Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Grußwort zu einer Anti-Fleisch-Demo im Okt. 2007

In China werden Hunde zum Verzehr gemästet und geschlachtet. Die Zeitungen hier berichten dann empört über diese (und andere) ekelerregende Schandtaten der Chinesen. So ruft die Bernadiner-Schutz-Vereinigung jetzt im Internet sehr zurecht zum Protest gegen diese Tierquälerei auf. Es ist richtig und wichtig hier schärfstens zu intervenieren, will sich doch China scheinheilig - trotz viel “Dreck am Stecken”, unter anderem auch wegen Missachtung von Menschenrechten - als liebenswerter Ausrichter der Olympischen Spiele 2008 präsentieren.

Doch auch in Deutschland geschehen ähnlich furchtbare Gräueltaten! Unzählige Tiere werden bei uns in winzigen Käfigen ebenfalls quälerisch gemästet und geschlachtet - und ihre Leichenteile gegessen!

Die Ungeheuerlichkeit ihres Tuns ist den Menschen auch hier offenbar gar nicht bewusst. “Das wurde früher so gemacht und ist heute halt immer noch so”, argumentiert man entschuldigend.

Die einen, "Haustiere", streicheln, die andern, sogenannte "Nutztiere", fressen? Meint man etwa Schweine, Rinder, Kaninchen, Gänse, Hühner leben weniger gerne als Hunde?

Früher hat man teils auch bei uns Hunde gegessen - heute nicht mehr. Früher hielt man sich ganz selbstverständlich Sklaven oder Leibeigene. Es gab das Recht der “ersten Nacht” für den Herrn seiner Magd, man hackte Dieben die Finger ab, oder ließ sie im Kerker verhungern. Heute tut man das alles nicht mehr - wie es auch viele frühere andere Schrecklichkeiten heute glücklicherweise nicht mehr gibt.

Weshalb (fr)isst Mensch dann noch Fleisch ? Es ist absolut unverständlich warum Ewiggestrige heute noch auf das Konsumieren von Tierkadaverteilen bestehen. Man “jettet” mit modernen “Düsenfliegern” mal kurz auf einen Einkauftrip nach Paris, flaniert modebewusst in jeweils aktuellste Klamotten gewandet, das Handy am Ohr, durch die Straßen - um sich dann nach Steinzeitmanier fettige, ungesunde Fleischstücke oder zermanschte Tierteile in Form von Würsten in den Mund zu schieben !? Zitat eines süddeutschen Fleischkontrolleurs : “Wenn die Leute wüssten, was sich so alles in ihrer Wurst befindet, so mancher würde sofort auf vegetarische Kost umsteigen!”

So abschließend die Ermunterung an jene Zuhörer die sich noch nicht vegetarisch ernähren: (Anmerkung: In Deutschland werden wöchentlich rund 4000 Menschen zu Vegetariern !) Hören Sie auf den eigenen Körper, der leicht und leistungsbewusst vegetarisch ernährt werden möchte - gönnen Sie sich eine moderne, vegane oder vegetarische Ernährung. Das ist gesund für Sie und lebensrettend für viele Tiere!

Fleisch ist für den Menschen so überflüssig und schädlich wie ein Kropf - Tiere gehören einfach nicht in den Bratentopf !!!

In diesem Sinne herzlichen Dank an die Organisatoren der Anti-Fleisch Demo in Tübingen und beste Grüße an alle Teilnehmer - von Roland Dunkel, Frankenbrunn, Peter Beck aus der Schweiz und Ulrich Dittmann, Kirchheimbolanden -

vom `Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V. ´ !

 

 

Demo in Freiburg am 23.06.2007

Prof. Dr. Karnowsky, Dortmund
Vertreter heute der „Allianz für Tierrechte“

Vorsitzender der Hans-Rönn-Stiftung - Menschen für Tiere, Düsseldorf und Mitarbeiter im Politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e. V., Düsseldorf

Sieben Streiflichter zum Thema und Aufruf der heutigen Kundgebung:

„Menschen, esst kein Fleisch!“

Zur heutigen Kundgebung bin ich aus Norddeutschland gekommen. Ich möchte Ihnen im Kontrast zum heutigen wunderschönen Freiburger Ambiente von einer Produktionsstätte der industrialisierten Massentierhaltung im fernen deutschen Norden berichten.

