"Du bist
zeitlebens für das verantwortlich, was Du
Dir vertraut gemacht hast".Dieses
Zitat von Antoine de saint-Exupéry trifft
auch für die Katze zu. Sie ist in
Jahrhunderten Domestikation zum Haustier
geworden, für das wir die volle
Verantwortung tragen.
Dabei ist es nicht mit Ernährung und
Pflege allein getan, sondern angesichts der
unübersehbaren Überproduktion der
Hauskatzen, gehört die Sterilisation bzw.
Kastration für einen verantwortungsvollen
Tierfreund zwingend dazu.
Bei der Sterisilation bleiben die
Geschlechtsdrüsen erhalten und es werden bei
der Katze die Eileiter und beim Kater die
Samenstränge lediglich unterbrochen. Typisch
weibliche und männliche
Katzen-Verhaltensweisen bleiben erhalten.
Bei der besonders zu empfehlenden Kastration
werden bei der Katze die Eierstöcke und beim
Kater die Hoden operativ entfernt. Der
Eingriff wird ohne nachteilige Folgen für
das Tier vom Tierarzt vorgenommen und bringt
auch dem Katzenhalter nur Vorteile: Die
Tiere werden ruhiger, häuslicher und
anhänglicher, da sie der Geschlechtstrieb
nicht mehr plagt. Der Kater setzt keine
Duftmarken mehr und die Katze wird nicht
mehr rollig. Anderseits bleiben sie - wenn
sie es auch vorher waren - nach wie vor gute
Mäusefänger. Lediglich bei der Ernährung muß
man - bei wenig beschäftigten Wohnungskatzen
- etwas darauf achten, daß sie nicht
zunehmen.
Wichtiger, oft ebenfalls
vernachlässigter, Aspekt ist die
Gesundheits(vor)sorge durch Schutzimpfungen.
Nur alleine durch vorbeugende
Schutzimpfungen kann die Katze wirksam vor
Virusinfektionen geschützt werden. Durch die
Impfung baut die Katze einen Schutz auf und
wird gegen Krankheitserreger immun, gegen
die sie geimpft ist. Antibiotika wird bei
Bakterien eingesetzt und hilft selbst im
nachhinein eingesetzt, bei nachstehenden
Viruserkrankungen wenig.
Katzenschnupfen: Häufige
Erkrankung, Ansteckung über Speichel-,
Nasen- und Augensekret, durch Belecken oder
Niesen, bei andern (durchaus wieder gesund
aussehenden) Katzen, die die Krankheit
überlebt haben. Symptome: Fieber,
Mattigkeit, Appetitlosigkeit,
Schluckbeschwerden, Zahnfleischentzündungen.
In späterem Stadium eitriger Sekretausfluss,
Geschwüre und zusätzliche bakterielle
Infektionen.
Katzenseuche: Hochgradig
ansteckende Viruserkrankung, Parvovirose
oder Panleukopenie. Erreger wird von allen
Körperausscheidungen abgegeben und befällt
u.a. Lymphknoten, Knochenmark, Dünndarm und
Kleinhirn. Selbst nur im Haus gehaltene
Tiere können angesteckt werden, da der
Erreger an der Kleidung haftend, mit in die
Wohnung gebracht und die Katze so noch
infizieren kann. Schleimiges Erbrechen,
schlimmster, zudem bald blutiger Durchfall
führen zur Austrocknung des Körpers und die
Tiere sind trotz aufwendigster
Intensivmedizin meistens zum Tode
verurteilt.
Leukose: Das Katzenleukämievirus (FeLV)
wird, neben in Harn und Kot, vor allem im
Speichel in großen Mengen ausgeschieden. Die
Ansteckung erfolgt bei der sozialen
Fellpflege, über Bisswunden, sowie Benutzung
gemeinsamer Futter- und Kotplätze. Von der
Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit
vergehen manchmal Jahre - in der
Zwischenzeit können aber unzählige andere
Tiere mit dem FeLV angesteckt werden. Das
Krankheitsbild zeigt vor allem eine
Immunschwäche mit allen Nebenerscheinungen
und bösartige Tumorbildung an allen Organen,
Knochen, Nervengeweben und Blutzellen.
Neuere Erhebungen haben ergeben, daß
Katzenleukose die häufigste tödliche
Infektionskrankheit ist.
Feline infektiöse Peritonitis (FiP):
Die Ansteckung erfolgt durch direkten
Kontakt, oder indirekt über beispielsweise
Reinigungstücher, Freßnäpfe, oder
Katzentoilette. Man unterscheidet eine
"nasse" und eine "trockene" FiP. Nach
anfangs unspezifischen Symptomen, wie Fieber
und Appetitlosigkeit, die sich wochenlang
hinziehen können, kommt es zu einer
Entzündung der Bauchhöhle mit großen
Flüssigkeitsansammlungen, die in Folge zu
Atemnot führen. Oder es bilden sich bei der
"trockenen" Form kleine Knoten an Bauchfell
, Leber, Nieren, Lymphknoten, u.a., die die
Organe zerstören können.
Tollwut: Lebensgefährlich nicht
nur für Tiere, sondern auch für Menschen.
Der Tollwutvirus im Speichel, wird durch
Biss , aber auch Aufnahme über die
Schleimhäute übertragen. Das Virus wirkt auf
das Nervensystem und ruft
Wesensveränderungen, Ruhelosigkeit,
Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe,
Lähmungserscheinungen hervor und führt
letztlich zum Tode. Tollwut ist
anzeigenpflichtig - bei entsprechenden
Verdacht ist in eigenem Interesse
unverzüglich der Tierarzt aufzusuchen.
Wichtig ist dann der Nachweis einer
Tollwutimpfung, da ansonsten das Tier, ohne
Behandlungsversuche , getötet werden kann.
Letztlich: Eine Katze "erstehen"
Tierfreunde natürlich nicht im Handel. Damit
würde das Geschäft mit der "Ware" Tier nur
zusätzlich angekurbelt. Auch bei den
Katzenzüchtern bestimmt die Nachfrage das
Angebot. Die Tierheime und privaten
Katzeninitiativen bersten über von
liebenswerten Samtpfoten - die noch einmal
gnädig dem Schicksal entkommen sind und
nicht erschlagen, erstickt, ertränkt,
vergiftet oder auf andere Art zu Tode
gequält wurden...
Ulrich Dittmann / AK (2003)