|









| |
|
Den Tierschutzgedanken in immer weitere Kreise ziehen lassen, ihn vor allem
in die Schulen transportieren, das ist eine vorrangige Aufgabe des Tierschutzes
- vielleicht die Wichtigste. Denn die Kinder von heute sind es, die morgen unser
Land gestalten. Sie sind es, die morgen selbst Kinder erziehen, konsumieren und
wirtschaften, wählen, gewählt werden und Gesetze erlassen.
In Deutschland einzigartig ist das Projekt "Schüler für Tiere" am Gymnasium
Köln-Rodenkirchen. Die rührige Schülergruppe um Frau Kowalzick, der Initiatorin,
gilt es daher nach besten Kräften zu unterstützen!
Dass man etwas schaffen kann, wenn man es wirklich möchte, beweisen die
"Schüler für Tiere" auf vorbildliche Weise immer wieder aufs Neue.
|
"Je früher
unsere Jugend von sich aus jede Rohheit gegen Tiere als
verwerflich anzusehen lernt, je mehr achtet sie darauf,
dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quälerei
wird, desto klarer wird auch später ihr
Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der
Großen Recht und Unrecht ist"
Theodor Heuß |
MENSCH-TIER-BEZIEHUNG
UND SCHULE
Endlich ist es so weit!
Die
Bildungsinitiative ACHTUNG MITWELT
freut sich sehr, dass sie nun erstmalig auch
in Deutschland eine Seminarreihe zum
Thema „MENSCH – TIER - BEZIEHUNG UND SCHULE“
anbieten kann.
Initiator
dieser Seminare ist die Bildungsinitiative
ACHTUNG MITWELT in Kooperation mit
SCHÜLER FÜR TIERE e.V.
ACHTUNG
MITWELT setzt sich dafür ein, Themen aus dem
Bereich der MITWELT in die
Bildungseinrichtungen einzubinden und
verpflichtend zu behandeln.
Menschliches Verhalten hat Auswirkungen auf
die Lebensbedingungen von Menschen, Tieren,
Pflanzen und auf natürliche Lebensräume. Aus
diesem Grund sollten junge Menschen früh
lernen, Zusammenhänge zu erkennen, sich in
der Welt zurecht zu finden und
verantwortlich / nachhaltig zu handeln.
Nicht nur
um der Tiere, sondern auch um der Menschen
willen, ist es notwendig, die
Mensch-Tier-Beziehung auf der Grundlage von
Werten wie Humanität und Achtung neu zu
gestalten. Denn gerade in der
Mensch-Tier-Beziehung entwickeln sich bei
Kindern und Jugendlichen Grundmuster, die
auf die mitmenschlichen Beziehungen
übertragen werden. Werden hier Stärke und
Rücksichtslosigkeit gegenüber Schwächeren
ausgelebt, so ist zu befürchten, dass diese
als erfolgreich erlebten Verhaltensweisen
später generell in der Gesellschaft
angewandt werden. Dies zu verhindern,
erfordert die Abkehr von einem würdelosen,
allein auf den Nutzen des Menschen
ausgerichteten Umgang mit den Tieren, hin zu
einem fürsorglichen, würde- und
respektvollen Verhalten gegenüber dem
Mitlebewesen Tier. Der achtungsvolle Umgang
der nachfolgenden Generation miteinander und
mit der Mitwelt ist eine wichtige
Voraussetzung zur zukunftsfähigen
Entwicklung unserer Gesellschaft und dieser
Erde.
In den
schulischen Richtlinien und Lehrplänen
spielt das Thema MITWELT eine eher
untergeordnete Rolle, obwohl eine intensive
Behandlung der Thematik in einer
Gesellschaft, in der nicht nur die Gewalt
gegen Tiere, sondern auch die Gewalt gegen
Menschen zunimmt, dringend erforderlich
wäre.