Ich war für einige Zeit in die Kommission des Bundeslandwirtschaftsministeriums gem. § 16 b Tierschutzgesetz berufen gewesen und habe mich im Rahmen dieser wissenschaftlichen Beratungstätigkeit umfassend über die deutsche Landwirtschaft kundig machen können.

Ich möchte heute zu Ihnen über die Hähnchenmast sprechen. Auf der Kundgebung „Menschen, esst kein Fleisch“ in Siegen am 10.3. 2007 sprach ich zur Schweinemast. Nun folgt heute meine Fortsetzung zur Hühnermast.

Hühner kennen zwar alle ganz gut, aber vielleicht bedarf es der folgenden Ausführungen, um endlich und immer wieder die wesentlichen Aspekte zum Hühnerfleisch aufzuzeigen, um die es uns auch auf dieser heutigen Kundgebung geht.

Es geht mir heute exemplarisch um die folgenden sechs Punkte:

1. Der Begriff Hähnchen

Das Leben eines Huhns ist kurz; es ist in nur knapp sechs Wochen auf den Tisch des Verbrauchers oder wird mal schnell an der Imbissbude im Stehen gegessen.
Auf jenem Bauernhof in Westfalen, auf den es meine Eltern und mich nach dem Krieg verschlagen hatte, währte ein Hühnerleben i.d.R. zwei, vielleicht drei Jahre, in modernen Mastbetrieben dagegen nur fünf bis sechs, allenfalls acht Wochen. Mehr Zeit ist nicht notwendig, damit aus einem pfirsichgroßen Küken ein Hähnchen mit fast zwei Kilo Gewicht wird.
Der Verbraucher bevorzugt den sächlichen Begriff "Hähnchen": „Das“ ist sprachlich ein Neutrum. Das Neutrum scheint logisch, obwohl jedes zweite Schlachttier eine Henne ist. Denn in dieser kurzen Zeitspanne werden die Tiere zwar schlacht-, aber noch längst nicht geschlechtsreif. Hühnerfleisch ist begehrt wie nie. Es gilt als gesund und bekömmlich, lässt sich leicht zubereiten und ist zudem viel billiger als Fleisch vom Schwein oder Rind. Die BSE-Krise hat den Produzenten eine unerwartete Zusatzkonjunktur gegeben. Seit dem Jahr 2000 wird in Deutschland zum ersten Mal mehr Geflügel als Rind- und Kalbfleisch verzehrt. Es bleibt aber meine Feststellung, dass der Begriff Hähnchen nicht korrekt ist.

2. Fast eine halbe Milliarde

Über 400 Millionen Hähnchen werden jährlich in Deutschland produziert, rund 100 Millionen davon in Nachbarländer exportiert. Außerdem kommen fast 400 Millionen Hähnchen aus dem Ausland importiert; davon längst nicht alle in einwandfreiem Zustand. Die Zahlen habe ich aus dem Landwirtschaftsministerium. Ob sein Chef Horst Seehofer seine Zahlen liest, weiß ich nicht, er hat ja bekanntlich zur Zeit auch andere Probleme. - In Brüssel veröffentlicht die Europäische Union laufend Listen mit beanstandeten Partien von Hähnchenfleisch. So enthielten beispielsweise gefrorene Hähnchenteile aus Brasilien Nitrofurane, Geflügelfleisch-Spezialitäten aus dem gleichen Land das Medikament Listeria und Entenbrüste aus Thailand gar häufig Salmonellen.

