Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Das Elend der Katzen

Erschlagen, erstickt, ertränkt, vergiftet, oder auf andere barbarische Art und Weise zu Tode gequält: Das ist das Schicksal unzähliger Katzen - jedes Jahr auf´s Neue. Die Folge von Unwissenheit, Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit - und man muss es deutlich aussprechen - meist aus sträflichem Geiz der Katzenhalter, die trotz eindringlicher Appelle der Tierschutzorganisationen ihre Katzen und Kater nicht unfruchtbar machen lassen.

Tierfreunde haben es einmal exemplarisch ausgerechnet. Bei der Annahme, dass eine Katze zweimal pro Jahr Nachwuchs "produziert" und jeweils nur drei Junge pro Wurf überleben, kommt man in einem Zeitraum von nur zehn Jahren auf die gigantische Zahl von mehr als 80 Millionen Katzen!

Und so streifen sie später durch die Gegend - über 250 000 Katzen werden jährlich abgeschossen, oder verenden jämmerlich in den Fallen der “Wald- und Wiesen-Sheriff´s“ und selbsternannten "Heger", im grünen Metzgergewand. Unzählige werden überfahren, vegetieren krank, verwurmt, von Flöhen geplagt auf Schrottplätzen, in Schrebergärten oder in der Nähe von Wohlstands-Müllhalden. Hin und wieder werden sie von mildtätigen Menschen gefüttert - und vermehren sich, unendlich fruchtbar, weiter und weiter.- So beißt sich das Elend der Katzenvermehrung sprichwörtlich in den Schwanz.

 

Weitere Informationen zum Thema: www.katzenschutzverordnung.de

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast".

Dieses Zitat von Antoine de saint-Exupéry trifft auch für die Katze zu. Sie ist in Jahrhunderten Domestikation zum Haustier geworden, für das wir die volle Verantwortung tragen.

Dabei ist es nicht mit Ernährung und Pflege allein getan, sondern angesichts der unübersehbaren Überproduktion der Hauskatzen, gehört die Sterilisation bzw. Kastration für einen verantwortungsvollen Tierfreund zwingend dazu.

Bei der Sterisilation bleiben die Geschlechtsdrüsen erhalten und es werden bei der Katze die Eileiter und beim Kater die Samenstränge lediglich unterbrochen. Typisch weibliche und männliche Katzen-Verhaltensweisen bleiben erhalten. Bei der besonders zu empfehlenden Kastration werden bei der Katze die Eierstöcke und beim Kater die Hoden operativ entfernt. Der Eingriff wird ohne nachteilige Folgen für das Tier vom Tierarzt vorgenommen und bringt auch dem Katzenhalter nur Vorteile: Die Tiere werden ruhiger, häuslicher und anhänglicher, da sie der Geschlechtstrieb nicht mehr plagt. Der Kater setzt keine Duftmarken mehr und die Katze wird nicht mehr rollig. Anderseits bleiben sie - wenn sie es auch vorher waren - nach wie vor gute Mäusefänger. Lediglich bei der Ernährung muß man - bei wenig beschäftigten Wohnungskatzen - etwas darauf achten, daß sie nicht zunehmen.

Wichtiger, oft ebenfalls vernachlässigter, Aspekt ist die Gesundheits(vor)sorge durch Schutzimpfungen. Nur alleine durch vorbeugende Schutzimpfungen kann die Katze wirksam vor Virusinfektionen geschützt werden. Durch die Impfung baut die Katze einen Schutz auf und wird gegen Krankheitserreger immun, gegen die sie geimpft ist. Antibiotika wird bei Bakterien eingesetzt und hilft selbst im nachhinein eingesetzt, bei nachstehenden Viruserkrankungen wenig.

Katzenschnupfen: Häufige Erkrankung, Ansteckung über Speichel-, Nasen- und Augensekret, durch Belecken oder Niesen, bei andern (durchaus wieder gesund aussehenden) Katzen, die die Krankheit überlebt haben. Symptome: Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, Zahnfleischentzündungen. In späterem Stadium eitriger Sekretausfluss, Geschwüre und zusätzliche bakterielle Infektionen.

Katzenseuche: Hochgradig ansteckende Viruserkrankung, Parvovirose oder Panleukopenie. Erreger wird von allen Körperausscheidungen abgegeben und befällt u.a. Lymphknoten, Knochenmark, Dünndarm und Kleinhirn. Selbst nur im Haus gehaltene Tiere können angesteckt werden, da der Erreger an der Kleidung haftend, mit in die Wohnung gebracht und die Katze so noch infizieren kann. Schleimiges Erbrechen, schlimmster, zudem bald blutiger Durchfall führen zur Austrocknung des Körpers und die Tiere sind trotz aufwendigster Intensivmedizin meistens zum Tode verurteilt.

Leukose: Das Katzenleukämievirus (FeLV) wird, neben in Harn und Kot, vor allem im Speichel in großen Mengen ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt bei der sozialen Fellpflege, über Bisswunden, sowie Benutzung gemeinsamer Futter- und Kotplätze. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen manchmal Jahre - in der Zwischenzeit können aber unzählige andere Tiere mit dem FeLV angesteckt werden. Das Krankheitsbild zeigt vor allem eine Immunschwäche mit allen Nebenerscheinungen und bösartige Tumorbildung an allen Organen, Knochen, Nervengeweben und Blutzellen. Neuere Erhebungen haben ergeben, daß Katzenleukose die häufigste tödliche Infektionskrankheit ist.

Feline infektiöse Peritonitis (FiP): Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt, oder indirekt über beispielsweise Reinigungstücher, Freßnäpfe, oder Katzentoilette. Man unterscheidet eine "nasse" und eine "trockene" FiP. Nach anfangs unspezifischen Symptomen, wie Fieber und Appetitlosigkeit, die sich wochenlang hinziehen können, kommt es zu einer Entzündung der Bauchhöhle mit großen Flüssigkeitsansammlungen, die in Folge zu Atemnot führen. Oder es bilden sich bei der "trockenen" Form kleine Knoten an Bauchfell , Leber, Nieren, Lymphknoten, u.a., die die Organe zerstören können.

Tollwut: Lebensgefährlich nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen. Der Tollwutvirus im Speichel, wird durch Biss , aber auch Aufnahme über die Schleimhäute übertragen. Das Virus wirkt auf das Nervensystem und ruft Wesensveränderungen, Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe, Lähmungserscheinungen hervor und führt letztlich zum Tode. Tollwut ist anzeigenpflichtig - bei entsprechenden Verdacht ist in eigenem Interesse unverzüglich der Tierarzt aufzusuchen. Wichtig ist dann der Nachweis einer Tollwutimpfung, da ansonsten das Tier, ohne Behandlungsversuche , getötet werden kann.

Letztlich: Eine Katze "erstehen" Tierfreunde natürlich nicht im Handel. Damit würde das Geschäft mit der "Ware" Tier nur zusätzlich angekurbelt. Auch bei den Katzenzüchtern bestimmt die Nachfrage das Angebot. Die Tierheime und privaten Katzeninitiativen bersten über von liebenswerten Samtpfoten - die noch einmal gnädig dem Schicksal entkommen sind und nicht erschlagen, erstickt, ertränkt, vergiftet oder auf andere Art zu Tode gequält wurden...

Ulrich Dittmann / AK (2003)

Quellennachweis/Literaturangabe zum Thema Impfschutz: Dr.Anja Rübelt, Reform Rundschau, Ausgabe Januar 2002

 

Mehr zum Thema:

www.katzenhilfe-westerwald.de
 

Katzenkastration ist verantwortliche Pflicht!
www.katzenschutzverordnung.de