Nur sehr
langsam verbreitet sich die Einsicht, dass
eine „nachhaltige Entwicklung“ eine ganz
neue Herausforderung auch für das
Bildungssystem darstellt. Für dieses überaus
komplexe Thema reicht es nicht aus, ein paar
zusätzliche Unterrichtsstunden zum Umwelt-
und Naturschutz, Klimaschutz, Tierschutz
u.v.m. oder zur globalen Gerechtigkeit in
den Lehrplan aufzunehmen. Vielmehr ist das
Bildungssystem verantwortlich, jungen
Menschen zu vermitteln, wie sie ihr Leben so
gestalten können, dass sie für die globalen
Herausforderungen der Zukunft gewappnet
sind.
Eingeladen sind alle, die dazu beitragen wollen, den
Mitweltgedanken in die Schulen zu tragen und zu
verbreiten.
Auskunft und
Anmeldung:
E-mail: info@achtung-mitwelt.de, oder:
Bildungsinitiative ACHTUNG MITWELT
Regina Kowalzick |
|
weitere Links zum Thema:
www.tumev.de
www.tierschutz-im-unterricht.de
Aktuell: NEUE WEBSEITE
Diese neue Webseite
www.schule-und-tierschutz.de
ist in erster Linie für Lehrer gedacht, um ihnen
den Einstieg in das in der heutigen Zeit so wichtige
Thema „Tierschutz" zu erleichtern. Außerdem ist SCHULE
UND TIERSCHUTZ ebenso an Eltern und Politiker gerichtet
sowie an alle Menschen, denen eine lebenswerte Welt für
MENSCH + TIER am Herzen liegt. |
Da wir „Schüler für Tiere“ kein
neuer Tierschutzverein im herkömmlichen Sinne sein wollen, sondern es unser Ziel
ist in erster Linie Menschen in unserer Altersgruppe, für einen
verantwortungsvollen Umgang mit Tieren zu sensibilisieren, können wir das
Bewusstsein all dieser Menschen nur ändern, indem sie schon früh mit dem Thema
Tierschutz konfrontiert werden. Um dies zu verwirklichen, fordern wir die
Aufnahme des Tierschutzunterrichtes fächerübergreifend in die deutschen
Lehrpläne.
Wir würden uns sehr freuen, wenn sie unser Anliegen unterstützen, in dem Sie
unsere Unterschriftenlisten weiter verbreiten, und sie zum Beispiel an Ihren
Info-Ständen auslegen würden. |
 |
Das Projekt "Tierschutz in die Schulen"
ist
von einer zentralen Grundidee getragen, die zu einem
zeitgerechten Selbstverständnis von Mensch und Tier
beiträgt. Diese Grundidee besteht darin, dass Bildung
die Einheit von Erkenntnis und Humanität vermittelt.
Denn Kultur und Natur gehören unauflösbar zusammen. Der
Weltausschnitt, der durch die Welt der Tiere
repräsentiert ist, ist auch der Teil, durch den der
Mensch erst in die Lage versetzt wird, sich selbst in
ein größeres Ganzes sinnvoll einzuordnen.
Dieses Projekt hat eine zukunftsweisende Funktion. Denn
die gegenwärtigen Gesellschaften verursachen nicht nur
die unermesslichen Brutalitäten an der Tierwelt, sie
sind darüber hinaus für diese Brutalitäten nicht
erlebensfähig. Aber wir, die alles bestimmenden
Generationen, haben kein Recht, die nächsten
Generationen unhinterfragt in die gleichen Lebensformen
zu führen. Es ist tiefste menschliche Pflicht, als
Ausdruck von Kulturhöhe und Humanität, den jungen
Generationen die alternativen Möglichkeiten von
menschlichen Beziehungen zur Tierwelt zu zeigen, und
ihnen damit neue Grundlagen für freie Entscheidungen zu
anderen Formen von Zivilisation zu ermöglichen.