3. Die Bodenhaltung

Wie lassen sich so viele Hühner zum Verzehr jährlich ”artgerecht” aufziehen, mästen und schlachten? Ein konkretes Beispiel heute: Fünfzehn Kilometer von einer dieser Hühnerfleisch-Konzernzentralen in Niedersachsen, nämlich in Twistringen liegt Drentwede im Oldenburgischen. Am Ortseingang befindet sich eine zuerst alltägliche, wenn auch riesige Industrie-Lagerhalle, über 1.500 Quadratmeter groß. Hier werden "Wiesenhof"-Hähnchen in Bodenhaltung gemästet. Der idyllische Name Wiesenhof täuscht ebenso wie der Begriff „Bodenhaltung“!
Der Eingang ist gesichert und aus Gründen der Hygiene nur mit Schutzkleidung passierbar. Knapp 40.000 Hähnchen werden hier in 35 Tagen schlachtreif gemacht. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Futterleistung, Gewicht, also sämtliche für den Produktionsprozess relevanten Daten sind elektronisch gesteuert. Statistisch gesehen müssen sich mindestens 22 Tiere einen Quadratmeter teilen. Futter und Wasser sind zwar erreichbar, aber was ist nicht möglich in der Enge? Wirkliches Ruhen, geschäftiges Umherlaufen, wie wir es vom Bauernhof alter Prägung kennen, Baden im Staub oder ungehindertes Schlagen mit den Flügeln. Mindestens sieben- bis achtmal wird dieser Bestand innerhalb eines Jahres umgeschlagen, wie der Produktionsleiter ausführte. Das Verb „umgeschlagen“ hier ist doch wohl ziemlich roh und sehr zynisch aus der Lagerhaltung für Sachen in die Tiermast übernommen worden.

4. Die LKWs oder die Qual des Abholens

Der Lastzug kommt angefahren, der die Hähnchen in die 30 Kilometer entfernte Schlachterei bringt. 350 Tiere passen in einen Behälter, jeder Lastzug kann bis zu 8000 Tiere fassen. Das Hineinschieben geschieht mit Planierraupen ähnlichen Karren mit großen Drahtkörpern. Denken Sie bildlich an motorisierte Rasenmäher mit Sitz und als Vorbau Drahtsysteme nach Art von kleinen Handballtoren an ihrer Frontseite. Die Lastzüge fahren in eine mit sogenanntem Schwarzlicht ausgeleuchtete Halle. Für die Tiere simuliert dieses Licht Dunkelheit und damit Schlafenszeit. Aufgeregtes Gackern ist daher kaum zu vernehmen. Es ist ca. 4.00 morgens.
Was man hört, sind die Ladegeräusche. Die Verladung erfolgt wie beim Abladen von Bauschutt auf der Deponie in einer Art Kippmechanik. Wohlgemerkt: Die Tiere leben noch! Wenn die LKWs mit den übergroßen Anhängern dann durch die Dörfer zum Schlachthof fahren, sehen keine Passanten zu. Im Schlachthof Lohne wird dann im Zweischichtbetrieb täglich geschlachtet. In Spitzenzeiten sind schon mal 240.000 Hühner (eben nur Hähnchen genannt) innerhalb von nur 24 Stunden. Wie kommen die Tiere an? Gebrochene Flügel und Beine, nach Auskunft von Veterinären, die überraschend ehrlich sind. Die meisten der Hähnchen sind verletzt durch die maschinelle Verladung und durch den qualvollen Transport: „Sie werden ja eh schnell geschlachtet“, sagten sie. Die oben beschriebene Halle ist übrigens nicht der einzige Groß-Stall in jener Gegend.

5. Ein Trampolin mit Karussell

Gabelstapler schieben im Schlachthof die Behälter vom LKW mit dem langen Hänger auf ein Transportband. Dort werden sie gekippt, die Tiere rutschen automatisch auf eine Art Trampolin, das sie zu einem Karussell - ein makabres Wort - befördert, wo sie mit den Beinen an einen Haken gehängt werden - eine "Schlachtlinie", an der die Tiere kopfüber in einer schier endlos erscheinenden Reihe baumeln. Die Schlachtlinie führt zu einem Vorhang, hinter dem die Tiere mit Heißluft betäubt werden. Wenige Meter dahinter öffnen scharfe Klingen den Tieren automatisch die Schlagader. Ob alle sofort tot sind, ist unklar.

6. Die mörderische Perfektion

Vom Anhängen bis zum Tod vergehen angeblich nur ca. 20 Sekunden. Die Tötung nach althergebrachter Art auf dem Bauernhof ist sicherlich auch nicht kürzer, und ob sie für die Tiere weniger Stress bedeutet, ist zu bezweifeln.
Schockierend ist aber hier für mich die bis zur Perfektion betriebene Mechanisierung des Tötens. Alles läuft automatisch ab: Nach dem Tod bluten die Hähnchen eine Strecke lang aus. Anschließend führt die Schlachtlinie durch Heißwasser. Die Federn lockern sich, Scherautomaten rupfen sie. Danach werden die Innereien entfernt, zuletzt wird die Lunge vollautomatisch herausgesaugt.
An dieser Stelle stehen auch die Veterinäre, die den Vorgang stichprobenartig überwachen und Fleischproben entnehmen. Die Wiesenhof-Gruppe hat gerade ein eigenes Computersystem entwickelt, ein sogenanntes "selbstlernendes" System, das die Hähnchen je nach Größe, Aussehen und Farbe in verschiedene Qualitätsstufen einteilt und entscheidet, ob sie ganz oder zerlegt, als Keule oder Brust, paniert und gewürzt als Spezialität oder zu Geflügelwurst verarbeitet auf den Markt kommen.

