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Grußwort zu einer Anti-Fleisch-Demo im Okt. 2007
In
China werden Hunde zum Verzehr gemästet und geschlachtet. Die Zeitungen hier
berichten dann empört über diese (und andere) ekelerregende Schandtaten der
Chinesen. So ruft die Bernadiner-Schutz-Vereinigung jetzt im Internet sehr
zurecht zum Protest gegen diese Tierquälerei auf. Es ist richtig und wichtig
hier schärfstens zu intervenieren, will sich doch China scheinheilig - trotz
viel “Dreck am Stecken”, unter anderem auch wegen Missachtung von
Menschenrechten - als liebenswerter Ausrichter der Olympischen Spiele 2008
präsentieren.
Doch auch in
Deutschland geschehen ähnlich furchtbare Gräueltaten! Unzählige Tiere werden bei
uns in winzigen Käfigen ebenfalls quälerisch gemästet und geschlachtet - und
ihre Leichenteile gegessen!
Die
Ungeheuerlichkeit ihres Tuns ist den Menschen auch hier offenbar gar nicht
bewusst. “Das wurde früher so gemacht und ist heute halt immer noch so”,
argumentiert man entschuldigend.
Die einen,
"Haustiere", streicheln, die andern, sogenannte "Nutztiere", fressen? Meint man
etwa Schweine, Rinder, Kaninchen, Gänse, Hühner leben weniger gerne als Hunde?
Früher hat
man teils auch bei uns Hunde gegessen - heute nicht mehr. Früher hielt man sich
ganz selbstverständlich Sklaven oder Leibeigene. Es gab das Recht der “ersten
Nacht” für den Herrn seiner Magd, man hackte Dieben die Finger ab, oder ließ sie
im Kerker verhungern. Heute tut man das alles nicht mehr - wie es auch viele
frühere andere Schrecklichkeiten heute glücklicherweise nicht mehr gibt.
Weshalb (fr)isst
Mensch dann noch Fleisch ? Es ist absolut unverständlich warum Ewiggestrige
heute noch auf das Konsumieren von Tierkadaverteilen bestehen. Man “jettet” mit
modernen “Düsenfliegern” mal kurz auf einen Einkauftrip nach Paris, flaniert
modebewusst in jeweils aktuellste Klamotten gewandet, das Handy am Ohr, durch
die Straßen - um sich dann nach Steinzeitmanier fettige, ungesunde Fleischstücke
oder zermanschte Tierteile in Form von Würsten in den Mund zu schieben !? Zitat
eines süddeutschen Fleischkontrolleurs : “Wenn die Leute wüssten, was sich so
alles in ihrer Wurst befindet, so mancher würde sofort auf vegetarische Kost
umsteigen!”
So
abschließend die Ermunterung an jene Zuhörer die sich noch nicht vegetarisch
ernähren: (Anmerkung: In Deutschland werden wöchentlich rund 4000 Menschen zu
Vegetariern !) Hören Sie auf den eigenen Körper, der leicht und leistungsbewusst
vegetarisch ernährt werden möchte - gönnen Sie sich eine moderne, vegane oder
vegetarische Ernährung. Das ist gesund für Sie und lebensrettend für viele
Tiere!
Fleisch ist
für den Menschen so überflüssig und schädlich wie ein Kropf - Tiere gehören
einfach nicht in den Bratentopf !!!
In diesem
Sinne herzlichen Dank an die Organisatoren der Anti-Fleisch Demo in Tübingen und
beste Grüße an alle Teilnehmer - von Roland Dunkel, Frankenbrunn, Peter Beck aus
der Schweiz und Ulrich Dittmann, Kirchheimbolanden -
vom
`Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V. ´ !
Demo in Freiburg am 23.06.2007
Prof. Dr. Karnowsky, Dortmund
Vertreter heute der „Allianz für Tierrechte“
Vorsitzender der Hans-Rönn-Stiftung - Menschen für Tiere, Düsseldorf und
Mitarbeiter im Politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e. V.,
Düsseldorf
Sieben Streiflichter
zum Thema und Aufruf der heutigen Kundgebung:
„Menschen, esst kein
Fleisch!“
Zur heutigen Kundgebung bin ich
aus Norddeutschland gekommen. Ich möchte Ihnen im Kontrast zum heutigen
wunderschönen Freiburger Ambiente von einer Produktionsstätte der
industrialisierten Massentierhaltung im fernen deutschen Norden berichten.
