Arbeitskreis humaner

 

                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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Wie wünschen gnädige Frau ihren Pelz?

Erdrosselt, vergast, mit dem Knüppel erschlagen, per Genickschlag getötet, ertränkt, zermanscht aus der Falle oder lieber per Stromschlag abgemurkst?

So müsste ein offenes, ehrliches Verkaufsgespräch, in den verbliebenen Pelzgeschäften, oder entsprechenden Kaufhausabteilungen eigentlich beginnen - so sich dorthin noch ein Kunde verirren sollte. Glücklicherweise sind das immer weniger Bürger. Denn mit Kauf und dem Spazierentragen von Tiermord stellt sich jeder Pelzträger praktisch selbst an den Pranger.  Er entlarvt damit seine eigene lebensverachtende Einstellung und präsentiert seine modische Rückständigkeit und gedankenlose Schicki-Micki-Mentalität ganz offen der gesamten Öffentlichkeit.

So müsste ein offenes, ehrliches Verkaufsgespräch, in den verbliebenen Pelzgeschäften, oder entsprechenden Kaufhausabteilungen eigentlich beginnen - so sich dorthin noch ein Kunde verirren sollte. Glücklicherweise sind das immer weniger Bürger. Denn mit Kauf und dem Spazierentragen von Tiermord stellt sich jeder Pelzträger praktisch selbst an den Pranger.  Er entlarvt damit seine eigene lebensverachtende Einstellung und präsentiert seine modische Rückständigkeit und gedankenlose Schicki-Micki-Mentalität ganz offen der gesamten Öffentlichkeit.

Protestbrief an Escada vom 24.2.2010 (hier klicken!)

"Pelz"-Tiere in Gefangenschaft

So ernten heutige Pelzträger nur noch - mehr oder minder zurückhaltend artikuliert - mitleidige, oder auch erboste Anmerkungen ob ihrer altertümlichen Bekleidungsgewohnheiten nach "Neandertal-Manier" und erfreulicherweise nicht mehr die bewundernden Blicke, wie eigentlich erhofft!
Die Zeiten haben sich eben geändert: Man raubt heute nicht mehr mit dem Knüppel in der behaarten Hand, Frauen aus dem Rudel des Nachbarclans, frisst das Fleisch nicht mehr roh, oder ist auf den Verzehr von Würmern, Spinnen und Käfern angewiesen - ebenso wenig wie auf die vom Körper des Tieres abgeschabten Haut- und Fellteile.
Nur Ewiggestrige, die die Zeit verschlafen haben, schleppen neben ihrem eigenen Korpus, wie Steinzeitmenschen gekleidet, auch noch umgehängt die Leichenteile von Tieren, durch die von Atomstrom hell erleuchteten, modernen Einkaufsstraßen.
Freilebende "Pelz"tierarten werden hauptsächlich in Fallen gefangen, bei dem die Tiere grauenvolle Verletzungen erleiden. Zertrümmerte Glieder, offene Knochenbrüche, aufgeplatzte Leiber. Bei dem Versuch sich aus den Stahlklammern zu befreien, versuchen die Gefangenen in ihrer Verzweiflung sich selbst die Pfoten abzubeißen, um - nicht überlebensfähig - dann manchmal auf drei Beinen verkrüppelt zu entkommen bis irgendwann ein gnädiger Tod sie erlöst.
Viele Tiere verbluten oder erfrieren auch einfach vor dem Eintreffen der Fallensteller, da bei der Größe der Reviere die Fallen in der Praxis oft nur in größeren Zeitabständen kontrolliert werden. Auf jeden "gelungenen" Zielfang kommen zusätzlich systembedingt noch unzählige, sogenannte "Beifänge", andere Tiere, die so "nebenbei" unter unsäglichen Qualen ihr Leben aushauchen und dann als "Abfall" entsorgt werden.
Zucht-"Pelz"tieren in Menschenhand, wie beispielsweise Fuchs und Nerz, ergeht es fast noch schlimmer. Sie vegetieren ihr kurzes Leben lang, ähnlich wie die berüchtigten KZ-Hühner, in kleinen Drahtkäfigen. Aufgrund der Enge und erzwungenen Bewegungsmangels und Beschäftigungslosigkeit, leiden die Tiere an Verhaltensstörungen, beißen sich gegenseitig die Extremitäten ab, mutieren und verstümmeln sich selbst.
Auf den Drahtböden scheuern sie sich die Füße blutig, sie erkranken mangels Hygiene an Virusinfektionen, leiden an Stoffwechselerkrankungen und Entzündungen. Aber sie brauchen ja nicht allzulange leben - nur bis zur "Ernte" (Branchenjargon).
Dann werden sie langsam vergast, oder ein Stromstoß, oft aus schwachen Autobatterien, beendet furchtbar und schrecklich ihr kurzes, qualvolles Leben, für eine degenerierte Möchte-Gern-Schicki-Micki-Gesellschaft, die ihnen buchstäblich das Feil über die Ohren zieht, um sich die Skalpe selbst umzuhängen.
Die Fellindustrie, in der Öffentlichkeitsarbeit vom Deutschen Pelz Institut (DPI) vertreten, sieht das natürlich alles ganz anders. Mit teuren, gesteuerten Anzeigenkampagnen soll das angeschlagene Image und die zynische Geschäftemacherei mit dem Tierelend, äusserlich aufpoliert und kaschiert werden. Unliebsame, hartnäckige Kritiker werden auch schon einmal mit Einschaltung der Staatsgewalt und der Gerichtsbarkeit bedroht. So zerrt C&A, Tierrechtler in kostenaufwendigen (unüblichen) Einzelverfahren wegen "Hausfriedensbruch" vor den Kadi, weil sie sich im vergangenen Jahr zur Weihnachtszeit in der C&A - Fellabteilung angekettet, Informationsschriften verteilt und so mit viel Zivilcourage gegen den Verkauf von Pelzen protestiert hatten. (Mittlerweile hat dieser Bekleidungsindustrieriese seinen bundesweiten Ausstieg aus dem Pelzgeschäft bekanntgegeben!)
Zu früheren Zeiten mag Felle tragen seine Berechtigung gehabt haben - heute ist es ein ungeheuerlicher, die Schöpfung verhöhnender, skandalöser Anachronismus - und zudem überflüssig wie ein Kropf. Wir können uns heute im Zeitalter modernster Fertigungstechniken, chic, warm und modisch kleiden - absolut ohne barbarische Tierschinderei. Die Fellbranche reagiert natürlich sehr allergisch auf entsprechende synthetische Konkurrenzprodukte.