7. Die Tiefkühltruhe

Gelungen ist dieser kleine Beitrag dann, wenn Sie, liebe Zuhörer, beim Blick in die Tiefkühltruhe Ihrer Supermärkte das Trampolin, die Gabelstapler und die großen LKWs mit Anhängern, die kleinen Planierraupen mit den großen Fangkörben und das erwähnte Karussell geistig vor Ihren Augen sehen.
Hoffentlich hören Sie dann auch, wie die endlosen Transportbänder mit den aufgehängten Hähnchen zu den rotierenden Messern davon rattern!

Menschen, esst kein Fleisch!

 

 

Grußwort von Ulrich Dittmann
Arbeitskreis für humanen Tierschutz
und gegen Tierversuche e.V. zur Demo am 23.06.07 in Freiburg

 

„Fleisch ist kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.(…) Der Verzicht auf dieses Nahrungsmittel stellt keine unzumutbare Beschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten dar.”
Diese weisen Erkenntnisse stammen nicht etwa aus einem Vegetarierhandbuch. Sondern, man höre und staune, es sind Zitate, die im Zusammenhang mit dem Schächten von Tieren, schwarz auf weiß in den Urteilsbegründungen des Oberverwaltungsgerichts Hamburg* und dem Bundesverwaltungsgericht Berlin** nachzulesen sind.
Hochrichterlich wird hier bestätigt was Mediziner, ernährungsbewusste Bürger und Tierfreunde schon lange wissen : Fleischessen ist absolut unnötig. Im Gegenteil, es ist maßgeblich verantwortlich für viele Krankheiten : Fettsucht mit in Folge Kreislaufproblemen, Bluthochdruck, Schlaganfällen, Herzinfarkten, Diabetes, hohe Harnsäurewerte, Arthritis, Gicht , usw., usw.
Der Verzehr von Tierleichenteilen kann grundsätzlich nicht gesund sein - unabhängig von Skandalen mit Salmonellen, Trichinen, Knochen, Sehnen, Würmern, Blut, Gedärmen und sonstigen ekelerregenden halbverwesten Tierabfällen in Gammelfleischprodukten.

Bei Umfragen bezeichnen sich regelmäßig weit über 90 % der Bevölkerung als “Tierfreunde”. Es ist “in”, sich für Tier- und Naturschutz auszusprechen. Wer möchte schon als Tierquäler oder Tiertöter dastehen?
Doch genau letzteres ist jedem Fleischesser indirekt vorzuwerfen.
Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Und Fleisch wächst bekanntlich nicht auf Bäumen, sondern wird als Massenware unter vielfach erbärmlichsten Bedingungen “erzeugt” und dann zu Billigstpreisen verramscht. Die schrecklichen Tierqualdokumentationen aus Fernsehberichten sind uns ja allen bekannt. -

Fleischessen ist so unnötig wie ein Kropf und zweifellos schädlich für das betroffene Tier - aber auch für den Menschen, der Tier-Leichenteile in sich hineinstopft. Lassen wir es doch einfach sein!
In Deutschland werden durchschnittlich jede Woche rund 4000 Menschen zu Vegetariern. In Großbritannien sind es im Durchschnitt schon 5000 Menschen. Machen wir es zumindest den Engländern nach!

In diesem Sinne viel Erfolg ! Herzliche Grüße nach Freiburg - von Ingeborg Schollmeyer, Roland Dunkel und Ulrich Dittmann vom Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V.!

* Hamburger Oberverwaltungsgericht Az. OVG Bf III 42/90 vom 14.09.92
** Bundesverwaltungsgericht Berlin Az. 3 C 31.93 vom 15.06.95)

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