Das Projekt hat eine tiefe ethische Dimension. Die
Vermittlung von Wissen über die Welt der Tiere an die
Kinder leistet einen erheblichen Beitrag zur ethischen
Erziehung des Menschen. Denn jede Aussage und Wertung
über die Tierwelt ist immer auch eine Wertung für die
Menschenwelt. Durch das Projekt „Tierschutz im
Unterricht“ wird der junge Mensch auf grundlegende Werte
– auf die Zusammengehörigkeit alles Lebendigen –
hingeführt. Es wird ihm gezeigt, dass es keine
Entscheidung und keine Wertung ohne ethische normen
geben kann. Die Brutalitäten und Unrechtmäßigkeiten
gegenüber der Tierwelt werden mit unrichtigen und
inhumanen Argumenten gerechtfertigt. Man sagt sich, die
zivilisatorisch- technokratischen Sachzwänge seien quasi
naturgesetzlich notwendig. Alternativen seien nicht
gangbar. Aber alle grundlegende Erkenntnis der Gegenwart
zeigt uns: Es gibt keine haltbare Rechtfertigung für die
Brutalitäten und Zerstörungen an der Tierwelt.
Das Projekt hat eine moderne Weltbildfunktion. Durch die
Herstellung von Beziehungen zwischen Mensch und Tier, in
denen das Tier in seiner Identität und Autonomie
respektiert wird, wird eine Weltanschauung aufgebaut
werden können, in der Mensch und Tier, Kultur und Natur
verantwortungsvoll entfaltet werden können. Die
Schönheit und Humanität, die in der freiwilligen
Übernahme von Verantwortung liegt, wird durch ein
solches Projekt Kindern gezeigt. Denn Verantwortung hat
der Mensch auf jeden Fall, auch dann, wenn er zur
Übernahme von Verantwortung nicht bereit sein sollte.
Univ.-Prof. Johann Götschl |
|
Tierschutzunterricht -
Thema Tierversuche
von Astrid Reinke
Ein Projekt der Ärzte gegen
Tierversuche e.V.
Tierversuche sind grausam.
So grausam, dass darauf angesprochen, viele Erwachsene sagen: »Das will
ich gar nicht wissen, es belastet mich zu sehr«. Tierversuche werden in
den Medien mehrheitlich als selbstverständlich und lebensrettend
dargestellt. Wenn uns jemand von dem Tierleid durch Tierversuche
erzählt, fühlen wir uns nicht mehr gut. Doch die Tiere fragt niemand,
wie sie sich fühlen. Sie müssen das, woran wir nicht einmal denken
mögen, am eigenen Körper, an der eigenen Seele erleiden.
Vor einem Jahr suchte ich nach Tierschutzlehrern, die Tierversuche im
Schulunterricht thematisieren. Ich konnte erstaunlicherweise keinen
ausfindig machen. Gerade über diese vielleicht grausamste aller
gesetzlich abgenickten Tierquälereien werden Schüler nicht gezielt
aufgeklärt! Wir müssen doch unbedingt ein Gegengewicht zu den
einseitigen Medieninformationen setzen. Ich erlebe sogar immer wieder,
dass in Schulen kritiklos Propaganda für Tierversuche verteilt wird.
Dabei fragt niemand nach »Ausgewogenheit«! Viele Schüler finden im
Alleingang Zugang zu Informationen über Tierversuche. Dankenswerterweise
gibt es genug Organisationen, die u.a. im Internet darüber aufklären.
Ärzte gegen Tierversuche e.V. bekommen unzählige Zuschriften von Kindern
und Jugendlichen. Ein neunjähriges Mädchen schrieb uns, sie werde unsere
Arbeit unterstützen, indem sie auf ihrer Homepage einen Link zu uns
einrichtet. Aber was ist mit denen, die keine Internetfans sind?
Ich denke es ist dringend notwendig das Thema Tierversuche im
Tierschutzunterricht offensiv anzugehen. Natürlich gibt es attraktivere
Themen doch auch über Tierversuche kann man so berichten, dass es
Schüler interessiert. Deshalb entwickelten wir in Zusammenarbeit mit
engagierten Lehrern und einer Kinderpädagogin vor einigen Monaten ein
erstes Konzept für den Tierschutzunterricht.