Webpelz, so das gebetsmühlenartig vorgebrachte Standardargument sei "... Umweltfrevel und schlimme Energieverschwendung, da aus Erdöl gewonnen. 'Natur'pelze hingegen seien nachwachsende Rohstoffe und ökologisch einwandfrei." Aber auch das stimmt nicht. Ing. Gregory Smith (Michigan, USA) stellte bei akribischen Berechnungen fest, dass zur Gesamtproduktion eines Kunstpelzmantels 30 316 Kilokalorien Energie nötig sind, ein "echter" Pelz aber 2007382 Kilokalorien benötige - also das 66-fache!
Alles in allem klingt so das Aufjaulen der gebeutelten Pelzbranche ähnlich, wie das Klagen der Kriegsindustrie, die lauthals das Elend der Rüstungsarbeiter bejammert. Doch der Fortschritt und ein Umdenken im Verhalten des Menschen zum Mitgeschöpf Tier, lässt sich auf Dauer nicht aufhalten. Auch das gerade von der DPI gerne - weil angsterzeugend - bis zum Überdruss strapazierte "Argument" der Arbeitslosigkeit, greift nicht. Gerade in der Modebranche bestehen - nach entsprechender Umorientierung - vielfältige Möglichkeiten, u.a. pelz- und lederähnliche Materialien zu verarbeiten.
Viele andere Handwerks- und Industriebetriebe haben sich im Laufe der Zeit umgestellt und modernisiert. In den meisten Bereichen sehr erfolgreich - warum sollte dies nicht ebenso bei den (bisher) pelzverarbeitenden Unternehmen von statten gehen!?

Natürlich gehört etwas Mut dazu, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu beschreiten - aber das kann von der Pelzindustrie erwartet werden.
Ansonsten gilt auch hier "... wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".

Ulrich Dittmann, Nov.2001

 

Pelztiere (Auszug aus "Aktuelle Probleme und Erfordernisse der Tierschutzpolitik" von Dr. E.Guhde)

Laut Tierschutzbericht 2003 gibt es in Deutschland etwa 30 Nerz«farmen«, eine Fuchshaltung  sowie eine unbekannte Zahl von Chinchilla-Zuchten. In diesen Anlagen werden jährlich etwa 300.000 Tiere gezüchtet und umgebracht. Nach wie vor gibt es keine bundesweit geltende Rechtsverordnung für die Haltung von Pelztieren!
Der zweite VO-Entwurf für die sogenannte Pelztierhaltung liegt nun endlich zwar seit April 2003  vor, doch wird mit ihm diese Haltung als solche nicht in Frage gestellt, obwohl für die Erzeugung eines Luxusartikels kein »vernünftiger Grund« vorliegt, der völlig artwidriges Einsperren und Töten von Wildtieren wie Nerzen und Füchsen rechtfertigen könnte, und obwohl 70 % der Bevölkerung die Pelztierhaltung ablehnt. Drahtgitterböden bei den Nerzen bleiben erlaubt, für die vorgesehenen Verbesserungen werden viel zu lange Übergangsfristen eingeräumt. Selbst dieser Entwurf ist  auf erhebliche Widerstände des Wirtschafts- und Justizministeriums gestoßen wegen eines angeblichen »faktischen Berufsverbots« und konnte bisher nicht verabschiedet werden.
2004 hat das Bundesverwaltungsgericht durch ein Urteil bestätigt, dass die Pelztierzucht keine landwirtschaftliche Nutztierhaltung mit den entsprechenden Privilegien  ist,  sondern ein Gewerbe,  das eine Genehmigung gemäß § 11 des Tierschutzgesetzes benötigt. Hier sind die zuständigen Behörden im Verzug.
Einige Länder wie Großbritannien und Italien haben die Pelztierhaltung bereits verboten, andere wie Österreich und die Schweiz haben so hohe Auflagen verordnet, dass die Haltungen wegen Unwirtschaftlichkeit aufgegeben wurden. Bei vorhandenem Willen wäre das auch in Deutschland möglich. Züchten und Töten von Pelztieren sind gesetzlich zu verbieten! Darüber hinaus ist die Bundesregierung zu drängen, sich auch auf EU-Ebene dafür einzusetzen.
Neuerdings drohen wenigstens den sieben schleswig-holsteinischen Pelztierhaltungen Konsequenzen: Im Februar 2005 wurden sie durch die Fachaufsicht kontrolliert. Mit dem Ergebnis: In keiner der Anlagen wird der 2001 in Kraft gesetzte Pelztier-Erlass umgesetzt. In kleinen Käfigen (die größten sind höchstens 30 mal 90 Zentimeter) fristen die Wildtiere ein trauriges Dasein in Einzelhaft. Einem Chinchilla-Betrieb droht die Schließung, andere Betriebe müssen mit Auflagen bei der anstehenden Betriebserlaubnis rechnen.