei den Rehen und Hirschen.
Nicht minder negativ, sowohl für die Entstehung von
Wildschäden, als auch für das Populationsverhalten wirkt
sich die Bejagung selbst aus. Maßgebend ist hier die
enorme Störung des Sozialverhaltens und damit auch der
natürlichen, hochsensiblen Regulierungsmechanismen der
Wildtiere. Wie sehr die jagenden »Heger und Pfleger« die
Tiere zu artuntypischen Verhaltensweisen zwingen, wird
an den Beispielen jagdfreier Gebiete deutlich*.
Dort nämlich, wo das Gebaren der Ersatzwölfe zum
Erliegen kommt, erwächst in relativ kurzer Zeit anstelle
eines künstlich aufrechterhaltenen und zweckorientierten
Ungleichgewichtes ein natürliches Gleichgewicht. Darüber
hinaus kann sich allmählich ein Verhältnis zu den
Wildtieren entwickeln, wie es die Menschlichkeit - ganz
im Sinne Albert Schweitzers - von uns auch verlangt.
b)
Tollwutbekämpfung
Menschen haben Ängste. Das ist normal. Wer aber Ängste
zusätzlich schürt, nur um sie dann für sich auszunutzen,
ist entweder ein geldgieriger Geschäfts- oder eben ein
Jägersmann. Letzterer nutzt seine Möglichkeiten
hauptsächlich durch Panikmache vor dem Fuchs, genauer
gesagt vor der Tollwut. Erfolgreich, wie man
konstatieren muss. Denn dem »Ottonormalverbraucher«
kommt die Tollwut in den Sinn, wenn er Fuchs hört. Und
ihm fällt zuerst der Abschuss ein, wenn er an die Lösung
des Problems denkt.
Nun
sterben in Deutschland mehr Menschen durch sogenannte
Jagdunfälle, als durch das Tollwutvirus. Die letzten
beiden tödlich verlaufenden Tollwutfälle traten 1996 und
2004 auf (einmal wurde in Sri Lanka ein Mann von
einem Hund gebissen und ein anderes Mal kam in Indien
ein Mann mit streunenden Hunden in Kontakt).
Dass die Gefahr der Infektion in Europa so gering ist –
die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung liegt etwa bei
1: 172.000.000 – liegt in erster Linie an der
Ausbringung von Impfködern.
Keinesfalls haben wir das geringe Risiko den Jägern zu
verdanken. Im Gegenteil. Gäbe es die Bejagung der Füchse
nicht, würde sich die Tollwutgefahr noch harmloser
darstellen, als sie ohnehin schon ist.
Ein
kleiner Blick auf die Übertragungswege des Virus und auf
das kleine Einmaleins der Ökologie gibt uns dazu die
Erklärung: Der Tollwuterreger findet sich hierzulande
hauptsächlich bei Waldtieren, insbesondere beim Fuchs.
Der enorme Jagddruck, der auf diesem ebenso schlauen wie
schönen Tier lastet, führt zu außerordentlich hohen
Geburtenzahlen.
In intakten Familienstrukturen, wie man sie in
jagdfreien Gebieten antrifft, ist die Zahl der
Nachkömmlinge hingegen beträchtlich kleiner. Eine große
Zahl an jungen Füchsen bedeutet aber, dass vermehrt
Wanderschaften und Revierkämpfe stattfinden, in denen
infizierte Füchse auch von Beißereien nicht
zurückschrecken.
Die
Folge ist dann die Verbreitung dessen, was Jäger
vorgeben zu bekämpfen, nämlich die Tollwut! Jäger kennen
natürlich die Zusammenhänge. Doch warum sollten
ausgerechnet diejenigen, die sich um das göttliche Gebot
»Du sollst nicht töten« nicht scheren, die Forderung »Du
sollst nicht lügen« beachten?
Ihre Abschaffung
Den
Nimbus einer elitären Gesellschaft hat die Jagd bereits
hinter sich. Trotzdem wird noch viel Blei verschossen
und viel Blut vergossen werden, bis einmal das letzte
Tier einem Hobbymörder zum Opfer gefallen ist.
Zu
einflussreich sind noch ihre Fürsprecher in
Wirtschaft und Politik. Außerdem hat auch hier das
Geld eine enorme Bedeutung. Und wo das der Fall ist,
wird so manche Reform auf Eis gelegt. So verhält es sich
auch mit der Novellierung des Jagdrechts. Da ist
zum einen die Jagdindustrie mit der Herstellung von
Munition, Waffen und sonstiger Ausrüstung, vom Fernglas
bis zum Filzhut. Zum anderen schlagen die Jagdpachten,
die jährlich von wohlhabenden Revierbesitzern in die
öffentlichen Kassen fließen, nicht unerheblich zu Buche.
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