Als problematisch erweist sich immer wieder, Zugang zu den Schulen zu
bekommen. Oft müssen wir viele Male nachfragen, bevor eine Veranstaltung
zustande kommt. Ist ernsthaftes Interesse geweckt, so stellt sich das
Problem, dass jede Schulklasse anders ist. Die verfügbare Zeit, Alter
und Vorkenntnisse der Schüler, der Schultyp, das Fachgebiet des Lehrers,
der die Klasse betreut – viele Faktoren müssen einbezogen werden.
Mittlerweile wurde das Projekt soweit vorangebracht, dass ein
umfangreicher Grundstock von Powerpointfolien zu verschiedenen Aspekten
von Tierversuchen existiert. Aus verschiedenen Filmen wurden verkürzte
Sequenzen eingebaut. Mittlerweile steht auch umfangreiches
Demonstrationsmaterial zur Verfügung, so dass wir zwei- bis fünfstündige
Veranstaltungen anbieten. Drei unserer Mitglieder können derzeit
Tierschutzunterricht in Bayern, Niedersachen und Nordrhein- Westfalen
durchführen.
Inhaltlich werden individuell unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Tier und Mensch, Fakten zu
Tierversuchen, Grundlagenforschung, chronische Krankheiten, Prävention,
Nebenwirkungen von Medikamenten, Tierversuche für Chemikalien,
Tierarzneimittel und Tierfutter, tierversuchsfreie Methoden, warum
werden Tierversuche gemacht, gesetzliche Hintergründe und vieles mehr
können erörtert werden.
Wir lassen uns bei unseren Schulbesuchen gerne von kindersicheren Tieren
begleiten. Ich selbst nehme zwei Hunde, Luzi und Aische, und den Kater
Rocky mit in die Schule. Die jüngsten Schüler, die ich bisher besucht
habe, waren 10 - 11 Jahre alt und in der fünften Klasse. In diesem Alter
muss man mit dem was man zeigt vorsichtig sein. Ich bespreche deshalb
jede Veranstaltung vorher genau mit dem zuständigen Lehrer, denn der
kann die Gemütslage seiner Schüler besser einschätzen als ich.
Paradoxerweise sehen Menschen sich freiwillig die grausamsten
Menschenquälereien im Fernsehen an. Selbst Kinder. Zeigt man aber
grausame Quälereien an Tieren so können die gleichen Menschen dies nicht
ertragen. Wir leben in einer Zeit, wo Menschen Tiere aufs Brutalste
foltern, dies von vielen hingenommen, gleichzeitig aber als so quälend
empfunden wird, dass man es bewusst ignoriert.
Wir können niemanden zwingen, den Tieren zu helfen. Wir können unsere
Informationen nur anbieten. Ich erlebe immer wieder, dass sie in Schulen
auf erfrischend fruchtbaren Boden fallen. Die Schüler stehen noch nicht
unter dem Zwang Karriere machen und Geld verdienen zu müssen. Erwachsene
glauben häufig, sie hätten selbst so große Probleme, dass sie sich nicht
auch noch um Tiere kümmern könnten. Und viele haben aus mir völlig
unerfindlichen Gründen verinnerlicht, dass Menschen Tiere quälen dürfen.
Nicht so die meisten Schüler!
Einen ganz wesentlichen Teil meiner Veranstaltungen macht die Diskussion
darüber aus, ob oder warum Menschen Tiere quälen dürfen.
