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                    Tierschutz e.V.   (gegr.1991)

 
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OFFENER BRIEF an Escada AG
- Geschäftsleitung -

Einsteinring 14-18
85609 Aschheim/München


Telefon:+ 49 (0) 89-9944-0 Fax: + 49 (0) 89-9944-1111


Stoppen Sie den Verkauf von Fellbekleidung, sprich Pelzen, in Ihren Geschäften!

Werte Damen und Herren, werte Verkäuferinnen und Verkäufer bei Escada,

Zu früheren Zeiten mag Felletragen seine Berechtigung gehabt haben - heute ist es ein ungeheurlicher, die Schöpfung verhöhnender, skandalöser Anachronismus - und zudem überflüssig wie ein Kropf. Schämen Sie sich! Es sei der bekannte Verhaltensforscher Vitus B. Dröscher zitiert: "Ein Pelzmantel soll Vornehmheit repräsentieren. Aber bei soviel Qual, Not, Blut der geschundenen Kreatur, enthüllt er eine ganz andere Mentalität - Gefühlskälte, Arroganz und nichts als eitle Dummheit" ( Bunte Dez. 1992)

Wir können uns heute im Zeitalter modernster Fertigungstechniken, chic, warm und modisch kleiden - absolut ohne barbarische Tierschinderei. Die Fellbranche reagiert natürlich sehr allergisch auf entsprechende synthetische Konkurrenzprodukte. Webpelze, so das gebetsmühlenartig vorgebrachte Standardargument sei "... Umweltfrevel und schlimme Energieverschwendung, da aus Erdöl gewonnen. 'Natur'pelze hingegen seien nachwachsende Rohstoffe und ökologisch einwandfrei." Aber auch das stimmt nicht. Ing. Gregory Smith (Michigan, USA) stellte bei akribischen Berechnungen fest, daß zur Gesamtproduktion eines Kunstpelzmantels 30316 Kilokalorien Energie nötig seien, ein "echter" Pelz aber 2007382 Kilokalorien benötige - also das 66fache !

Alles in allem klingt so das Aufjaulen der gebeutelten Pelzbranche ähnlich, wie das Klagen der Kriegsindustrie, die lauthals das Elend der Rüstungsarbeiter bejammert, wenn sich der Krieg dem Ende zuneigt. Doch der Fortschrittt und ein Umdenken in dem Verhalten des Menschen zum Mitgeschöpf Tier, läßt sich auf Dauer nicht aufhalten. H&M, C&A, Otto-Versand, Peek & Cloppenburg, Adler etc. machen es Ihnen vor - verzichten auch Sie auf den Verkauf von Fellbekleidung!

Das gerne - weil angsterzeugend - bis zum Überdruß strapazierte "Argument" der Arbeitslosigkeit, greift nicht. Gerade in der Modebranche bestehen - nach entsprechender Umorientierung - vielfältige Möglichkeiten, u.a. pelz- und leder ähnliche Materialien zu verarbeiten. Viele andere Handwerks- und Industriebetriebe haben sich im Laufe der Zeit umgesteltt und modernisiert. In den meisten Bereichen sehr erfolgreich - warum sollte dies nicht ebenso bei den( bisher ) pelzverarbeitenden Unternehmen vonstatten gehen ! ?

Natürlich gehört etwas Mut dazu, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu beschreiten , aber das kann von der Pelzindustrie erwartet werden. Ansonsten gilt auch hier "... wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".

Freundliche Grüße
Ulrich Dittmann / 24.02.2010
Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.