Ich war für einige Zeit in die
Kommission des Bundeslandwirtschaftsministeriums gem. § 16 b Tierschutzgesetz
berufen gewesen und habe mich im Rahmen dieser wissenschaftlichen
Beratungstätigkeit umfassend über die deutsche Landwirtschaft kundig machen
können.
Ich möchte heute zu Ihnen über
die Hähnchenmast sprechen. Auf der Kundgebung „Menschen, esst kein Fleisch“ in
Siegen am 10.3. 2007 sprach ich zur Schweinemast. Nun folgt heute meine
Fortsetzung zur Hühnermast.
Hühner kennen zwar alle ganz
gut, aber vielleicht bedarf es der folgenden Ausführungen, um endlich und immer
wieder die wesentlichen Aspekte zum Hühnerfleisch aufzuzeigen, um die es uns
auch auf dieser heutigen Kundgebung geht.
Es geht mir heute exemplarisch
um die folgenden sechs Punkte:
1. Der Begriff Hähnchen
Das Leben eines Huhns ist kurz;
es ist in nur knapp sechs Wochen auf den Tisch des Verbrauchers oder wird mal
schnell an der Imbissbude im Stehen gegessen.
Auf jenem Bauernhof in Westfalen, auf den es meine Eltern und mich nach dem
Krieg verschlagen hatte, währte ein Hühnerleben i.d.R. zwei, vielleicht drei
Jahre, in modernen Mastbetrieben dagegen nur fünf bis sechs, allenfalls acht
Wochen. Mehr Zeit ist nicht notwendig, damit aus einem pfirsichgroßen Küken ein
Hähnchen mit fast zwei Kilo Gewicht wird.
Der Verbraucher bevorzugt den sächlichen Begriff "Hähnchen": „Das“ ist
sprachlich ein Neutrum. Das Neutrum scheint logisch, obwohl jedes zweite
Schlachttier eine Henne ist. Denn in dieser kurzen Zeitspanne werden die Tiere
zwar schlacht-, aber noch längst nicht geschlechtsreif. Hühnerfleisch ist
begehrt wie nie. Es gilt als gesund und bekömmlich, lässt sich leicht zubereiten
und ist zudem viel billiger als Fleisch vom Schwein oder Rind. Die BSE-Krise hat
den Produzenten eine unerwartete Zusatzkonjunktur gegeben. Seit dem Jahr 2000
wird in Deutschland zum ersten Mal mehr Geflügel als Rind- und Kalbfleisch
verzehrt. Es bleibt aber meine Feststellung, dass der Begriff Hähnchen nicht
korrekt ist.
2. Fast eine halbe Milliarde
Über 400 Millionen Hähnchen
werden jährlich in Deutschland produziert, rund 100 Millionen davon in
Nachbarländer exportiert. Außerdem kommen fast 400 Millionen Hähnchen aus dem
Ausland importiert; davon längst nicht alle in einwandfreiem Zustand. Die Zahlen
habe ich aus dem Landwirtschaftsministerium. Ob sein Chef Horst Seehofer seine
Zahlen liest, weiß ich nicht, er hat ja bekanntlich zur Zeit auch andere
Probleme. - In Brüssel veröffentlicht die Europäische Union laufend Listen mit
beanstandeten Partien von Hähnchenfleisch. So enthielten beispielsweise
gefrorene Hähnchenteile aus Brasilien Nitrofurane, Geflügelfleisch-Spezialitäten
aus dem gleichen Land das Medikament Listeria und Entenbrüste aus Thailand gar
häufig Salmonellen.
3. Die Bodenhaltung
Wie lassen sich so viele Hühner
zum Verzehr jährlich ”artgerecht” aufziehen, mästen und schlachten? Ein
konkretes Beispiel heute: Fünfzehn Kilometer von einer dieser
Hühnerfleisch-Konzernzentralen in Niedersachsen, nämlich in Twistringen liegt
Drentwede im Oldenburgischen. Am Ortseingang befindet sich eine zuerst
alltägliche, wenn auch riesige Industrie-Lagerhalle, über 1.500 Quadratmeter
groß. Hier werden "Wiesenhof"-Hähnchen in Bodenhaltung gemästet. Der idyllische
Name Wiesenhof täuscht ebenso wie der Begriff „Bodenhaltung“!
Der Eingang ist gesichert und aus Gründen der Hygiene nur mit Schutzkleidung
passierbar. Knapp 40.000 Hähnchen werden hier in 35 Tagen schlachtreif gemacht.
Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Futterleistung, Gewicht, also sämtliche für den
Produktionsprozess relevanten Daten sind elektronisch gesteuert. Statistisch
gesehen müssen sich mindestens 22 Tiere einen Quadratmeter teilen. Futter und
Wasser sind zwar erreichbar, aber was ist nicht möglich in der Enge? Wirkliches
Ruhen, geschäftiges Umherlaufen, wie wir es vom Bauernhof alter Prägung kennen,
Baden im Staub oder ungehindertes Schlagen mit den Flügeln. Mindestens sieben-
bis achtmal wird dieser Bestand innerhalb eines Jahres umgeschlagen, wie der
Produktionsleiter ausführte. Das Verb „umgeschlagen“ hier ist doch wohl ziemlich
roh und sehr zynisch aus der Lagerhaltung für Sachen in die Tiermast übernommen
worden.
4. Die LKWs oder die Qual des
Abholens
Der Lastzug kommt angefahren,
der die Hähnchen in die 30 Kilometer entfernte Schlachterei bringt. 350 Tiere
passen in einen Behälter, jeder Lastzug kann bis zu 8000 Tiere fassen. Das
Hineinschieben geschieht mit Planierraupen ähnlichen Karren mit großen
Drahtkörpern. Denken Sie bildlich an motorisierte Rasenmäher mit Sitz und als
Vorbau Drahtsysteme nach Art von kleinen Handballtoren an ihrer Frontseite. Die
Lastzüge fahren in eine mit sogenanntem Schwarzlicht ausgeleuchtete Halle. Für
die Tiere simuliert dieses Licht Dunkelheit und damit Schlafenszeit. Aufgeregtes
Gackern ist daher kaum zu vernehmen. Es ist ca. 4.00 morgens.
Was man hört, sind die Ladegeräusche. Die Verladung erfolgt wie beim Abladen von
Bauschutt auf der Deponie in einer Art Kippmechanik. Wohlgemerkt: Die Tiere
leben noch! Wenn die LKWs mit den übergroßen Anhängern dann durch die Dörfer zum
Schlachthof fahren, sehen keine Passanten zu. Im Schlachthof Lohne wird dann im
Zweischichtbetrieb täglich geschlachtet. In Spitzenzeiten sind schon mal 240.000
Hühner (eben nur Hähnchen genannt) innerhalb von nur 24 Stunden. Wie kommen die
Tiere an? Gebrochene Flügel und Beine, nach Auskunft von Veterinären, die
überraschend ehrlich sind. Die meisten der Hähnchen sind verletzt durch die
maschinelle Verladung und durch den qualvollen Transport: „Sie werden ja eh
schnell geschlachtet“, sagten sie. Die oben beschriebene Halle ist übrigens
nicht der einzige Groß-Stall in jener Gegend.
5. Ein Trampolin mit
Karussell
Gabelstapler schieben im
Schlachthof die Behälter vom LKW mit dem langen Hänger auf ein Transportband.
Dort werden sie gekippt, die Tiere rutschen automatisch auf eine Art Trampolin,
das sie zu einem Karussell - ein makabres Wort - befördert, wo sie mit den
Beinen an einen Haken gehängt werden - eine "Schlachtlinie", an der die Tiere
kopfüber in einer schier endlos erscheinenden Reihe baumeln. Die Schlachtlinie
führt zu einem Vorhang, hinter dem die Tiere mit Heißluft betäubt werden. Wenige
Meter dahinter öffnen scharfe Klingen den Tieren automatisch die Schlagader. Ob
alle sofort tot sind, ist unklar.
6. Die mörderische Perfektion
Vom Anhängen bis zum Tod
vergehen angeblich nur ca. 20 Sekunden. Die Tötung nach althergebrachter Art auf
dem Bauernhof ist sicherlich auch nicht kürzer, und ob sie für die Tiere weniger
Stress bedeutet, ist zu bezweifeln.
Schockierend ist aber hier für mich die bis zur Perfektion betriebene
Mechanisierung des Tötens. Alles läuft automatisch ab: Nach dem Tod bluten die
Hähnchen eine Strecke lang aus. Anschließend führt die Schlachtlinie durch
Heißwasser. Die Federn lockern sich, Scherautomaten rupfen sie. Danach werden
die Innereien entfernt, zuletzt wird die Lunge vollautomatisch herausgesaugt.