Wissenschaftliche Begründungen, warum Tierversuche schädlich sind,
vergessen Schüler schnell wieder, besonders weil nach unserem Besuch die
Tierversuchslobby wieder mit ihrer Panikmache zuschlägt: »Ohne
Tierversuche müsst Ihr an schrecklichen Krankheiten sterben und dürft
keine Medikamente nehmen.« Haben Schüler aber nachvollzogen, dass man
Schwächere nicht quälen darf, dass man Wehrlosen helfen muss, dann ist
einiges erreicht. Wer so fühlt, der braucht nicht unbedingt
wissenschaftliche Argumente. Schüler die erkennen, dass Tiere uns nichts
getan haben, dass sie nicht für unsere Leiden verantwortlich sind, dass
sie vielmehr unsere Hilfe benötigen, sind für die Propaganda von
Tierversuchsbefürwortern wesentlich weniger empfänglich, als diejenigen,
die Tierversuche nur wegen ihrer Nachteile ablehnen.
Wir haben auf allen Ebenen gute Argumente für die Abschaffung von
Tierversuchen. Aber nicht alle haben in allen Bereichen das gleiche
Hintergrundwissen. Warum sollte man das nicht zugeben und auf die
jeweiligen Spezialisten verweisen. Ich glaube, dass das Thema
Tierversuche vor allem deshalb noch keinen nennenswerten Eingang in den
Tierschutzunterricht gefunden hat, weil viele Tierschutzlehrer sich die
Argumentation nicht zutrauen, weil sie glauben zuwenig zu wissen. Ich
möchte dazu anregen, das Thema trotzdem aufzugreifen. Natürlich sollte
man gewisse Grundkenntnisse haben, das ist zu schaffen. Es gibt aber
genug Diskussionsstoff für die Schule, ohne das man z.B. als Chirurg
medizinisch begründen müsste, warum Tierversuche abzulehnen sind.
Wir würden uns freuen, wenn auch andere Vereine und Tierschutzlehrer die
Problematik der Tierversuche in den Tierschutzunterricht einbringen
würden und leisten gerne mit unseren bisherigen Erfahrungen
Hilfestellung. Viele haben Angst, dass es den Kindern nach einer solchen
Veranstaltung schlecht geht. Aber ist diese Gefahr nicht viel größer,
wenn die Schüler die Informationen über die Quälereien an ihren
Freunden, den Tieren, allein verarbeiten müssen? In der Schule können
wir mit ihnen darüber sprechen, ihnen Vorschläge machen, was sie tun
können, um den Tieren zu helfen. Sie müssen sich mit diesen Dingen
sowieso auseinandersetzen, denn die Menschen sind nun einmal grausam
gegen Tiere. Es sind ja nicht wir Tierschutzlehrer, die diese Dinge zu
vertreten haben. Wir wollen vielmehr dazu beitragen, dass sie aufhören.
Wer Näheres zum Schulprojekt
wissen möchte, wende sich
bitte an:
Astrid Reinke
Tel. 05241-238467
e-mail:
reinke@aerzte-gegen-tierversuche.de
|
|
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft,
Naturschutz und Umwelt
Referat Forstpolitik
Stichwort: «Kinder malen den Jäger»
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt
den, 5.2.2007
«Kinder
malen den Jäger»
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Jagdwesen sieht sich
seit Jahren wachsender Kritik, Protestkampagnen, sowie
Anti-Jagddemonstrationen ausgesetzt. Währenddessen
besteht kein Zweifel darüber, dass die ‚Mehrheit der
deutschen Staatsbürger die Jagd ablehnt. Und das aus
gutem Grund: Die Jagd, die in Fachkreisen als ökologisch
sinnlos, in Teilen sogar als kontraproduktiv beschrieben
wird, führt unweigerlich zur Tierquälerei.
Heutzutage reihen sich Fleischskandale
aneinander – der Alptraum BSE ist noch lange nicht
ausgeträumt – Gammelfleisch stinkt zum Himmel und das
Land wird bald wieder von der Vogelpest bedroht. Die
Prioritäten staatlichen Handelns im Bereich der
„Tiernutzung“ sind festgelegt. Sie werden durch
leichtsinniges, profitorientiertes, den Menschen und den
Tieren gegenüber respektlosem Verhalten bestimmt. Im
Ergebnis erleben wir eine Kultur des Tötens in
ungeahnten Dimensionen. Womit wir auch wieder bei der
Jagd wären. Hier tritt allerdings eine Besonderheit zu
Tage, die es auf den anderen Gebieten der Tiernutzung so
nicht gibt: Der Lustgewinn vor und während des Tötens!