An dieser Stelle stehen auch die Veterinäre, die den Vorgang stichprobenartig
überwachen und Fleischproben entnehmen. Die Wiesenhof-Gruppe hat gerade ein
eigenes Computersystem entwickelt, ein sogenanntes "selbstlernendes" System, das
die Hähnchen je nach Größe, Aussehen und Farbe in verschiedene Qualitätsstufen
einteilt und entscheidet, ob sie ganz oder zerlegt, als Keule oder Brust,
paniert und gewürzt als Spezialität oder zu Geflügelwurst verarbeitet auf den
Markt kommen.
7. Die Tiefkühltruhe
Gelungen ist dieser kleine
Beitrag dann, wenn Sie, liebe Zuhörer, beim Blick in die Tiefkühltruhe Ihrer
Supermärkte das Trampolin, die Gabelstapler und die großen LKWs mit Anhängern,
die kleinen Planierraupen mit den großen Fangkörben und das erwähnte Karussell
geistig vor Ihren Augen sehen.
Hoffentlich hören Sie dann auch, wie die endlosen Transportbänder mit den
aufgehängten Hähnchen zu den rotierenden Messern davon rattern!
Menschen, esst kein Fleisch!

Grußwort von Ulrich Dittmann
Arbeitskreis für humanen Tierschutz
und gegen Tierversuche e.V. zur Demo am 23.06.07 in Freiburg
„Fleisch ist kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.(…) Der
Verzicht auf dieses Nahrungsmittel stellt keine unzumutbare Beschränkung der
persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten dar.”
Diese weisen Erkenntnisse stammen nicht
etwa aus einem Vegetarierhandbuch. Sondern, man höre und staune, es sind Zitate,
die im Zusammenhang mit dem Schächten von Tieren, schwarz auf weiß in den
Urteilsbegründungen des Oberverwaltungsgerichts Hamburg* und dem
Bundesverwaltungsgericht Berlin** nachzulesen sind.
Hochrichterlich wird hier bestätigt was Mediziner, ernährungsbewusste Bürger und
Tierfreunde schon lange wissen : Fleischessen ist absolut unnötig. Im Gegenteil,
es ist maßgeblich verantwortlich für viele Krankheiten : Fettsucht mit in Folge
Kreislaufproblemen, Bluthochdruck, Schlaganfällen, Herzinfarkten, Diabetes, hohe
Harnsäurewerte, Arthritis, Gicht , usw., usw.
Der Verzehr von Tierleichenteilen kann grundsätzlich nicht gesund sein -
unabhängig von Skandalen mit Salmonellen, Trichinen, Knochen, Sehnen, Würmern,
Blut, Gedärmen und sonstigen ekelerregenden halbverwesten Tierabfällen in
Gammelfleischprodukten.
Bei Umfragen
bezeichnen sich regelmäßig weit über 90 % der Bevölkerung als “Tierfreunde”. Es
ist “in”, sich für Tier- und Naturschutz auszusprechen. Wer möchte schon als
Tierquäler oder Tiertöter dastehen?
Doch genau letzteres ist jedem Fleischesser indirekt vorzuwerfen.
Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Und Fleisch wächst bekanntlich nicht auf
Bäumen, sondern wird als Massenware unter vielfach erbärmlichsten Bedingungen
“erzeugt” und dann zu Billigstpreisen verramscht. Die schrecklichen
Tierqualdokumentationen aus Fernsehberichten sind uns ja allen bekannt. -
Fleischessen ist
so unnötig wie ein Kropf und zweifellos schädlich für das betroffene Tier - aber
auch für den Menschen, der Tier-Leichenteile in sich hineinstopft. Lassen wir es
doch einfach sein!
In Deutschland werden durchschnittlich jede Woche rund 4000 Menschen zu
Vegetariern. In Großbritannien sind es im Durchschnitt schon 5000 Menschen.
Machen wir es zumindest den Engländern nach!
In diesem Sinne
viel Erfolg ! Herzliche Grüße nach Freiburg - von Ingeborg Schollmeyer,
Roland Dunkel und Ulrich Dittmann vom Arbeitskreis für humanen Tierschutz und
gegen Tierversuche e.V.!
* Hamburger
Oberverwaltungsgericht Az. OVG Bf III 42/90 vom 14.09.92
** Bundesverwaltungsgericht Berlin Az. 3 C 31.93 vom 15.06.95)
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