Er spielt in der Jägerei eine ganz besondere Rolle.
Selbst von Jägern wird dies nicht verheimlicht.
|
Kindern
im Vorschulalter, gerade angesichts der heutigen
Gewaltbereitschaft von Jugendlichen, das Töten als
Freizeitgestaltung positiv nahe zu bringen, auf diese
abartige Idee käme sicherlich kein Mensch mit
Sachverstand oder etwa doch?
Erfurt - «Kinder malen den Jäger» - unter diesem Motto sind alle
Kinder im Vorschulalter eingeladen, zu Pinsel oder Stift
zu greifen!
Ziel der Gemeinschaftsaktion von
Ministerium, Landesjagdverband Thüringen und Messe
Erfurt ist es, den Nachwuchs frühzeitig für das
Berufsbild des Jägers zu begeistern.
Als Hauptpreis winkt ein echter Hochsitz, in der
Jägersprache Ansitzbock genannt, der im Freigelände der
vom Sieger besuchten Kindereinrichtung aufgestellt und
beispielsweise als Baumhaus genutzt werden kann.
Diese Zusammenarbeit zwischen einem Bundesministerium
und einem Jagdverband darf man so nicht hinnehmen. Den
an dieser Aktion beteiligten ist wohl nicht klar, was
sie damit Kindern antun und welche Spuren dies bei
Kindern hinterlässt. Gewalt wird legalisiert und sogar
empfohlen.
Nebenstehend ein Schreiben des AK an die
Verantwortlichen:
|
|
Nun sollen Kinder in einem Malwettbewerb
ausgerechnet Jäger malen! Angedacht ist, dass unter dem
fadenscheinigen Deckmäntelchen „Naturschutz“ die Kleinen
für den Beruf des Jägers begeistert werden sollen! Das
ist eine schallende Ohrfeige für alle jene Menschen, die
sich aus ethischen Gründen für den Schutz der Tiere
einsetzen und die Jägerei so sehen wie sie tatsächlich
ist, nämlich heimtückisch – respektlos - qualvoll –
überflüssig- ein die Umwelt schädigendes, schlimmes
Überbleibsel unbewältigter Neandertal-Mentalität, das
Theodor Heuss als eine Nebenform menschlicher
Geisteskrankheit bezeichnete!
Auf den gepinselten Werken der jungen
Jägerklientel wird die Angst der Tiere, das Leid er an-
und totgeschossenen Kreaturen und ihre zerfetzten Körper
wohl kaum zu sehen sein. Dagegen werden sie gewiss mit
Freude den Hund an Jägers Seite zu Papier bringen, ohne
natürlich zu erfahren, wie es um seine perfide
Ausbildung bestellt ist. Diese wird man ihnen
vorenthalten. Vielmehr werden die Kinder zu begreifen
haben, welch arge Fehler sich der liebe Gott bei der
Erschaffung von Fuchs und Hase, Wildschwein und Reh
geleistet hat, die es nun mit der Flinte auszumerzen
gilt.
Sehr geehrte Damen und Herren, über eine
steigende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen brauchen
wir uns – auch in Anbetracht solcher Malwettbewerbe -
nicht zu wundern. Diesbezüglich bringt ein weiteres
Zitat von Theodor Heuss unsere Auffassung, die leider
Gottes nicht die Ihre zu sein scheint, auf den Punkt:
„Je früher unsere Jungend von sich aus jede Rohheit
gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr
achtet sie darauf, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren
nicht Quälerei wird, desto klarer wird auch später ihr
Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der
Großen Recht und Unrecht ist“.
In der Hoffnung auf Verständnis und auf
Berücksichtigung bei künftigen Malwettbewerben
verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen
Roland Dunkel |
zum Seitenanfang
|